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POPCONNECTION - Interviews - Carl Noren: "In meinen Solo-Songs steckt mehr von meiner eigenen Persönlichkeit"
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Carl Noren

CARL NORÉN

"In meinen Solo-Songs steckt mehr von meiner eigenen Persönlichkeit"
Datum: 23. Oktober 2010 (Furth im Wald)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Carl Norén, Frontmann von Sugarplum Fairy, ist ein sehr schweigsamer Mensch. Die zwei Stunden Fahrzeit vom Münchner Flughafen nach Furth im Wald verbringt er damit, CDs auf seinem Discman abzuspielen. Auch unmittelbar nach dem Soundcheck sind die Kopfhörer sofort wieder auf seinen Ohren. Was mag er wohl anhören? Unveröffentlichte Demos? Seine Lieblingsalben? Die Antwort ist wesentlich unspektakulärer. Der Mann studiert. Literaturwissenschaften. Für uns hat er kurz auf Pause gedrückt:



POPCONNECTION: Hallo Carl, du läufst den ganzen Abend schon mit Kopfhörern rum. Was hörst du?

Carl: Keine Musik, leider. Ich studiere Literaturwissenschaften. Wenn ich unterwegs bin, höre ich mir die Lektionen auf CD an. Leider muss ich sogar vor dem Auftritt lernen, weil ich kommende Woche eine Prüfung schreibe...


POPCONNECTION: Oh, schon mal viel Erfolg dafür. Kannst du ein paar Minuten entbehren und uns ein paar Fragen beantworten?

Carl: Danke. Ja klar.


POPCONNECTION: Wie geht's dir?

Carl: Ziemlich gut, danke. Ich bin nur ein bisschen müde vom Flug. Ich muss dazu immer Medikamente nehmen, die ziemlich müde machen. Früher hatte ich sehr extreme Flugangst. Das wurde zum Glück ein bisschen besser. Auf unserer ersten größeren Tour spielten wir unter anderem in Japan. Ich musste damals tatsächlich mit dem Zug nach Japan fahren! Alles in allem hat das etwa zwei Monate gedauert. Zurück das Ganze noch mal. Aber jetzt nehme ich Medikamente gegen die Flugangst und komme zurecht.


POPCONNECTION: Heute wirst du alleine auf der Bühne stehen. Du bist aber vor allem in deiner Rolle als Frontmann von Sugarplum Fairy bekannt. Wie steht es um die Band? Wieso hast du beschlossen, alleine Musik aufzunehmen?

Carl: Das war keine Entscheidung im Sinne von "wir machen jetzt eine Pause". Es hat sich mehr oder weniger von selbst ergeben. Man nimmt ein Album nach dem anderen auf und hat immer eine bestimmte Vorstellung davon, wie das nächste klingen soll. Wir wollten ursprünglich ein weiteres Album als Band aufnehmen. Aber dann haben wir festgestellt, dass es sich nicht wie ein Sugarplum Fairy-Album anhören würde. Es war einfach an der Zeit, dass jeder mal sein eigenes Ding macht. Das muss nicht unbedingt Musik sein. Manche studieren, mein Bruder Viktor und ich machen weiterhin Musik, wobei ich ja auch nebenbei studiere. Man muss sich darauf zurückbesinnen, warum man irgendwann mal begonnen hat, als Band Musik zu machen. Dieses Gefühl, das wir am Anfang hatten, war nicht mehr da. Also haben wir beschlossen, eine Pause einzulegen.


POPCONNECTION: Du schlägst ja als Solokünstler ganz andere, ungewohnte Töne an. Kannst du dich einfach nicht mehr mit dem temporeichen Indie-Sound von Sugarplum Fairy identifizieren?

Carl: Sugarplum Fairy war eine Jugendband. Wir haben mit 16 Jahren begonnen, als Band zusammen Musik zu machen. Es ist schwierig, diesen jugendlichen Sound über all die Jahre ehrlich zu verkaufen. Man kann nicht über die selben Themen singen und man entwickelt sich musikalisch weiter. Man ist einfach keine 16 mehr. Ein Sugarplum Fairy-Album sollte aber so klingen. Wir warten einfach mal ab, was kommt. Wenn es uns wieder gelingt, diesen jugendlichen Sound zu produzieren, machen wir vielleicht wieder ein Album gemeinsam.


POPCONNECTION: Inwiefern unterscheidet sich der Sound und deine Herangehensweise ans Musikmachen, wenn du Sugarplum Fairy und deine Solokarriere vergleichst?

Carl: In meinen Solo-Songs steckt mehr von meiner eigenen Persönlichkeit. Mehr "der Carl, der zuhause rumsitzt" und weniger "der Frontmann einer Band-Carl", wenn man so will. Der Sound ist melancholischer, epischer. Ich orientiere mich gerne an epischer Filmmusik.


POPCONNECTION: Du bist ja im Moment mit Aufnehmen beschäftigt. Wann kann man denn mit einem Soloalbum von dir rechnen?

Carl: Das Album wird im Februar fertig sein. Das ging alles ziemlich schnell, viel schneller, als ich erwartet hätte. Als ich begonnen habe, für mich selbst Songs zu schreiben, hatte ich noch gar nicht vor, überhaupt ein Album rauszubringen. Ich wollte ein paar selbstgebastelte CDs bei meinen Shows verkaufen, mehr nicht. Ich muss mich gerade erst an den Gedanken gewöhnen, dass ich nun plötzlich doch wieder eine Single rausbringen werde und ein Album von mir im Laden stehen wird.


POPCONNECTION: Spielst du live nur deine Solo-Songs oder auch Sugarplum Fairy Songs?

Carl: Nein, nur meine eigenen. Nicht, weil ich die Sugarplum Fairy Songs nicht mehr mag, sondern vielmehr, weil ich es nicht kann ohne Band. Ich warte ständig auf den Einsatz irgendeines Bandkollegen. Vielleicht spiele ich einen Song, aber dann spontan. Das mache ich manchmal. Meistens klappt es aber nicht so, wie ich mir das vorstelle.


POPCONNECTION: Du bist heute nur für einen Gig in Deutschland...

Carl: Ja, im Moment trete ich nur sporadisch auf, oder manchmal, wie gestern Abend, lege ich als DJ ein paar Platten auf. Ansonsten bin ich mit studieren und den Aufnahmen für meine Platte gut beschäftigt. Ich hab eigentlich kaum mehr Freizeit, aber das stört mich nicht. Nebenbei arbeite ich noch in einem Café in Stockholm und spiele noch in einer weiteren Band.


POPCONNECTION: In einem Cafe? Was machst du dort?

Carl: Ich arbeite in der Küche! Ich will unter Menschen kommen, neue Leute kennenlernen, deshalb mache ich das.


POPCONNECTION: Kochen, ist das deine wahre Berufung?

Carl: Vielleicht. Aber ich lerne das Kochen erst und habe ja kaum Zeit, mich darauf zu konzentrieren.


POPCONNECTION: Ein vielbeschäftigter Mann!

Carl: Ja, und das ist gut so!


POPCONNECTION: Werden wir dich dann auf Tour in Deutschland sehen, wenn das Album fertiggestellt ist?

Carl: Das hoffe ich. Wenn alles nach Plan läuft, werde ich im Frühjahr auf Tour gehen.


POPCONNECTION: Dann freuen wir uns darauf. Vielen Dank für das Interview!

Carl: Gerne! Dann widme ich mich mal wieder meinem Studium.


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