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POPCONNECTION - Konzerte - The Thurston Moore Band - 21. November 2015, Gleis 22, Münster
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KONZERTE
Thurston Moore

THE THURSTON MOORE BAND

21. November 2015, Gleis 22, Münster
Autor: Katja Embacher
Foto: Pressefoto

Mit der Verpflichtung von Thurston Moore im Konzertkalender ist dem Gleis 22 einer der ganz großen Würfe gelungen. Das Konzert ist bereits seit Monaten ausverkauft. Der Altersdurchschnitt des überwiegend männlichen Publikums bewegt sich jenseits der großen Vier. Sonic Youth-Verehrer, deren musikalische Sozialisation durch Alben wie "Sister" oder "Daydream Nation" geprägt wurde.

Als sich Thurston Moore und Kim Gordon 2011 trennten, bedeutete das nicht nur das Ende einer 27-jährigen Ehe, sondern auch das (vorläufige) Aus für Sonic Youth. Die Mitglieder der Band machten damit weiter, womit sie bei Sonic Youth bereits angefangen hatten: der Fortführung von Nebenprojekten, Kollaborationen und/oder Alleingängen. Letztere gönnt sich auch Thurston Moore seit geraumer Zeit. Das aktuelle Ergebnis dieser ist das Album "The Best Day", das mit seiner druckvollen Gitarrenarbeit nicht selten an die ruppigen Tage seiner ehemaligen Stammband erinnert.

Die ersten Akkorde von "Speak To The Wild" wirken zurückhaltend. Hinaus gehaucht aus der Gitarre des schlaksig wirkenden Hünen im weißen Hemd, der rechts am Bühnenrand steht und unter seiner wuscheligen Haarpracht einen skeptischen Blick ins Publikum wirft. Wäre Thurston Moore nicht so groß, würde man ihn in diesen Minuten kaum wahrnehmen. Es ist die Ruhe vor dem Sturm, den die Sonic Youth-Legende in den nächsten eineinhalb Stunden über den Club in der Hafenstraße hereinbrechen lässt. 

Der Fokus des Abends liegt auf den Songs der aktuellen Platte, insbesondere auf dessen Instrumentalpassagen. Innerhalb Songs wie "Forevermore", "The Best Day", "Aphrodite", "Cease Fire" oder "Germs Burn" räumt Moore den Soli einen fast epischen Raum ein. Druckvoll schieben sich die mollastigen Riffs durch den Club. Angetrieben durch bis zum Anschlag aufgedrehte Verstärker rollen sie über die Anwesenden hinweg. Wie Sturmwolken dehnen sie sich aus und zwängen sich durch die ohnehin schon spärlich gesäten Lücken des Raums. Das dichte Konstrukt bietet Platz für sieben Songs, die eine komplette Stunde ausfüllen. Trotz dessen findet Thurston Moore die Zeit für die eine oder andere Anekdote und ein kleines Schwätzchen mit den vorderen Reihen. Ein Austausch über The Dictators, die am Vorabend das Gleis 22 bespielt haben und zu jenen Bands gehören, die er schätzt. Verschmitzt grinst er dabei ins Publikum. Der Eingangs skeptische Blick ist neugieriger Lockerheit gewichen.

Als die letzten Akkorde nach einem 20-minütigen Zugabenblock verhallen, sind die Ohren von den Gitarrenstürmen leicht taub. Thurston Moore bleibt ein Phänomen. Eine Naturgewalt, die dem Publikum bisweilen in seiner Energetik einiges abverlangt. Groß. Gewaltig. Fordernd. Faszinierend. Das Auge eines musikalischen Wirbelsturms.


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