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POPCONNECTION - Interviews - Cloudberry: "Die Trophäen haben andere Heim getragen"
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Cloudberry

CLOUDBERRY

"Die Trophäen haben andere Heim getragen"
Datum: 05. Oktober 2007 (E-Mail)
Interview: Katja Embacher
Foto: Pressefoto

Cloudberry aus Frankfurt - das ist feinster Indie-Pop der alten Schule. Mit "Graceful & Light" veröffentlicht die Band dieser Tage ihr drittes Album, das von niemand Geringerem als Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket) produziert wurde. Ein Drittlingswerk, das man durchaus als Debüt bezeichnen kann. Klingt absurd? Ist es aber nicht, wenn man bedenkt, dass es sich bei den beiden Vorgängeralben "Destroyer" und "Elijah" um Studioalleingänge des Sängers und Gitarristen Marco Pleil handelt. Mit Bassistin Moni Grysa und Drummer Thomas Wolf sind Cloudberry zu einer Band zusammengewachsen. Wir haben uns mit dem Trio über die "neuen" Cloudberry und das neue Album unterhalten.



POPCONNECTION: Am 26. Oktober wird euer drittes Album "Graceful & Light" veröffentlicht. Es gibt bereits einige Rezensionen dazu. Wie seid ihr mit der bisherigen Medienresonanz zufrieden?

Marco: Ganz okay eigentlich, viel Licht aber auch Schatten. Dass es in Deutschland mit Musik wie Cloudberry sie machen nicht ganz einfach ist, ist ja nix Neues, aber bei manchen Online-Magazinen muss man sich schon fragen, in welchem Zustand solche Rezis verfasst werden.


POPCONNECTION: Laut eurer Aussage wurde bei eurem ersten Auftritt als Trio im letzten Jahr in der Batschkapp klar, dass Cloudberry nun eine richtige Band ist. Vorher war das Ganze ja eher ein Soloprojekt von Marco. Seht ihr "Graceful & Light" im Hinblick darauf als eine Art Debüt?

Marco: Da lass ich jetzt mal die Band drauf antworten!

Thomas: Das Gefühl, als wir in der Batschkapp auf die Bühne sind und auch das, als wir wieder runter kamen, war einmalig. Es funktionierte! Für einige, denke ich, war das überraschend.

Moni: Klar war das für uns als Trio ein Debüt mit "Graceful & Light". Wir waren ja noch nie zusammen im Studio. Und es hat funktioniert. ;-)


POPCONNECTION: Liegt es mit an diesem neuen Bandgefühl, dass sich euer Sound auf "Graceful & Light" deutlich von dem Vorgänger "Destroyer" unterscheidet? Dass das Album weniger kantig sondern poppiger klingt?

Thomas: Natürlich spielen Moni und ich unsere Instrumente mit dem jeweils eigenen Stil. Dass das dann poppig wird, ist Zufall. Ein schöner Zufall, oder?

Marco: Ich denke das liegt zum Großteil auch an der Produzentenarbeit von Kurt. Bei der "Destroyer" war ich ja komplett alleine im Studio ohne Einflüsse bzw. künstlerische Eingriffe. Das wollte ich bei "Graceful & Light" aber bewusst ändern, einen Produzenten mit einbinden, der auch mal sagt "das ist Mist, das müssen wir anders machen!". Und da ist Kurt ja genau der richtige für. ;-)

Moni: Es ist nicht zu bestreiten, dass da eine Entwicklung zu den vorherigen Alben stattgefunden hat, die wir alle zu gewissen Teilen mitgetragen haben. Und nicht zuletzt auch Kurt mit seiner Kreativität.


POPCONNECTION: Wofür steht der Titel "Graceful & Light"?

Marco: "Graceful & Light" ist ein Zitat aus einem Interview mit New Order-Sänger Bernard Sumner wie er die Entstehungsgeschichte zum New Order-Song "Your Silent Face" beschreibt, nach dem Motto: Das schwerste ist es mit wenigen Mitteln einen tollen einfachen Popsong zu schreiben ("it's graceful & light"). Und da bin ich ja komplett bei ihm!


POPCONNECTION: Wenn man sich "Graceful & Light" anhört fällt auf, dass die Kernthemen der meisten Songs Liebe, Leidenschaft aber auch Enttäuschung sind. Waren das Dinge, die dich in den letzten zwei Jahren während des Schreibprozesses besonders beschäftigt haben?

Marco: Tja, was soll ich sagen... die Trophäen haben andere Heim getragen.


POPCONNECTION: "Not My Idea" besteht nur aus einer einzigen Textzeile, nämlich dem Titel des Songs. Worum geht's? Was genau war denn nun nicht deine Idee? ;-)

Marco: Der Song ist komplett im Studio entstanden, quasi aus einem Vier-Takte-Loop von "I Saw Happiness". Die "Not My Idea"-Zeile kam aus einer Bierlaune heraus, weil's ja eigentlich Kurt's Idee war daraus einen (eigenständigen) Song zu machen.


