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"Wir brauchten eine Veränderung"
Datum: 24. April 2010 (Bremen)
Interview: Jenny Schnabel
Foto: Pressefoto

Mit drei großartigen Alben und exzellenten Livequalitäten zählen die Editors zweifelsohne zu den besten aktuellen Bands aus dem UK. Von der britischen Presse wurde das Quartett aus Birmingham sogar zur zweitgrößten britischen Band des Jahrzehnts nach den Arctic Monkeys ernannt. Mit ihrem aktuellen Album "In This Light And On This Evening" haben die Briten einen neuen musikalischen Weg eingeschlagen und ihre Gitarren gegen Synthesizer und Drum-Machines eingetauscht.

Wir haben Schlagzeuger Ed Lay und Gitarrist Chris Urbanowicz vor dem Konzert im Pier 2 in Bremen zum Interview getroffen und mit den beiden über das neue Album gesprochen.



POPCONNECTION: Schön, dass ihr hier seid! Wegen des Vulkanausbruchs in Island sind ja viele Flüge gestrichen worden. Hattet ihr zwischenzeitig Angst, dass ihr aufgrund dessen nicht mit der Tour beginnen könntet?

Ed: Wir sind glücklicherweise schon seit einiger Zeit wieder hier, insofern hat uns das Flugchaos nicht tangiert. Ansonsten wäre es schon brenzlig geworden.


POPCONNECTION: Es ist das zweite Mal, dass ihr mit eurem neuen Album hier in Deutschland unterwegs seid. Wie waren die Reaktionen der Fans in Bezug auf die neuen Songs als ihr sie live gespielt habt?

Chris: Sie waren gut! Und sie werden besser und besser, je öfter die Leute das neue Album hören und je häufiger sie uns live sehen. Sie gewöhnen sich an die neuen Songs. Anfangs waren sie vielleicht etwas überrascht, über das, was wir jetzt machen. Aber die Songs scheinen sich jetzt besser ins Set einzufügen, seit wir sie wieder und wieder spielen. Und mittlerweile sind sie für die Fans völlig normal.


POPCONNECTION: Die Fans stehen aber immer noch hinter euch, seit ihr eure Richtung ein wenig verändert habt?

Chris: Ja, auf jeden Fall. Du wirst es erleben, wenn wir heute Abend “Papillon” spielen. Darauf kommen die stärksten Reaktionen in Bezug auf die neuen Songs.


POPCONNECTION: Euer neues Album "In This Light And On This Evening" geht soundtechnisch in eine völlig andere Richtung. Ihr hättet es euch auch einfach machen können und genau das gleiche wiederholen, was ihr bereits auf den beiden Vorgängern gemacht habt. Stattdessen habt ihr den risikoreicheren Weg gewählt…

Ed: Ich bin mir nicht sicher, was einfacher gewesen wäre. Wir haben versucht, uns noch einmal zu toppen, in dem, was wir machen und festgestellt, dass es langweilig wurde. Wir waren es leid, immer mit denselben Ideen zu arbeiten. Wir brauchten eine Veränderung.


POPCONNECTION: Hattet ihr jemals Angst davor, dass das Ganze nicht funktionieren könnte?

Chris: (überlegt kurz) … nein. (lacht) Wir hätten etwas anderes ausprobiert, wenn es nicht funktioniert hätte. Aber es funktionierte glücklicherweise von der ersten Probe an. Es fühlte sich gut an. Wenn wir weiter nach dem alten Schema vorgegangen wären, hätte es sich nicht richtig angefühlt.


POPCONNECTION: Woher kam die Inspiration für die elektronischen Elemente auf "In This Light And On This Evening"?

Chris: Vielleicht Langeweile? Ich wollte immer schon Keyboard spielen - that’s it. (lacht)

Ed: Wenn man diese fetten, synthetischen Sounds hat, auf denen die Melodien der Songs basieren, dann passt das einfach sehr gut zum Bass unserer Stücke. Ein akustisches Drumkit hätte einfach nicht mehr gepasst. So eröffnete sich für uns die Möglichkeit, zu experimentieren und zu schauen, was dabei herauskommt.


POPCONNECTION: Wenn ich mir "Bricks And Mortar" anhöre, erinnert mich der Anfang immer an die Melodie aus "Terminator"…

Chris: Ja, die ersten drei Akkorde sind genau dieselben.


POPCONNECTION: Woher stammt diese Idee? Seid ihr große Fans des Films?

Chris: Eigentlich war es ein Zufall. Als wir das Album geschrieben haben, habe ich Tom die Passage vorgespielt und er meinte, es erinnere ihn an "Terminator". Da hab ich mir gedacht: "Oh… ok." Es war also anfangs wirklich ein Zufall, aber im Nachhinein haben wir uns gedacht, es ist wirklich ein interessantes Thema, das uns da beeinflusst hat.


