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Ben Schadow - Liebe zur Zeit der Automaten

BEN SCHADOW

Liebe zur Zeit der Automaten
VÖ: 18. Mai 2012
Label:
Timezone
Autor: Sascha Brozewski

Seit den 90ern ist Ben Schadow ein Musikgetriebener. Verliebt in die Musik, spielt er gerne kleine Konzerte, auch wenn heute laut eigener Aussage niemand mehr kleine Konzerte besuchen möchte. Das klingt melancholisch und wunderschön romantisch zugleich. Ben Schadow agierte bislang lieber im Hintergrund, doch nun wagt er sich mit beeindruckendem Debüt in die Offensive. In Fachkreisen ist er kein Unbekannter. Seit über 20 Jahren ist er Musiker aus Leidenschaft, ob als Produzent oder Komponist. Seinen Namen findet man z. B. im Line-Up von Bernd Begemann und die Befreiung. Dort spielt Ben Schadow als Bassist. Er hat aber auch an zahlreichen Alben mitgewirkt, die einst die Welt bedeuteten und immer einen Platz im Herzen behalten werden. Kettcar's "Du und wieviel von deinen Freunden", Tomte's "Hinter all diesen Fenstern" oder "Das beige Album" von Olli Schulz - um nur ein paar Alben zu nennen, in denen sich einige Male die Wege unwissentlich kreuzten.

Musikalisch bewegt er sich zwischen genannten Bands mit Tendenz zu Bernd Begemann. Die Texte sind feinsinnig und nachdenklich. Sie handeln vom Reiz des Aufeinanderstoßens. Der Titel "Liebe zur Zeit der Automaten" wurde in Anlehnung an einen Roman seines Lieblingsautoren E.T.A. Hoffmann gewählt. So bauen seine Lieder lyrisch eine Brücke zwischen Realität und Illusionen. In letztere Sphären flüchtet Schadow als Verfechter der Anti-Realität gerne. Vielleicht findet man sich so in der realen Welt besser zurecht. Schadow liebt es jedenfalls, zwischen den Welten zu balancieren.

Er sagt, dass er das Schwärmerische in Texten der Romantik mag. Und was man nur allzu gut nachempfinden kann, vermittelt Schadow seinen Zuhörern musikalisch und lyrisch perfekt. Er trifft seine Aussage und diese Sehnsucht punktgenau. Erkennen kann man es in Liedern wie "Gnade trägt man in Särgen" oder "Eigentlich kann es ja nicht mehr besser werden" sehr deutlich, wenn er singt: "Gnade trägt man in Särgen. Du musst deine Liebe vor der ganzen Welt verbergen" oder "Ich frage dich, wollen wir nicht jetzt lieber sterben, denn eigentlich kann es ja nicht mehr besser werden."

Ergo lohnt es sich unbedingt, die Plattensammlung um "Liebe zur Zeit der Automaten" zu erweitern, denn es ist eine schöne Vorstellung, in Augenblicken der Vollkommenheit und Perfektion zu sterben.



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