POPCONNECTION: Ihr habt kürzlich zu "Anything Goes" euer erstes Video gedreht. Erzählt mal ein bisschen was darüber...

Marco: Das ist quasi auf Thomas Mist gewachsen, erzähl mal Wolfman!

Thomas: Mein geliebter bester Freund Sebastian Lübeck hat uns dieses Video quasi geschenkt. Er hat Diplom Mediendesigner an der BA Ravensburg studiert und das Video ist seine Diplomarbeit. Wir hatten, außer einem Fotoshooting, gar nichts mit der Arbeit zu tun. Das ist Kunst, hörte ich kürzlich einen bekannten Kameramann sagen. Zu sehen ist das Video unter anderem auf unserer Myspace- und unserer Virb-Seite.


POPCONNECTION: Auf einem Konzert hast du mal gesagt, "A Feeling Justified" sei ein "sehr ehrliches Liebeslied". Was hat dich dazu inspiriert?

Marco: Was inspiriert mich wohl zu einem "sehr ehrlichen Liebeslied", hm???


POPCONNECTION: Eine Sache, die in Bezug auf Cloudberry immer wieder ins Gespräch kommt, ist die Tracklänge. "Given Treatment" und "Hits & Hugs" sind die einzigen Stücke, die länger als drei Minuten sind. Worin liegt für euch der Reiz, die Songs bewusst so kurz zu halten?

Marco: Ich persönlich finde ja da wird viel zu viel Politik drum gemacht. Aber um mal ne andere Antwort als sonst zu geben: Das ist der Rachefeldzug gegen alle Progrocker dieser Welt! Haha!


POPCONNECTION: Was mir beim Hören von "Graceful & Light" immer wieder auffällt, ist das Zusammenspiel aus Melancholie und Euphorie. Die Songs klingen manchmal unglaublich energetisch und catchy, haben aber tot-traurige Texte. Woran liegt das? Passiert das einfach so im Schreibprozess oder sind das Zäsuren, die ihr bewusst setzt?

Marco: Zäsuren? Himmel... ;-) der Bauch entscheidet, that's it! Und dass meine Texte nicht wirklich liebes- und lebensbejahend sind, liegt wohl in meinem Naturell...


POPCONNECTION: Auf "Hits & Hugs" erhaltet ihr stimmliche Unterstützung von Kurt und Carlos Ebelhäuser sowie Mario Matthias (allesamt von Blackmail). Wenn Zeit und Geld keine Rolle spielen würden: Wen hättet ihr gern als Gastmusiker bei der nächsten Platte dabei?

Marco: Peter Hook, J. Mascis.

Thomas: Kurt Ebelhäuser und ein Streicherquartett.


POPCONNECTION: Kurt Ebelhäuser habt ihr nicht nur für die Backings bei "Hits & Hugs" zum Mikro gebeten, sondern ihr habt mit ihm auch das neue Album aufgenommen. Warum habt ihr euch für diese Zusammenarbeit entschieden?

Marco: Auf der Tour mit Scumbucket hab ich Kurt ja schon als Kauz & Künstler kennen gelernt und ich dachte: Der ist genau der Richtige um Farbe ins Spiel zu bringen! Kurt ist ja auch großer Guided By Voices-Fan, und obwohl er auch viel harte Bands produziert (hat), hat er dennoch ein großes Gespür für Melodien & Harmonien! Super Typ!

Thomas: Wer sollte denn im Moment so eine Platte aufnehmen? Mir fallen fünf Namen ein und da ist Kurt der beste von. Musikalität und Kreativität sind bei ihm ganz groß.

Moni: Meiner Meinung nach ist Kurt ein ganz großartiger Produzent. Man muss nur mit seiner Art zurechtkommen und dann ist es unglaublich fruchtbare Arbeit mit ihm!


POPCONNECTION: "Graceful & Light" wird auf dem Label Fastball Music veröffentlicht. Wie seid ihr zu diesem Label gekommen?

Marco: Ich kenne den A&R schon sehr lange. Lustigerweise hatte der mal für die EMI-Single, die nie erschienen ist, eine Rezi für's Orkus geschrieben. Wir hatten die Jahre immer mal wieder Kontakt und irgendwann erzählte er mir, dass er auch für ein Label arbeitet. Und so führte nach einigen Mails, Telefonaten und Treffen eins zum anderen.


POPCONNECTION: Den Vertrieb des Albums übernimmt der Major Neo/SonyBMG. Was erhofft ihr euch davon? Was ändert sich dadurch für Cloudberry?

Marco: Erhoffen, dass sie ihren Job ordentlich machen und dass Cloudberry einen Schritt weiter in die Öffentlichkeit treten! Geändert hat sich bis jetzt noch nicht viel, DIY ist immer noch an der Tagesordnung!


POPCONNECTION: Lieben Dank für das Interview!

Marco: Bitteschön!


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