POPCONNECTION: Mich erinnert das gesamte Album ein wenig an diese Filme aus den 80er, aus der Zeit des kalten Krieges. Wie eben auch "Terminator". Haben euch denn diese Filme in gewisser Art und Weise inspiriert?

Ed: Ja, das stimmt. Die Stimmung solcher Soundtracks hat uns schon in gewisser Art und Weise inspiriert. Wir hatten eine Menge Bilder im Kopf, als wir im Studio waren. Das machte alles noch viel interessanter: Die neuen Songs einzuspielen und diverse Themen nachzudenken. Wir lassen uns nicht nur durch Musik inspirieren, sondern auch durch eine Menge anderer Dinge.


POPCONNECTION: Ich habe gelesen, dass beispielsweise auch London einen großen Einfluss auf "In This Light And On This Evening" gehabt hat - sowohl textlich, wie auch musikalisch. Inwiefern hat diese Stadt euer Album denn genau beeinflusst?

Ed: Tom hat das gesagt. Seine Texte basieren stark auf seinen Erfahrungen, Dingen, die er in der London erlebt. Und wir haben die Platte dort aufgenommen. Wenn du jeden Tag dort ins Studio gehst, dann wirkt sich das irgendwie auch auf dich aus.


POPCONNECTION: Etwas, das sich wie ein roter Faden durch die Texte des Albums zieht, ist die Frage nach der Existenz oder Nichtexistenz von Gott. Ist das eine Thematik, die euch beschäftigt?

Chris: Puh, das müsstest du Tom fragen, der ist nebenan. (lacht)

Ed: Wir sprechen nicht über die Intentionen seiner Texte. Ich habe ihn nie danach gefragt. Irgendwie hatte ich nie das Gefühl, dass ich sie kennen müsste. Mir gefällt es, dass die Texte sehr vielschichtig sind, so dass sich jeder seine eigenen Gedanken dazu machen kann. So bleibt viel Spielraum für Interpretationen.


POPCONNECTION: Ihr habt das Album mit Flood aufgenommen, der bereits mit Depeche Mode oder den Nine Inch Nails zusammengearbeitet hat. Warum habt ihr euch für ihn als Produzenten entschieden?

Chris: Eben weil er mit Depeche Mode und den Nine Inch Nails zusammengearbeitet hat. (lacht) Er war die perfekte Wahl für die Art von Musik, die wir machen. Wir haben acht Demosongs mit diesem dunklen Elektronik-Sound aufgenommen und es war schnell klar, dass er die Platte produzieren würde.


POPCONNECTION: Wie stark war sein Einfluss auf euren Sound?

Ed: Wir hatten für uns diese neue Richtung entdeckt. Flood hat uns dabei geholfen, den Sound umzusetzen, den wir im Kopf hatten. Er hat uns schon stark beeinflusst. Darüber hinaus ist es wunderbar, mit ihm zusammenzuarbeiten. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Er hat sichergestellt, dass wir jede Idee einfach ausprobieren, ohne zu wissen, wie das Ganze am Ende klingen wird.


POPCONNECTION: Wie wird denn das vierte Album klingen? Werdet ihr die Richtung von "In This Light And On This Evening" beibehalten oder geht ihr wieder zurück zum gitarrenlastigen Sound der ersten beiden Platten? Oder wird es etwas ganz anderes?

Chris: Es wird wieder eine Mischung aus dieser Post-Punk-Energie und den dunklen elektronischen Elementen, denke ich. Aber genau sagen kann ich es natürlich noch nicht.


POPCONNECTION: Na, das klingt doch spannend. Was dürfen wir denn von der heutigen Show erwarten? Das letzte Mal, als ich euch gesehen habe, hattet ihr eine großartige Light-Show dabei…

Ed: Es wird noch großartiger! (lacht) Wir haben einen fantastischen Lichttechniker. Und einige neue Songs haben wir auch mitgebracht. Einer von ihnen wurde kürzlich mit einer Auflage von ungefähr 1000 Vinylpressungen veröffentlicht. Der andere ist ein B-Seite.


POPCONNECTION: Ein Freund hat mir erzählt, dass es eine Special-Edition von "In This Light And On This Evening" gibt, die auch drei oder vier neue Songs beinhaltet…

Ed: Ja, genau. Wir haben damals unser erstes Album veröffentlich und es stieß auf große Zustimmung. Viele Leute mögen die Songs mehr, als die auf dem regulären Album. (lacht) Es sind nicht einmal unbedingt B-Seiten, sondern vielmehr Album-Session-Tracks, die aus diversen Gründen nicht auf die Platte passten. Sie sind interessant und anders. Sie sind etwas verspielter.


POPCONNECTION: Ich danke euch, dass ihr euch die Zeit für das Interview genommen habt!

Chris: Wir danken auch und wünschen dir viel Spaß heute Abend auf dem Konzert!



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