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POPCONNECTION - Im Interview - Young Rebel Set: "Mit Klassendenken haben wir nichts am Hut"
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Young Rebel Set

YOUNG REBEL SET

"Mit Klassendenken haben wir nichts am Hut"
Datum: 12. Dezember 2010 (Bielefeld)
Interview: Jenny Schnabel
Foto: Leif Norman

Young Rebel Set sind sieben junge Herren aus Stockton-on-Tees im Nordosten Englands. Kennen gelernt haben sie sich in einem Pub, wo sie ihre gemeinsame Liebe zu amerikanischen Songwritern wie Bruce Springsteen und Bob Dylan entdeckten. Mit ihrem charmanten nordenglischen Akzent und ihren Storyteller-Lyrics über kaputte Herzen, kaputte Jobs und hoffnungsloser Romantik kommt die Band dennoch unverwechselbar britisch daher.

Bereits im August 2009 veröffentlichten Young Rebel Set auf dem bandeigenen Label "Our Broadcast" ihre erste Single "If I Was", die bei der britischen Musikpresse für Begeisterung sorgte und vom NME als "lebensbejahender Hemdsärmelrock" bezeichnet wurde.

Nun wollen Young Rebel Set auch die Musikherzen des europäischen Festlands erobern. Wir haben die Jungs vor ihrem Auftritt beim Fest van Cleef backstage zu einer kleinen Plauderstunde getroffen.



POPCONNECTION: Dies ist der vierte Tag des Fest van Cleefs. Wie hat es euch bisher gefallen?

Andy: Wir haben sehr viel Spaß. Es ist wirklich fantastisch!


POPCONNECTION: Seid ihr gern auf Tour?

Andy: Auf jeden Fall! Auf Tour zu sein macht einen großen Teil unseres Lebens aus. Wir sind immer unterwegs - und das ist gut.


POPCONNECTION: Euer Sound bewegt sich irgendwo zwischen melancholischem Folk und Punk. Wie habt ihr diesen Sound für euch entdeckt?

Andy: Ich glaube, unser Sound setzt sich aus dem zusammen, was wir an verschiedenen Künstlern mögen und mitgenommen haben. Wir haben alle in unterschiedlichen Bands gespielt, bis wir aufeinandertrafen. Unser Sound wurde von den Songs und den Instrumenten beeinflusst, die wir dort spielten. Die Mischung, die dabei herauskam, war eher zufällig. Aber es ist etwas, womit wir uns alle wohl fühlen.


POPCONNECTION: Euer Song "Fall Hard" erinnert mich zum Beispiel ein wenig an Bob Dylan. Ist Dylan ein Künstler, der euch beeinflusst hat?

Andy: Ja. (nickt)


POPCONNECTION: Welche Künstler haben euch noch beeinflusst?

Andy: Wir haben alle unterschiedliche musikalische Einflüsse. Bei sieben Leuten in einer Band ist es schwierig, immer auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, was die persönlichen Präferenzen betrifft. Aber es gibt einige Künstler, die wir alle sehr mögen. Uns allen gefällt Bruce Springsteen, Bob Dylan, Johnny Cash. Diese Musiker schätzen wir alle sehr. Das spiegelt sich auch in unseren Songs wieder.


POPCONNECTION: Die Presse vergleicht euch wiederum häufig mit Oasis. Geht ihr damit konform?

Andy: Wir mögen wie alles mögliche klingen - nur nicht wie Oasis. (grinst) Unser Sound hat mit den Jungs nichts gemein. Das einzige, was uns mit Oasis verbindet ist, dass wir gern einen trinken und feiern. Wir sind auch ein wenig laut und aggressiv wie sie. Wir kommen halt aus Nordengland. Alle Lads sind dort so. (lacht) Das ist aber auch der einzige Vergleich, den man zwischen uns und Oasis ziehen kann.


POPCONNECTION: Was haltet ihr denn von Liam's neuer Band Beady Eye?

Andy: Das ist guter Rock'n'Roll! Zumindest das, was ich bis jetzt davon gehört habe. Ich kenne bisher leider nur einen Song, aber der ist toll!

Matt: Anfangs mochte ich den Song. Nachdem ich ihn dann allerdings drei oder vier Mal gehört hatte, dachte ich mir, "Naja, das kommt mir ziemlich bekannt vor…".


