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POPCONNECTION - Im Interview - Sophia: "Es war eine positive Platte - bis ich anfing, sie aufzunehmen"
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Sophia

SOPHIA

"Es war eine positive Platte - bis ich anfing, sie aufzunehmen"
Datum: 14. Mai 2009 (Münster)
Interview: Katja Embacher
Foto: Pressefoto

Wenn man Sophia hört, dann denkt man zwangsläufig an große Emotionen und düstere Melancholie. Seit dem Ende von The God Machine widmet sich Sophia-Mastermind Robin Proper-Sheppard musikalisch den eher schmerzhaften Seiten des Lebens. Das aktuelle Album "There Are No Goodbyes" schlägt wieder mal mit brachialster Wucht in diese Kerbe: So traurig-schön hat man Sophia lange nicht erlebt. Fast schon befürchte ich, einem von Herzschmerz zermürbtem Mann gegenüberzutreten, der betrübt in sein Rotweinglas schaut, während er über meine Fragen nachsinnt. Um so größer ist dementsprechend die Überraschung und die Erleichterung, als mich ein durch und durch gut gelaunter und äußerst sympathischer Robin Proper-Sheppard am Eingang der Münsteraner Sputnikhalle abholt, um mit mir über unverhohlen über die Liebe, das Leben und die Musik zu plaudern.



POPCONNECTION: Hattest du einen schönen Tag hier in Münster?

Robin: Wir hatten einen tollen Tag! Wir sind so gegen 13 Uhr hier angekommen, haben was gegessen, Soundcheck gemacht, ein paar Songs gespielt. Ich bin schon ein paar Mal hier gewesen und war in ein paar großartigen Bars. Wenn man mit einem Nightliner unterwegs ist, ist es nur immer so das Problem, dass man wenig schläft. Trotzdem war es ein schöner Tag. Und das Wetter ist toll - fast zu gut für ein Konzert würde ich sagen. (lacht)


POPCONNECTION: Dein aktuelles Album "There Are No Goodbyes" ist im April veröffentlicht worden und ich muss gestehen, es ist für mich eines der schönsten, wenn auch zugleich traurigsten Alben von Sophia...

Robin: Oh, Dankeschön! Für mich war es unmöglich, das Album zu hören, als es fertig war. Ich konnte es mir einfach nicht anhören, ich habe es gehasst. Es ist seltsam: Ich habe es nicht gehasst, weil ich die Musik nicht mochte, ich habe es gehasst, wegen der Person, die ich in der Musik gesehen habe. Es war nicht so, dass ich mich selbst gehasst hätte, es hat mich nur so traurig gemacht, mir dieses Album anzuhören und
das, was ich gedacht habe, als ich es mir angehört habe.


POPCONNECTION: Das klingt so, als hättest du mit diesem Album einiges aufgearbeitet...

Robin: So war es auch. Bei dieser Platte passierte so viel zu ein und demselben Zeitpunkt. Es gibt eine Passage in "Heartache": "I guess that I should know by now that nothing ever lasts"... genau so habe ich mich gefühlt und über mein Leben gedacht, als ich diesen Song geschrieben habe. Es war nicht so, dass ich über etwas geschrieben hätte, das bereits ein oder zwei Jahre zurück liegt, sondern über etwas, das genau zu diesem Zeitpunkt passierte. Um ehrlich zu sein, habe ich diesen Song an dem Tag beendet, an dem ich die Platte meinem Label gegeben habe und ungefähr zwei Wochen später war ich mit den Akustik-Shows unterwegs und hab diesen Song gesungen. Das war so, als würde man sich mit einem Freund darüber unterhalten, wie mein Leben gerade so läuft und das war verdammt hart. Aber mittlerweile liebe ich dieses Album! Ich liebe die Atmosphäre und die Emotionen, die darin liegen und ich höre es mir häufiger an. Aber vor drei Monaten war es ein schwarzes Loch für mich. Ich weiß, das klingt schrecklich dämlich, aber es war einfach so schwer... (seufzt)


POPCONNECTION: Wie waren die Resonanzen in der Presse bisher?

Robin: Sie scheinen sehr gut zu sein. Bisher ist das Album nur in Deutschland veröffentlicht worden, der Release im UK steht nächsten Monat an. Ich weiß, dass die meisten Künstler von sich behaupten, dass es ihnen egal sei, was die Leute über ein Album sagen, aber man fragt sich eigentlich immer, wie es bei den Medien ankommt. Bei "There Are No Goodbyes" war es so, dass ich mich zum ersten Mal entscheiden musste, ob ich es für Menschen schreibe, von denen ich hoffe, dass sie die Emotionen darin verstehen oder ob ich es für die Kritiker schreibe. Ich war mir nicht sicher, ob Kritiker es mögen würden.


