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POPCONNECTION - Konzerte - Wintersleep - 04. Mai 2013, Gleis 22, Münster
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KONZERTE
Wintersleep

WINTERSLEEP

04. Mai 2013, Gleis 22, Münster
Autor: Katja Embacher
Foto: Scott Munn

Sie hätten es sich einfach machen können - stattdessen haben sie sich schwer getan. Zumindest mit ihrem aktuellen Album "Hello Hum". Bemüht um Veränderung ringen Wintersleep mit sich selbst, ohne jedoch den Kurs wirklich zu ändern. Es ist denkbar, dass der fünfte Longplayer der Band nicht nur bei der Hörerschaft für gemischte Gefühle gesorgt hat. Somit begegnet man dem Konzert der Kandier im Gleis 22 zwischen Skepsis und Neugier schwankend. Neugier, ob es dem Quintett gelingen will, den Songs live mehr Nachhaltigkeit zu verleihen, Skepsis, ob "Hello Hum" überhaupt genug Potential in sich trägt, diese Herausforderung erfolgreich zu meistern. Vielleicht haben Wintersleep zwischen denselben zwei Stühlen gesessen. Jedenfalls machen sie alles anders, als gedacht.
  
Anstatt die Flucht nach Vorn anzutreten, wendet sich die Band ihrer Vergangenheit zu. Gibt man sich beim Einstieg mit "In Came The Flood" und "Resuscitate" noch dem Glauben hin, Wintersleep versuchten tatsächlich "Hello Hum" live in ein schmissiges Gewand zu kleiden, so wird man bald eines Besseren belehrt: Der aktuelle Longplayer nimmt in der Setlist lediglich eine Nebenrolle ein. Stattdessen fokussiert man sich auf den Drittling und das Überwerk "Welcome To The Night Sky". Nur am Rande erwähnt Sänger Paul Murphy vor „Nothing Is Anything“, man habe ein neues Album veröffentlicht. Mehrmals bekundet er dagegen seine Freude, in Münster zu spielen – und lächelt dabei leicht verlegen ins Publikum. Die Unsicherheit ist unbegründet. Trotz leichter Soundprobleme reagieren die Anwesenden begeistert auf "Astronaut", summen zu "Archaelogists" mit und verlieren sich in der paranoiden Endzeitszenario-Ballade "Dead Letter & The Infinite Yes". Zu den Folk-Klängen von "Weighty Ghost" lassen es sich die vorderen Reihen nicht nehmen, Wintersleep durch rhythmisches Klatschen zu unterstützen. In dieser lauschigen Atmosphäre lehnt man sich während der knapp eineinhalb Stunden entspannt zurück und genießt, anstatt den Abend anhand wüster Spekulationen über die Gründe für die Zusammenstellung der Setlist kaputt zu analysieren.
 
Nach dem krönenden Abschluss der offiziellen Spielzeit mit "Miasmal Smoke & The Yellow Ballied Freaks" läutet das melancholische "Search Party" den Zugabenblock ein. "Oblivion" zieht das Tempo ein letztes Mal an, bevor sich Wintersleep mit "Nerves Normal, Breath Normal" von ihrem zweiten Album "Untitled" endgültig von den Münsteranern verabschieden. Ein fulminantes Finale, bei dem die Kanadier knappe zehn Minuten lang den Raum mit einem dichten Geflecht aus verzerrten Gitarren okkupieren.

Damit entlassen Wintersleep die Anwesenden aus einem Abend übertroffener Erwartungen. Man mag von "Hello Hum" halten, was man will. Objektiv betrachtet gehört es sicherlich nicht zu den stärksten Alben der Kanadier. Umso stärker war dagegen die Live-Performance, mit der das sympathische Quintett alle Zweifel von Skeptikern an die Wand gespielt hat.



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