POPCONNECTION: Was ich bisher von Beady Eye gehört habe, klingt ziemlich beatle-esk, finde ich...

Matt: Ja, genau! Und nach diesem Rock'n'Roll der Stones, typischer zwölfsaitiger Blues… (lacht)


POPCONNECTION: In der Presse wird im Zusammenhang mit euch auch häufig der Begriff "working class" gebraucht. Seht ihr euch selbst als eine "Working-Class-Band"?

Andy: Nein, mit Klassendenken haben wir nichts am Hut. Wir sind zwar eine hart arbeitende Band, aber keine Band der Arbeiterklasse. Der Begriff "working class" wird wahrscheinlich aufgrund der Art und Weise, wie wir sind und wie wir sprechen mit uns in Zusammenhang gebracht. Wenn man davon ausgeht, würden wohl alle Leute aus Nordengland diesen Stempel bekommen. Wir machen uns in diesem Punkt keine Gedanken über unser Image. Wir möchten einfach nur mit dem weitermachen, was wir tun. Uns geht es darum, Musik zu machen und Konzerte zu spielen. Von daher interessiert es uns nicht, was andere von uns denken oder als was sie uns bezeichnen. … naja, ein wenig vielleicht doch… (lacht)


POPCONNECTION: Ihr kommt alle aus dem Örtchen Stockton-on-Tees. Wenn man in einer kleinen Stadt aufwächst, ist das Gründen einer Band dann in gewisser Weise eine Rebellion gegen dieses Provinzleben?

Andy: Nein, eine Rebellion war es bei uns nicht. Wir haben bereits vorher in diversen Bands gespielt und waren dementsprechend in das Musikmachen involviert. Allerdings hat das nicht so gut funktioniert. Also haben wir uns dann irgendwann zusammengetan, um einfach etwas neues auszuprobieren - auch, wenn wir zu dem Zeitpunkt nicht wirklich wussten, wo uns das hinführen sollte. (lacht) Aber mit Auflehnung hatte die Gründung von Young Rebel Set nichts zu tun. Wir hatten und haben einfach Spaß daran, gemeinsam Musik zu machen.


POPCONNECTION: Euer Konzert in Berlin war ausverkauft. In Hamburg kamen ungefähr 250 Leute, um euch live zu erleben, obwohl ihr noch nicht mal ein Album veröffentlicht habt. Das ist natürlich großartig! Habt ihr jemals damit gerechnet, dass so viele Menschen auf eure Gigs kommen würden?

Andy: Absolut nicht! Die Konzerte fanden Anfang des Jahres statt, im Januar und Februar. Damals waren wir glücklich, dass wir außerhalb Englands spielen durften. Das hatte ein wenig was von einem Urlaub. Als wir dann hier ankamen und feststellten, dass 200 bis 300 Leute zu jedem Konzert kamen, entwickelten wir schon einen ziemlichen Respekt vor der Sache. Wir haben immer noch großen Spaß daran, aber es ist eben auch ein Job, den wir machen und den wir ernst nehmen.


POPCONNECTION: Ihr habt vor kurzem die Arbeiten zu eurem Debütalbum beendet. Könnt ihr uns ein wenig darüber erzählen?

Matt: Es handelt sich dabei um eine Sammlung von Songs, an denen wir in den letzten zwei oder drei Jahren gearbeitet haben und die wir toll finden. Das Album ist zu 90 Prozent fertig, es gibt noch ein paar Kleinigkeiten, die gemacht werden müssen und dann kann es veröffentlicht werden.


POPCONNECTION: Wisst ihr schon, wann das Album hier in Deutschland veröffentlicht werden wird?

Matt: Ich denke, im März oder April 2011. Wir sind noch nicht ganz sicher, weil wir mit einigen Leuten noch in Verhandlungen stehen diesbezüglich. Aber wir hoffen, das sich der Release in diesem Zeitrahmen bewegen wird.


POPCONNECTION: Vielen Dank und viel Spaß bei eurem Gig heute Abend.

Andy: Wir danken auch! Und schauen uns jetzt noch schnell den Rest von Beat! Beat! Beat! an. (grinst)



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