POPCONNECTION: Glaubst du, dass Kritiker das Album anders wahrnehmen, als Fans?

Robin: Ich weiß nicht. Sehr viele Journalisten hören sich Musik an, weil es ihr Job ist und sie dafür bezahlt werden, darüber zu schreiben. Wenn eine Band gehyped wird, dann sollen sie 500 Wörter über diese Band abfassen und wenn eine Band nicht gehyped wird, dann dürfen es nur 200 Wörter sein. Es geht nicht zwangsläufig darum, was der Kritiker wirklich über das Album denkt. Ich hab mich also gefragt, soll ich mir Gedanken um die Kritiker machen oder lieber um einen 20, 30, 40 oder 50jährigen Typen, dessen Herz gebrochen wurde und dem es wirklich schlecht geht. Mir ist es wichtiger, dass dieser Typ dieses Album versteht. Das ist die Entscheidung, die ich getroffen habe. Komischerweise gefällt es auch vielen Frauen. Ich dachte eigentlich "Hey, das ist eine Männer-Platte über einen Kerl, dem das Herz gebrochen wurde", aber eine Menge Frauen identifizieren sich genauso damit. Das überrascht mich.


POPCONNECTION: Ich finde es auch sehr berührend. Wenn du dieses Album in drei Wörtern beschreiben solltest, welche Wörter wären das?

Robin: Ich kann es in einem Wort beschreiben... obwohl es nicht mal ein Wort ist... haaaaach (seufzt).


POPCONNECTION: Oh...

Robin: Doch, ganz ehrlich, es ist einfach nur ein Seufzer. Ein Teil meines Lebens ist immer noch so verworren... die Frau, über die ich diese Platte geschrieben habe, hat mich letzte Nacht kontaktiert und ich liebe diese Person immer noch. Es ist einfach herzzerreißend und schmerzhaft und das alles. Sie nimmt immer Kontakt zu mir auf, wenn irgendetwas wichtiges passiert; sie hat sich an dem Tag bei mir gemeldet, an dem ich anfing, das Album zu schreiben. Das ist einer der Gründe, warum die Platte so verdammt düster geworden ist. Wir hatten uns ein Jahr zuvor getrennt und ich hab mir gedacht, "Ok, ich bin verletzt, ich bin traurig, aber love is in the air" und solche dummen Sachen und ich hätte mich fast getraut, ein fröhliches Album zu schreiben und dann hat sie sich wieder gemeldet und es war einfach nur "wusch" (macht eine Handbewegung nach unten und lacht). Als ich mich dann wieder aufgerappelt hatte, hat sie sich wieder gemeldet und "wusch" (grinst). An dem Tag, an dem ich meinen ersten Promo-Termin habe, meldet sie sich wieder und ich sitze da und denke mir "Oh, es gibt immer noch Hoffnung". Ich meine, es ist zwei Jahre her und natürlich gibt es keine Hoffnung mehr. Ich klinge wie ein Teenager, dem das Herz gebrochen wurde, aber vielleicht ist das etwas, was ich gelernt habe: Ein gebrochenes Herz bleibt ein gebrochenes Herz.


POPCONNECTION: Glaubst du denn, dass dich all diese Erfahrungen an einem gewissen Punkt festhalten oder siehst du es mehr als Chance, etwas daraus zu machen, etwas neues zu kreieren? Nutzt du diese Erfahrungen als Motor oder Impuls?

Robin: Um ehrlich zu sein, ich bin nicht die Art von Künstler in dem Sinne, der Traurigkeit in seinem Leben braucht, um zu schreiben. Ich glaube, das meine Musik ein Resultat dessen ist, was in meinem Leben passiert. Es ist schon so, dass ich nichts kreieren würde, wenn das alles nicht passieren würde. Ich sehe mich aber nicht als Künstler, der zwangsläufig ein gebrochenes Herz braucht, um kreativ zu sein. Das wäre meiner Meinung nach zu prätentiös.


POPCONNECTION: Das wäre meine nächste Frage gewesen: Ob du diese Melancholie als Inspiration benötigst.

Robin: Die Antwort ist Ja. Es ist richtig, dass ich die Melancholie benutze, um daraus etwas zu kreieren, aber es ist nichts, das ich unbedingt in meinem Leben haben will. Es ist nichts, was ich genieße.


POPCONNECTION: Der Titel deines neuen Albums "There Are No Goodbyes" erinnert mich an ein Zitat aus dem Film "Das letzte Einhorn": "Es gibt nie ein glückliches Ende, denn es endet nichts". Bist du der Meinung, dass es Dinge gibt, die man nie wirklich loslässt?

Robin: Das ist genau der Punkt! Das ist so ähnlich wie mit Astrid Williamson, mit der ich das Duett (Anm. d. Red.: "Something") aufgenommen habe. Sie war eine der großen Lieben meines Lebens. Wir sind immer noch befreundet. Sie ist so ein großer Teil meines Lebens, sie ist mir so wichtig, dass ich in dieser Sache denke, "there are no goodbyes", weil sie wird immer ein Teil meines Lebens sein . Ironischerweise hatte ich, als ich anfing, das Album zu schreiben, den Titel "There Are No Goodbyes" im Kopf. Die Idee dahinter war, dass obwohl die Person, um die es in dem Album geht, nicht mehr Teil meines Lebens war, die Liebe immer noch Teil meines Lebens gewesen ist und deshalb würde auch die Person immer ein Teil von mir sein. Am ersten Tag, als ich anfing, das Album aufzunehmen, meldete sie sich wieder bei mir und am Ende war es so, dass es einen Abschied geben musste, weil ich ansonsten am Herzschmerz gestorben wäre. Deswegen liegt für mich in diesem Titel ein Hauch Ironie. Es war eine positive Platte - bis ich anfing, sie aufzunehmen.


POPCONNECTION: Das Duett, was du mit Astrid Williamson aufgenommen hast, ist "Something". Ist es nicht schwer, ein Duett mit jemandem zu singen, mit dem man mal zusammen gewesen ist?

Robin: Nein. Ich glaube, das war die einzige Möglichkeit, diesen Song überhaupt zu machen. Als ich den Song geschrieben habe, habe ich meinem Schlagzeuger Jeff davon erzählt und er meinte, dass man daraus ein tolles Duett machen könnte. Ich dachte, das würde nicht funktionieren, weil die Lyrics viel zu persönlich sind, als das man sie mit irgendeiner x-beliebigen Person singen könnte. Ich brauchte jemanden, der mich kennt, der diese Dinge über mich weiß und dem ich wichtig bin. Um ehrlich zu sein, wenn Astrid nicht dabei gewesen wäre, dann hätte ich diesen Song alleine gesungen, dann wäre daraus kein Duett geworden.


POPCONNECTION: Glaubst du denn, dass Menschen generell befreundet bleiben können, wenn sie mal in einer Beziehung gewesen sind?

Robin: Ich weiß es nicht. Astrid und ich sind befreundet geblieben - und das seit fünf Jahren. Die Beziehungen, die ich habe, sind immer sehr leidenschaftlich und kompliziert. Ziemlich komplex. Bei all diesen Emotionen bin ich mir nicht sicher, ob es einfach ist, befreundet zu bleiben. Vielleicht funktioniert es, wenn aus einer Freundschaft eine Beziehung entsteht, an deren Ende man feststellt, dass man als Freunde besser miteinander klar gekommen ist. Dann ist das Ganze vielleicht einfacher. Aber die meisten Beziehungen entwickeln sich so, dass man als Paar startet und sich dann fragt, warum man nicht befreundet bleiben kann. Ich meine, wenn man all diese Leidenschaft und das Feuer erlebt hat, die Emotionen, den Sex, den Intellekt, wie kann man dann befreundet bleiben?! Ich weiß es nicht, es ist etwas, das ich immer noch versuche, herauszufinden.


POPCONNECTION: In Songs wie "There Are No Goodbyes" oder "Leaving" scheinst du dir die Schuld für die Dinge zu geben, die schief gelaufen sind. Würdest du dich als eine reflektierte Person bezeichnen?

Robin: Ich bin eine reflektiert Person, aber ich bin auch ziemlich gemein. (lacht) Nicht gemein in dem Sinne, dass ich andere terrorisieren würde, aber ich bin kompliziert. Das kann ziemlich schwierig werden. Und das Problem ist, dass ich weiß, dass ich kompliziert bin. Wenn du weißt, dass du kompliziert bist und nicht alles tust, um die Menschen um dich herum zu schützen, kann das manchmal ziemlich verletzend und gemein sein. Ich akzeptiere eine Menge Beschuldigungen, ich muss es. Ich bin kein Engel, soviel ist sicher. (lacht)


POPCONNECTION: Wenn man die Texte so hört, dann stellt man sich schnell einen Robin vor, der alleine im Raum sitzt und sich fragt, "Oh mann, was hab ich da nur gemacht?"

