POPCONNECTION
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Konzerte - Eight Legs - 30. Mai 2009, Lido, Berlin
Home » Konzerte » Eight Legs - 30. Mai 2009, Lido, Berlin
KONZERTE
Eight Legs - 30.05.2009, Lido, Berlin

EIGHT LEGS

30. Mai 2009, Lido, Berlin
Autor: Marc Philipp Meyer
Foto: Pressefoto

Nach einem erfreulichen und entspannten Interview mit den sympathischen vier Cockney-Mates aus London genießen wir zusammen zunächst den Soundcheck von der neuen heißen Band Offical Secrets Act mit zwei, drei Astra. Die Band macht einen professionellen Probedurchlauf und entpuppt sich anschließend als ebenbürtiger Act. Doch zunächst ziehen wir uns wieder zurück und merken wie schnell sich das Lido füllt. Berlin ist noch lange nicht Indie-satt und es wimmelt nur so von Teenie-Mädchen in Strumpfhosen und Jungs in Röhrenjeans.

Der erste Gitarrenakkord erklingt und wir drücken unsere Zigaretten aus und lauschen den ersten Tönen der Shutes. Krass, denke ich, da singt ne Frau, nicht schlecht, doch die Frau entpuppt sich später als linkshändiges Jimmy-Page-Double. Gibt's doch nicht. Und so kann man ungefähr den ganzen Sound des Trios beschreiben. Unerwartet, schräg, schöne Arrangements und irgendwie auch ok, wenn da nur nicht diese Stimme wäre und sie tighter spielen könnten. Egal, die Eight Legs sind begeistert und feiern als Einzige.

Ganz anders sieht das schon bei Offical Secrets Act aus. Ihre Musik bewegt sich zwischen prätentiösem Eighties-Geschunkel, Indierock und Elektro und man muss sagen diese Mische trifft die Zeit und offensichtlich ganz besonders den Geschmack der Berliner, die der jungen Band begeistert zujubeln. Thema jung: Das sind sie heute alle und es ist einfach beeindruckend, welche Leichtigkeit und Spielfreude die Jungen auf die Bühne bringen.

Was die Spielfreude betrifft schießen Eight Legs den Vogel ab. Zwar bewegt sich Gitarrist und Sänger Sam Jolly nicht besonders (brilliert dafür mit exzellentem Cockney-Accent), aber Lead-Gitarrist Jack Wharton und Basser Adam Neil geraten in fanatische Ekstase, hüpfen, drehen sich im Kreis, wälzen sich auf dem Boden und schmeißen zum Schluss ihre Instrumente durch die Gegend. Ein Leben im Rock'n'Roll, das die Londoner schon während ihrer CD-Produktion erlebt haben, als sie sich zwei Monate eine Ein-Raum-Wohnung in Berlin teilen mussten. Wahrscheinlich hätte sich Jack sonst wohl auch kaum den Bandnamen seiner Band auf den Arm tätowieren lassen. Diese Energie und die Überzeugung kommen von der ersten Minute an und ist ehrlich.

Die neue Single "I Understand" ist der Beginn und Berlin hat verstanden, worum es geht. Die Eight Legs sind eine individuelle Indie-Band, da sie es irgendwie schaffen rotziger zu klingen, als alles andere. Das Besondere ist, dass es zu den ganzen Rotzgitarren, ein super gestimmtes Drums und einen harmonischen Chorgesang gibt, die zusammen mit Sams einprägsamer Stimme die Arrangements unverwechselbar machen. "Eight Legs" ist der zweite Song und man spürt den Unterschied zwischen erster und zweiter Platte. Denn dieser Song ist noch mal rougher, während die Eight Legs bei ihrem zweiten Album mehr Wert auf Experimente gelegt haben. Hier treffen Single Note Gitarren auf ein treibendes Schlagzeug.

Die Menge ist fit und zeigt neue Tanzschritte. Neben einem frenetischen "Pass The Bucket" kulminiert die Stimmung in dem fantastischen neuen Song "Dystopian Not So Future", bei dem die Eight Legs mit interessanten Gitarrensounds und verschiedenen Tempi spielen. Die Improvisation steht der Band und man merkt, dass die Eight Legs an ihren Instrumenten immer besser werden. Besonders Drummer Jack Garside und Gitarrist Jack Wharton, der perfekt aufspielt im Franzen-Outfit. Spätestens nachdem das Ganze von dem fanstastischen "Blood.Sweat.Tears" noch getoppt wird, ist die Menge nicht mehr aufzuhalten. Und das obwohl die Eight Legs ganze 20 Stücke inklusive der Zugaben spielen. Die werden übrigens mit einem tollen Drumsolo eingeleitet, bevor Sam Jolly mit Kippe im Mundwinkel auf die Bühne kommt und den Glimmstängel während des kompletten Songs trotz des Singens nicht mehr aus dem Mundwinkel lässt. Das will gekonnt sein und verkörpert wieder diese Rotzigkeit. Vom Rauchverbot ganz zu schweigen. Und da haben wir wieder den Beweis, warum die Eight Legs besonders sind: Sie haben die Eigenständigkeit und dieses gewisse Rebellionspotential.


Mehr zu Eight Legs auf POPCONNECTION

SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE KONZERTE

we_path

William McCarthy
07. April 2017, Molotow, Hamburg

we_path

Augustines
30. September 2016, FZW, Dortmund

we_path

Suede
05. Februar 2016, CCH2, Hamburg

we_path

THE THURSTON MOORE BAND
21. November 2015, Gleis 22, Münster

we_path

NEW ORDER
11. November 2015, Tempodrom, Berlin

we_path

RIDE
26. Mai 2015, Paradiso, Amsterdam
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

THE RAKES Support: James Yuill, The Filthy Dukes
18. Januar 2009, Übel & Gefährlich, Hamburg

we_path

ARCTIC MONKEYS Support: The Coral
09. Juli 2007, Columbiahalle, Berlin

we_path

PHOENIX
13. November 2009, Ringlokschuppen, Bielefeld
myspace_de twitter_de facebook
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum last.fm
   © 2017 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition