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POPCONNECTION - Konzerte - Sit Down & Sing: Mark Gardener, Downpilot, Danny Michel - 14. Oktober 2012, Fachwerk Gievenbeck, Münster
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KONZERTE
Sit Down And Sing: Mark Gardener, Downpilot, Danny Michel – 14.10.2012, Fachwerk Gievenbeck, Muennster

SIT DOWN AND SING:
MARK GARDENER, DOWNPILOT, DANNY MICHEL
14. Oktober 2012, Fachwerk Gievenbeck, Münster
Autor: Katja Embacher
Foto: Andrew Ogilvy

Der Herbst ist die Zeit der stillen Töne. Diese zelebriert seit einigen Jahren das Hamburger Label Tapete mit seiner "Sit Down & Sing"-Reihe, im Rahmen derer bereits diverse namhafte Künstler akustische Momente zum Liebhaben schufen. Für die sechste Ausgabe der Veranstaltungsreihe wurden Ex-Ride-Sänger Mark Gardener, Paul Hiraga alias Downpilot und Danny Michel rekrutiert. Ein Stelldichein der besonderen Art. Das Konzert im Münsteraner Fachwerk erweist sich nicht nur ob seines frühen Beginns als atypisch: Das Häuschen präsentiert sich als gemütliche wie rustikale Location, in die man ohne weiteres seine Großeltern auf ein Tässchen Kaffee einladen könnte. Das Publikum gibt Bionade den Vorzug vor Bier. Eine Entscheidung, die sich um 16 Uhr durchaus nachvollziehen lässt. Und auch auf den obligatorischen Sonntagskuchen muss hier niemand verzichten. Eine ungewöhnliche wie schöne Idee, die auch bei der Tapete-Familie für Begeisterung sorgt.

Erstmalig sind die Sets in zwei Durchläufe à 20 Minuten aufgeteilt, zwischen denen Dirk Darmstaedter neben seiner Rolle des Tourmanagers und Tapete-Labelchefs auch noch die Aufgabe des Moderators übernimmt. Das Wechselspiel sorgt zum einen für Kurzweil, zum anderen unterstreicht es die Charakteristik der drei Akteure. Den Einstieg in den Musikreigen macht Downpilot, der die Anwesenden mit seinen minimalistischen  akustikgitarrenuntermalten Songs verzaubert. Im zweiten Durchgang tauscht er den Sechssaiter gegen ein Piano ein und sorgt damit für einen wunderschönen Kontrast. Songs wie "Rider" oder "NY Storms" erzeugen eine wohlige Gänsehaut. Hommagen an Städte wie LA (das Hiraga als Autofahrer hasst) oder New York (das er schlicht und ergreifend liebt). Den Ausstieg widmet Downpilot dem heutigen Tag: "Perfect Day".

Das Pendant zu dem eher ruhigen Paul Hiraga liefert Danny Michel, der mit seinen schelmischen Einlagen Sympathiepunkte sammelt, wie andere Pilze beim Herbstspaziergang. Die Texte sind intelligent und wortwitzig. Geschichten über Stimmungsringe ("What Colour Are You"), Lieben, die man nicht loslassen will ("Tennessee Tobacco") oder Rennpferde ("White Lightning"). Ausdruck verleiht der Kandier seinem Auftritt durch eigenwillige Grimassen und Tanzeinlagen und illustre Anekdoten zwischen den Songs.

Last but not least gibt sich Mark Gardener die Ehre, der sich die Gunst des Publikums nicht mehr zu erspielen braucht. Die Anwesenden gehören ob ihres Altersdurchschnitts zweifelsohne zu jenen, die die 90er miterlebt und mitgeliebt haben. Die bei dem Begriff  Shoegaze nicht an eine Zalando-Aktion denken, sondern an Bands wie Chapterhouse, My Bloody Valentine oder eben Ride. Diese Zeiten beschwört Mark Gardener mit Songs wie "Polar Bear", "In A Different Place" oder "Vapour Trail", die er auf einer 12-saitigen Gitarre zum Besten gibt. Neben diesen Klassikern überzeugt der Brite mit  Solostücken wie "Snow In Mexico" oder "Gravity Flow".

Nach dem ersten Durchlauf wird eine kleine Pause eingeräumt, in der sich die Anwesenden mit Kaffee und Kuchen stärken können, bevor es in die zweite Runde geht. Am Ende dieser wird das Münsteraner Publikum Zeuge einer Premiere: Erstmalig finden sich alle drei Künstler zu einer gemeinsamen Zugabe auf der Bühne ein. Hierfür hat man sich "A Song For You" von Gram Parsons herausgepickt. Ein Track, den sowohl Gardener als auch Hiraga und Michel kennen und mögen. Auch, wenn es hie und da noch ein wenig im Getriebe knirscht, sorgt der Enthusiasmus der drei Musiker doch für einen runden Abschluss, der mit "The Kids Are Alright" von The Who sein Finale findet.

Nach drei Stunden wird man auf dem Heimweg von der alten Freundin Nostalgie begleitet. Zum einen hallen die alten Ride-Klassiker im Ohr nach, zum anderen macht sich eine besinnliche Stimmung breit, wie man sie vor langer Zeit als Kind bei vorweihnachtlichen Festivitäten in Gemeindehäusern erlebte. Im Hinblick auf ein Konzert mag dies seltsam klingen. Dennoch: Man fühlt sich weder alt noch jung. Irgendetwas dazwischen, irgendwie glücklich.


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