Robin: So ähnlich ist es auch! Ich verbringe eine Menge meiner Zeit damit, so zu denken. Ich bin sehr reflektiert, ich denke sehr viel nach und vielleicht denke ich manchmal nicht gut genug über mich selber nach. Ich habe nicht gerade das positivste Selbstverständnis und das führt zu einer Menge Problemen. Ich glaube, die Mischung aus einem nicht sonderlich positiven Selbstverständnis und Reflexion ist eine ziemlich schwierige Kombination. Es ist manchmal wie eine Spirale. Daraus resultieren dann Songs wie "Leaving" oder "I Left You".


POPCONNECTION: Siehst du einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Songs?

Robin: Ja, "Leaving" und "I Left You" stehen in einer engen Beziehung zu einander. Alleine aus dem Grund heraus, dass bei "Leaving" ich derjenige bin, der verlassen wurde, während ich bei "I Left You" versuche, die Tatsache, dass ich jemanden verlassen habe, zu rechtfertigen. Aber in beiden Fällen bin ich kein guter Mensch. (grinst)


POPCONNECTION: Bei "Portugal", einem der etwas hoffnungsvolleren Songs auf "There Are No Goodbyes" singst du "It's never to late to change". Denkst du, dass jeder sich ändern kann?

Robin: Puh... Ich glaube, dass es bei jedem oberflächliche Punkte gibt, die man verändern kann. Solche Dinge, wie seine Wohnung zu putzen oder den Deckel der Zahnpastatube zuzuschrauben. Solche Dinge kann man ändern. Aber ich denke, es gibt bestimmte Sachen, die einer fundamentalen Veränderung benötigen: Die Art und Weise, wie man die Dinge im Leben sieht, Beziehungen oder Erfahrungen. Wenn jemand zum Beispiel durch und durch unsicher ist, dann muss man sich fragen, wo die Ursachen dafür liegen. Man kann die Schuld nicht bei den anderen suchen. Vielleicht braucht diese Person nur eine Situation, in der sie sich sicher fühlt. Ist es unsere Aufgabe, jemand anderen zu ändern? Ist es die Aufgabe meiner Freundin, mich zu ändern? Ist es meine Aufgabe, sie zu ändern? Das sind die komplizierten Aspekte in Beziehungen. Das ist es, was die Liebe schaffen muss. In diesen Dingen habe ich mich innerhalb der letzten fünf Jahre wirklich verändert: In meiner Vorstellung von Liebe und wie wichtig sie für mich ist. Ich glaube, dass man eine Menge erreichen kann, wenn man jemanden wirklich liebt. Wenn es keine wahre Liebe ist, dann kannst du es versuchen und versuchen und versuchen - und trotzdem wird sich nichts ändern.


POPCONNECTION: Was ist dein Lieblingslied auf der aktuellen Platte und warum?

Robin: Ich glaube, "Something". Was ich in diesem Song über mich und die Person, die dort widergespiegelt wird sage, ist wahr. Es ist ein Teil meines Lebens. Auch diese Art von Liebe, die dieser Song reflektiert, diese Art und Weise, wie man zueinander steht. Ich höre mir diesen Track an und denke "Ich bin eigentlich gar keine schlechte Person". Das ist eine tolle Sache. Wenn du dich auf etwas in deinem Leben beziehen kannst und es etwas Positives reflektiert. Das ist vielleicht der Grund dafür, warum "Something" mein Lieblingslied ist.


POPCONNECTION: Ich mag "Signs" unglaublich gern...

Robin: Oh ja! Ich liebe "Signs" auch, aber dieser Song bricht mir jedes Mal das Herz, wenn ich ihn singe. Alleine die Stelle "We never made it to St. Petersburg". Um ehrlich zu sein, all diese Songs sind immer noch so präsent. Die Zeilen sind so einfach, aber so wahr. Ich erinnere mich noch immer an das erste Mal, als wir zusammen gelacht haben, ich erinnere mich an das alte Paar und all diese Geschichten. Es ist nach wie vor schwer für mich, diesen Song zu singen, ich denke immer noch darüber nach.


