POPCONNECTION
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Interviews - I Heart Sharks: "Zum Glück ist Berlin niemals still"
Home » Interviews » I Heart Sharks: "Zum Glück ist Berlin niemals still"
INTERVIEWS
I Heart Sharks

I HEART SHARKS

"Zum Glück ist Berlin niemals still"
Datum: 04. August 2010 (E-Mail)
Interview: Jenny Schnabel
Foto: Pressefoto

"One englisch boy, one german boy, one lost boy" heißt es auf ihrer Myspace-Seite. Dahinter verbergen sich Pierre, Simon und Georg alias I Heart Sharks. Unter Freunden indietronischer Tanzmusik gelten I Heart Sharks bereits seit einiger Zeit als Geheimtipp. Nach zahlreichen Konzerten haben die drei Wahlberliner nun ihre Debüt-Single "Wolves" veröffentlicht und nicht nur die Fangemeinde des deutsch-britischen Trios, sondern auch die hiesige Musikpresse zeigt sich begeistert. Und das zu recht!

Pierre und Simon waren so freundlich, uns einige Fragen rund um I Heart Sharks per E-Mail zu beantworten…



POPCONNECTION: Erzählt mal, wie und wo ihr euch getroffen habt und wie dann I Heart Sharks entstanden ist.

Pierre: Wir lernten uns in Berlin kennen, wo wir die gleichen Clubs besuchten.

Simon: Unsere sehr unterschiedlichen musikalischen Vergangenheiten mischten wir mit einer gemeinsamen Liebe für tanzbare elektronische Popmusik. Daraus ist der Sound unserer Band entstanden.


POPCONNECTION: Ihr seid alle in Berlin angesiedelt. Welchen Einfluss hat Berlin auf eure Musik?

Pierre: Wir sind wie Geier: Wir nehmen alles, was es hier gibt. Berlin ist für uns eine endlose Quelle an Informationen und Gefühlen.

Simon: Die Stadt zeigt einem so viel. Durch das, was wir hier sehen und erleben wird unser Lebensgefühl bestimmt. Und dieses Lebensgefühl spiegelt sich in unserer Musik wieder. Das sind hunderte von Emotionen auf einmal: Liebe, Wut, Hoffnung, Verzweiflung, Unzufriedenheit, Euphorie, Apathie.


POPCONNECTION: Welche musikalischen Einflüsse haben euren Sound geprägt?

Pierre: Alles, was wir lieben. Ich mag heute Modern English und The Knife - The Knife geht immer. Wir versuchen aber nie wie eine andere Band zu klingen. Wenn's etwas schon gibt und es gut gemacht wurde, warum sollten wir es dann wiederholen? Das wird schnell durchschaut, und dann bist du nichts.

Simon: Zum Glück ist Berlin niemals still. Jeden Tag begegnet einem neue Musik: ob bei Konzerten, in Clubs oder im Radio. Ich höre zu, weil ich Informationen suche, die meine Seele füttern. Ich analysiere ständig alle Klänge, um mich herum und filtere sie nach dem, was unserer Musik gut tun könnte.


POPCONNECTION: Berlin stand besonders in den 90er-Jahren durch die House- und Techno-Szene in erster Linie für elektronischen Sound. Ist das immer noch so oder wie nehmt ihr die Berliner Musik-Szene momentan wahr?

Pierre: Die Berliner Live-Szene - falls es eine gibt - wird nur durch die harte Arbeit von Bloggern, Fans und Bands am Leben gehalten. Die Magazine scheinen lieber auf andere Länder zu schauen, statt auf lokale Talente.

Simon: House- und Technomusik ist hier immer noch unheimlich populär und ich glaube, Berlin hat als Stadt der elektronischen Musik international einen großen Namen. Was mich freut ist, dass der Begriff Techno sich im Moment zur Popmusik hin verbiegt. Geh mal an einem Sonntagnachmittag in die Panoramabar: das ist zwar Techno, aber gleichzeitig reinster Pop.


POPCONNECTION: Ihr habt gerade eure Debüt-Single "Wolves" veröffentlicht, die momentan sehr viel Lob erntet. Wie nehmt ihr die Resonanzen bisher wahr?

Pierre: Ich bin wahnsinnig begeistert. Die Verbreitung unserer Musik haben wir unseren Fans zu verdanken, wir schulden ihnen schon sehr viel.

