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POPCONNECTION - Konzerte - Arctic Monkeys - 08. Februar 2010, Zenith, München
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Arctic Monkeys - 08.02.2010, Zenith, München

ARCTIC MONKEYS

08. Februar 2010, Zenith, München
Autor: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Internet-Hype, sensationelles Debüt-Album, Band der Stunde, ausverkaufte Stadien, solides zweites Album, umstrittenes drittes Album. Die Geschichte der Arctic Monkeys wurde schon oft erzählt. Also zum Thema. Die Arctic Monkeys, live im Münchner Zenith. Der rote Vorhang hebt sich, die Show kann beginnen.

Die opulente Bühneninstallation, die neben einer sehenswerten Lightshow auch mehrere, seitlich am Bühnenrand angebrachte Leinwände zu bieten hat, steht im krassen Kontrast zu den intimen Clubshows, die noch wenige Jahre zuvor die Heimat der Arctic Monkeys waren. Ging das wirklich so schnell? Tatsächlich, fünf Jahre und drei Alben später stehen Alex Turner und Co. also im Zenith auf der Bühne und werden frenetisch vom sehr jungen Publikum begrüßt. Die Halle ist voll, beinahe ausverkauft, und die Stimmung kocht über, bevor ein einziger Ton aus den Boxen gekommen ist.

Das Volk hätte sich aber wohl einen anderen ersten Songs gewünscht als das nun angestimmte "Dance Little Liar". Und so offenbart sich gleich zu Beginn das grundsätzliche Problem, mit dem weniger die Arctic Monkeys, aber doch ein großer Teil des Publikums zu kämpfen hat. "Dance Little Liar" ist ein guter Song, ein hervorragendes, atmosphärisch dichtes Lied. Aber es ist eben vom neuen Album "Humbug", das von den eingefleischten Fans zwar mit respektvollem Wohlwollen, aber keineswegs mit Begeisterung aufgenommen wurde. Doch mit dem folgenden "Brianstorm" blasen Alex Turner und Co. die Zweifel einfach weg und legen zur Sicherheit gleich nach. Mit "This House Is A Circus", wie "Brianstorm" vom zweiten Album, und dem folgenden Still "Take You Home" vom Erfolgs-Debütalbum bekommen die Indie-Kids das, was sie hören wollen. Tempogeladenen, euphorischen Indie-Rock eben.

Die Band macht einen aufgeräumten, professionellen Eindruck. Die Bühnenshow überlassen sie weitgehend der Licht-Installation, selbst neigen sie eher nicht zu größeren Gefühlsausbrüchen. Besonders Alex Turner steht angewurzelt an seinem Mikrofon und hebt den Kopf nur dann kurz, wenn ihm das lang gewordene Haupthaar ins Gesicht fällt. Aber zwei, drei Worte auf Deutsch reichen natürlich, um die Nähe zum Publikum herzustellen. Das knappe "Servus München" wird in der Halle gefeiert wie ein Endspiel-Tor.

Das folgende Set ist dann ein ausgeklügelter Mix aus alten und neuen Songs. "My Propeller" und "Crying Lightning" vom "Humbug"-Album, ja sogar ein Nick Cave-Cover steht auf der Setlist. Und genau dann, wenn in den ersten Reihen die Gesichter länger werden, folgt ein Block mit "The View Form The Afternoon" und "I Bet That You Look Good On The Dancefloor". Band und Publikum haben sich wieder lieb. Kurz vor dem Ende des regulären Sets erreicht die Stimmung dann bei "When The Sun Goes Down" ihren Höhepunkt. Pogo in den ersten Reihen.

Musikalisch überzeugt die Band auf der ganzen Linie. Die "Humbug"-Songs sind live sogar noch atmosphärischer als auf Platte und werden dann eben vom hinteren Drittel der Halle bestaunt, während die vorderen Reihen durchschnaufen. Und gerade die Songs des Debüt-Albums werden live mit so viel Energie zerstört, dass es eine Freude ist, zuhören und zusehen zu dürfen. Besonders erfreulich ist zudem, dass auch der Sound im Zenith stimmt. Laut wie immer, aber dieses Mal eben laut und klar.

Die kurze Zugabe bietet noch das tolle "Fluorescent Adolescent" in einer sehr schönen, experimentellen Version. Dann, nach gut neunzig Minuten, verabschieden sich die Arctic Monkeys mit "505" und einem Schuss aus der Konfettikanone. Schön Kitschig.

Wer kann es einer Band denn verübeln, sich weiter zu entwickeln? Was die Arctic Monkeys im Zenith abgeliefert haben, war großes Kino, nicht nur wegen der beeindruckenden Lightshow. Ja, ja, "Mardy Bum" hätten sie schon noch spielen können, hört man auf dem Weg zu U-Bahn recht oft. Aber die Arctic Monkeys werden ihren Weg gehen, auch wenn dabei live der ein- oder andere Song auf der Strecke bleibt.


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