POPCONNECTION: Du schreibst nicht nur selber, du arbeitest auch als Produzent. Unter anderem hast du auch das neue Album von Black Rust produziert, die heute für euch die Show eröffnen werden. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Robin: Sie haben mir vor einiger Zeit über meine Website und Myspace kontaktiert. Ich erinnere mich daran, dass ich mit Julian (Anm. d. Red: Julian Jacobi, Kontrabass bei Black Rust) telefoniert habe und er hat mir erzählt, dass die Jungs alle zusammen in einem Haus wohnen, dass die Musik alles ist, was sie machen wollen und dass sie die Platte aus eigener Tasche bezahlen wollen. Das alles hat mich an meine erste Band The God Machine erinnert, wie wir alle zusammen in einem Raum gewohnt haben. Ich hab mir gedacht, diese Jungs haben ein wenig Unterstützung verdient, weil ich weiß, wie schwer es ist. The God Machine ist nie als eine coole Hit-Band wahrgenommen worden. Die Leute wären nicht von selber auf die Idee gekommen, über uns zu schreiben. Ich glaube, bei Black Rust ist es ähnlich. Die Jungs haben so viel Herz, sie glauben an sich und sie sind so gute Freunde. Sie haben mir eine Geschichte erzählt, dass ein Club sie nicht spielen lassen wollte, weil den Leuten dort ihre Beschreibung nicht passte und ich hab ihnen gesagt "Scheißt auf diesen Club! Ihr seid eine großartige Live-Band!". Darum ging es eigentlich - dass ich die Jungs als Menschen wirklich mag. Das ist der ausschlaggebende Grund, warum ich mit Bands zusammenarbeite. Ich arbeite nie mit Leuten zusammen, die ich überhaupt nicht einschätzen kann. Ich kannte Black Rust auch nicht als Personen, aber aus den Konversationen heraus konnte ich sagen, dass sie gute Jungs sind. Und ich weiß, dass sie sich gegenseitig als Freunde sehr gern haben. Und das ist das wichtigste.


POPCONNECTION: "Medicine & Metaphors", das Album von Black Rust, erinnert mich ein wenig an Sophia. Wie groß ist denn dein Einfluss als Produzent, wenn du mit einer Band zusammenarbeitest?

Robin: Hmmm... wie groß ist mein Einfluß? (überlegt) Ich glaube, auf der Platte von Black Rust ist er nicht besonders groß. Für mich ging es mehr darum, den Sound dahin zu bewegen, wie Black Rust live klingen, aber die Jungs sollten sich dabei wohl fühlen. Wenn ich mit Jonas (Anm. d. Red.: Jonas Künne, Gesang, Gitarre bei Black Rust) zusammengearbeitet habe, ging es darum, dass er sich darauf konzentrieren sollte, was die Lyrics für ihn bedeuten, wenn er singt. Solche Sachen eben. Nicht Dinge wie "Oh, lass uns das so und so machen. Lass uns daraus einen Rock-Song machen". Die Jungs sind vorher noch nie in einem großen Studio gewesen und sie sollten sich halt einfach wohl fühlen, sich entspannen und sehen, dass jeder mal in dieser Position ist. Das ist die Art Produzent, die ich bin - nicht Mr. Big Producer so nach dem Motto "Das ist ein trauriger Song und ich packe ein wenig mehr Farbe hinein." Das ist nicht mein Ding. (lacht)


POPCONNECTION: Heute Abend ist die Eröffnungsshow deiner Deutschland-Tour. Freust du dich darauf?

Robin: Absolut! Es ist ein wenig seltsam, dass wir auf dieser Tour nicht nur in den ganz großen Städten spielen. Da sind viele kleine Städte dabei. Ich weiß nicht, ob ich es mir zugetraut hätte, wieder nur in den Metropolen zu spielen. Vielleicht liegt es daran, dass ich eine zwei, drei Monate dauernde Tour gebucht habe mit einem Album, von dem ich zu dem Zeitpunkt nicht mal wusste, ob ich es überhaupt live spielen kann. Ich habe erst vor einem Monat angefangen, dieses Album zu schätzen, indem ich es gehört habe. Von daher bin ich jetzt sehr glücklich. Wir werden auch noch in Amsterdam, Paris und Brüssel unterwegs sein, gestern haben wir in London gespielt und das hier ist ein großartiger Weg, in diese ganze Tour rein zu kommen.


POPCONNECTION: Und wir freuen uns auch schon sehr auf den Gig! Dankeschön für dieses tolle Interview!

Robin: War's das schon? Ich hoffe, es hat euch gefallen. Und übrigens stehen Black Rust gerade auf der Bühne - die solltet ihr auf keinen Fall verpassen! (lacht)


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