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POPCONNECTION - Interviews - Anna Calvi: "Auf der Bühne kommt eine andere Seite meiner Persönlichkeit zum Vorschein"
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Anna Calvi

ANNA CALVI

"Auf der Bühne kommt eine andere Seite meiner Persönlichkeit zum Vorschein"
Datum: 12. August 2011 (Haldern Pop Festival)
Interview: Jenny Schnabel
Foto: Pressefoto

Anna Calvi ist eine der beeindruckendsten Newcomerinnen des Jahres 2011. Im Januar hat die 28-jährige Londonerin ihr selbstbetiteltes Debütalbum via Domino Records veröffentlicht und erntete dafür überall viel Kritikerlob. Und das zu Recht!

Mit ihrer ausdruckstarken Stimme und virtuosen Gitarrensounds kreiert Anna Calvi atmosphärische Popsongs, die mit einer enormen Intensität den Hörer in ihren Bann ziehen. Auf der Bühne verkörpert die Künstlerin eine expressive Bühnenpersönlichkeit, die an die großen Diven aus vergangenen Tagen erinnert und liefert eine atemberaubende Performance ab.

Fernab der Bühne treffen wir auf dem Haldern Pop Festival eine sehr ruhige und introvertierte Künstlerin zum Interview.



POPCONNECTION: Wann und wie bist du zur Musik gekommen?

Anna Calvi:
Ich hab mit ungefähr sechs Jahren angefangen Violine zu spielen und mit etwa acht Jahren fing ich an Gitarre zu spielen. Ich war schon als Kind sehr musikbesessen.


POPCONNECTION: Und wann hast du dich für's Singen entschieden?

Anna Calvi:
Ich hab vor etwa fünf Jahren mit dem Singen angefangen. Ich wollte es schon immer machen, aber ich fühlte mich zu schüchtern, um es auszuprobieren. Dann hab ich mich doch entschlossen mit der Sache zu beginnen und übte mehrere Stunden am Tag. Ich hörte dabei zwei Sängerinnen, die ich sehr liebe: Edith Piaf und Nina Simone. Und plötzlich fand ich heraus, dass ich singen kann und bekam meine eigene Stimme.


POPCONNECTION: Welche Künstler haben dich ansonsten noch musikalisch beeinflusst?

Anna Calvi:
Jeff Buckley, David Bowie, Nick Cave… Ich mag aber auch eine Menge klassische Musik wie Ravel und Debussy. Als Kind liebte ich Jimi Hendrix und den Jazz Gitarristen Django Reinhardt. Es ist eine große Palette an Musik, die mich beeinflusst hat.


POPCONNECTION: Kannst du dich noch an deinen ersten Song erinnern, den du geschrieben hast?

Anna Calvi:
Ja, ich war ungefähr neun oder zehn Jahre alt. Ich hab mir vorgestellt in der Band von David Bowie zu sein und darüber einen Song geschrieben. 


POPCONNECTION: Die Songs auf deinem Album sind sehr komplex und erscheinen fast cineastisch. Darüber hinaus bergen sie auch eine Art von Romantik in sich. Wie kommt das?

Anna Calvi:
Ich wollte eine Platte machen, die Romantik, Schönheit und Leidenschaft beinhaltet. Jeder Song ist wie ein kleiner Film und sehr visuell. Ich habe bei den unterschiedlichen Songs verschiedene Plätze oder Dinge im Kopf und versuche mit meinen Songs Atmosphären zu kreieren. 


POPCONNECTION: Wenn du deine Songs schreibst, entsteht dann zuerst die Musik oder der Text?

Anna Calvi:
Normalerweise entstehen Text und Musik zusammen und sind schon fast vollkommen geformt, wenn sie das Licht der Welt erblicken. Ich verpasse ihnen dann natürlich noch den letzten Schliff und arbeite noch ein wenig daran. Ich vertraue beim Songwriting jedoch stets auf meinen Instinkt, sowohl beim Schreiben von Musik als auch beim Schreiben der Lyrics.


POPCONNECTION: Auf der Bühne wirst du von zwei weiteren Musikern, Daniel Maiden-Wood und Mally Harpaz, unterstützt. Wie hast du die beiden kennengelernt?

Anna Calvi:
Mally hab ich vor zehn Jahren kennengelernt und sie ist eine meiner besten Freundinnen. Ich hab sie bei einem Gig getroffen und wir haben uns gut unterhalten. Es war für mich also sehr selbstverständlich sie zu fragen, ob sie in die Band einsteigen möchte. Sie ist eine wirklich großartige Musikerin, die einfach alles spielen kann. Und Dan hab ich vor drei Jahren durch einen Freund kennengelernt. Ich hab ihn spielen gehört und hatte ein sehr gutes Gefühl dabei. Ich fragte ihn also, ob er in die Band einsteigen möchte und er sagte "Ja".


POPCONNECTION: Deine Debüt-Single "Jezeble" ist eine Coverversion eines Songs von Wayne Shanklin. Warum hast du ausgerechnet diesen Titel ausgewählt und warum hast du dich als erste Veröffentlichung für einen Coversong entschieden?

Anna Calvi:
Ich wollte zuvor nichts aus dem Album veröffentlichen, denn das Album sollte als ein Ganzes gehört werden. Ich sehe es wie eine Reise, bei der jeder Song in Beziehung zum nächsten Song steht. Dann hörte ich die Edith Piaf-Version von "Jezeble" und es war ein so großartiger und gewaltiger Song. Ich war so begeistert davon, dass ich versuchen wollte meine eigne Version des Songs zu machen. Ich fand es sehr schön, eine Coverversion dieses Songs als erste Veröffentlichung herauszubringen, da ich so viel von Edith Piaf als Sängerin gelernt habe und sie mich sehr beeinflusst hat.


POPCONNECTION: Du hast mal gesagt, dass du auf der Bühne ein völlig anderer Mensch bist. Was ist der Unterschied zwischen Anna Calvi auf der Bühne und Anna Calvi im wahren Leben?

Anna Calvi: Auf der Bühne kommt eine andere Seite meiner Persönlichkeit zum Vorschein. Ich fühle mich dort viel stärker und weniger ängstlich, weil an diesem Ort nichts Schlimmes passieren kann. Ich mache einfach nur Musik. Es ist großartig und für mich eine Art Erfüllung mich selbst auszudrücken. Es ist für mich sehr befreiend mich selbst auszudrücken und ein Gefühl von Stärke zu haben. Wenn ich nicht auf der Bühne stehe, bin ich sehr zurückhaltend.
 

POPCONNECTION: Vielen Dank für das Interview, Anna!

Anna Calvi: Ich danke auch! Schön, dich kennengelernt zu haben!



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