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POPCONNECTION - Konzerte - Eels - 08. April 2013, Tempodrom, Berlin
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Eels

EELS

08. April 2013, Tempodrom, Berlin
Autor: Sascha Brozewski
Foto: Pressefoto

Nachdem Eels mich vor zwei Jahren beim Hurricane mit ihrem Festivalauftritt vollkommen verzückt haben, wollte ich mir diesmal nicht die Gelegenheit entgehen lassen, einem Clubkonzert beizuwohnen. Mark Oliver Everett begleitet mich mit seinen Eels viele Jahre und nie zuvor kam ich in den Genuss. Nachdem ich Everetts Biografie "Things The Grandchildren Should Know" verschlungen und seine Diskographie vervollständigt habe, nun also in Berlin endlich eine Show des Musikers, den ich seit Jahren für seine Kunst bewundere. Wer das Tempodrom nicht kennt, dem sei gesagt, dass man sich die Lokalität wie eine Art Zirkuszelt vorstellen muss. Es hat ein großes Fassungsvermögen und bietet 4000 Konzertbesuchern Platz. Darunter viele Stehplätze aber auch ein Oberrang mit Sitzplätzen, der beste Sicht garantiert. Das Tempodrom ist mit schätzungsweise 3500 Musikbegeisterten sehr gut gefüllt.

Ich werfe mich ins Getümmel und lausche gebannt den ersten Akkorden. Eels beginnen das Konzert wie ihr neues Album "Wonderful, Glorious". "Bombs Away" und "Kinda Fuzzy" sind die ersten beiden Songs und insgesamt lässt die Band an diesem Abend viele Lieder vom neuen Album folgen. Darunter selbstverständlich auch die beiden Singles "Peach Blossom" (zählt zu meinen Höhepunkten) und "New Alphabet". Lieder aus den frühen Eels-Jahren gibt es weniger, insgesamt ist es aber ein buntes Potpourri aller zehn (!) Studioalben. Besonders bei "The Sound Of Fear" (ein weiteres Highlight) kocht der Saal. Einige Besucher sind vom schlechten Sound zu Beginn etwas verstört, was vielleicht an den extrem verzerrten Gitarren liegt. Es soll sich im Laufe des Abends bessern.

Mark Oliver Everett präsentiert sich bestens aufgelegt. Er und seine Band haben großen Spaß. Immer wieder herzt und umarmt er seine Bandkollegen. Außerdem gibt es eine exklusive Hochzeitszeremonie. "E" zelebriert mit seinem Gitarristen deren gemeinsames zehnjähriges Bühnenjubiläum. Eels spielen ein tolles Konzert, der Veranstaltungsort ist jedoch nicht der beste. Zwar hat das "Zelt" seinen eigenen Charme, doch verfliegt auf Grund der Größe der Applaus leider sehr. Es erinnert mich eher an Konzertmitschnitte, wie man sie aus den Staaten kennt. Der letzte Funke will einfach nicht so richtig überspringen, wenngleich Eels alles aufbieten. Ein intimerer Rahmen wäre vermutlich schöner.

Eels entschädigen dafür mit einem schönen Set, indem zu meiner Überraschung "Novocaine For The Soul" gänzlich fehlt. Alle Bandmitglieder tragen blaue Trainingsanzüge der Marke Adidas. Die Bühne halten sie schlicht. Sie verzichten auf Firlefanz und Schnickschnack. Die Musik steht absolut im Vordergrund. Lediglich ein paar Lichteffekte gibt es. Everett ist begeistert, umarmt und küsst das Publikum pantomimisch. Immer wieder bedankt er sich mit den Worten: "Danke, mein Schatzi!" Das klingt sehr herzerwärmend. Den Schlussakt bildet auch der Closer des neuen Albums "Wonderful, Glorious". Es folgen zwei Zugabenblöcke, indem sie u.a. ein Medley aus "My Beloved Monster" und "Mr. E's Beautiful Blues" spielen. Der endgültig letzte Song ist das live überragende "Fresh Blood".

Schrieb ich soeben endgültig? Das habe ich so auch noch nicht erlebt. Allem Anschein nach haben es die Veranstalter sehr eilig. Sie wollen der vom Publikum gefeierten Band nicht die geforderte, dritte Zugabe gewähren. Das Licht geht an, der Großteil des Publikums verlässt den Saal und was machen die wundervollen Eels? Sie stürmen auf die Bühne und spielen mit Licht eine allerletzte Zugabe, während die Veranstalter-Crew die Bühnenelemente abbaut. Alle stehen plötzlich wieder vor der Bühne und jubeln der Band zu. Es hat fast ein bisschen Flashmob-Charakter. Ein Moment, der sicherlich in Erinnerung bleibt. Einfach nur cool von der Band! Dem Veranstalter hingegen kann man in aller Deutlichkeit nur Unverschämtheit attestieren.


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