Simon: Genau. Ich spüre diese Resonanz, wenn Leute mich erkennen und in der U-Bahn kurz mit mir reden oder mir zuwinken. Ich schöpfe meine gesamte Energie aus der Tatsache, dass wir diese Menschen mit unserer Musik erreicht haben. Das ist für mich eine viel wertvollere Realität als Verkaufszahlen oder Radioplay.


POPCONNECTION: Wie setzt ihr eure Musik live um? Wie kann man sich ein Konzert von I Heart Sharks vorstellen?

Pierre: Kein Laptop, kein Apple-Zeichen, das dich durch den Nebel anlächelt. Nur drei Jungs, die alles dafür geben ihre Maschinen und Instrumente zusammenzuhalten und Popmusik daraus zu machen.


POPCONNECTION: Im Moment hat man das Gefühl, dass die Elektro- und Indietronic-Szene ganz gut im Kommen ist. Wie seht ihr das?

Pierre: Ich glaube, die Szene ist schon länger da - sie wird nur jetzt erst gehyped und durch die harte Arbeit der Bands in die Öffentlichkeit getragen, was Vor- und Nachteile hat. Synthesizer und Gitarre sind bisher oft zusammen gespielt worden. Was uns unterscheidet ist, dass wir Synths wie Gitarre spielen, und Gitarre wie Synths.

Simon: Ich glaube auch, dass es die Szene schon länger gibt. Vielleicht ist es so, dass sie jetzt in Deutschland endlich mehr Aufmerksamkeit bekommt. Es gibt mehr und mehr junge Leute, die sich in einer gesunden Popkultur zusammenfinden, anstatt ohne ehrliches Interesse die Musik zu konsumieren, die ihnen im Fernseher vorgedudelt wird.


POPCONNECTION: Ich hab gelesen, dass ihr momentan an neuem Material in einem ehemaligen DDR-Rundfunkgebäude arbeitet. Könnt ihr ein wenig über das Studio erzählen? Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Simon: Das Studio befindet sich in einem riesigen Komplex an der Spree, von wo aus die DDR einmal ihre sämtlichen Radioprogramme gesendet hat. Das Gebäude besteht aus unzähligen leerstehenden Büros und einigen erhaltenen Studios. Wir gehen immer in das "Studio East"...

Pierre: ... und das gehört Ed von Chikinki. Es selbst ist der hübscheste Teil des Studios, der Rest ist Laminat und oranger Stoff – der Sound ist aber genau richtig für uns und wir gehen gerne hin.

Simon: Ansonsten teilen wir uns ein Studio in Neukölln mit dem bekannten Produzenten Gordon Raphael (The Strokes, Regina Spektor). Er hat dort viele Gitarren, Synthesizer, Effektgeräte und Verstärker, die man alle sehr schnell beliebig zu neuen Sounds verbinden und aufnehmen kann. Dort findet sehr viel unserer kreativen Arbeit statt, gerade was Arrangements und Mischen angeht.


POPCONNECTION: Gibt es schon Pläne, wann ein Album kommen wird? Und könnt ihr schon ein bisschen darüber erzählen, was den Hörer erwarten wird?

Simon: Das Album wird gegen Ende des Jahres fertig sein und man darf viel mehr erwarten, als nur eine Aufnahme dessen, was wir live spielen. Denn für unsere Musik gilt: Was auf der Bühne funktioniert, kann in der Aufnahme belanglos werden. Unsere Musik muss den Zuhörer einfangen, auch wenn er gerade nicht vor einer lauten Bühne steht und uns zuschauen kann. Wie wir das genau schaffen erproben wir im Moment im Studio, indem wir mit verschiedenen Produktionsmethoden und Sounds experimentieren.

Pierre: Es wird alles andere als ein Oasis Album werden.


POPCONNECTION: Vielen lieben Dank für das Interview!


Mehr zu I Heart Sharks auf POPCONNECTION
Leider keine weiteren Artikel vorhanden.


SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE INTERVIEWS

we_path

William McCarthy

we_path

Nada Surf

we_path

Waxahatchee

we_path

JAPANDROIDS

we_path

DIAGRAMS

we_path

THEES UHLMANN
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

KAIZERS ORCHESTRA

we_path

KILIANS

we_path

BUFFALO TOM
myspace_de twitter_de facebook
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum last.fm
   © 2017 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition