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Bloc Party - Four

BLOC PARTY

Four
VÖ: 24. August 2012
Label: Cooperative Music
Autor: Katja Embacher

Bloc Party, quo vadis? Diese Frage stellten sich in den vergangenen vier Jahren wohl gleichermaßen Fans, Kritiker und die Band selbst. Nach dem Release von "Intimacy" gönnte sich das Quartett eine ausgedehnte Pause, die Frontmann Kele Okereke für sein Soloprojekt nutzte, während Gitarrist Russel Lissack sich interimsweise mit Ash auf Tour begab. Mit "Four" beenden Bloc Party ihren Dornröschenschlaf.

Man war sich zwischenzeitig nicht sicher, ob es überhaupt jemals wieder einen neuen Longplayer der Briten geben würde. Und wenn, fragte man sich, wie dieser wohl klänge. Bloc Party ist eine Band, die sich bereits auf vielen musikalischen Feldern ausgetobt hat. Auch "Four" klingt, als hätte das Quartett seinen musikalischen Pinsel in diverse Farbtöpfe gesteckt. Dieses Mal ist das Ergebnis jedoch eine Komposition, die man in der malerischen Kunst vermutlich als "abstrakt" bezeichnen würde. Stirnrunzelnd geht man der Frage nach "Was will uns der Künstler damit sagen?" Der rote Faden des Albums scheint darin zu bestehen, dass es keinen gibt.

Anstelle von Stringenz findet man bei "Four" eine Aneinanderreihung zusammenhangloser Ideen und Experimente. Auf Tracks wie "Kettling" oder "We Are Not Good People" knallen Bloc Party dem Hörer die Gitarrenbretter um die Ohren wie kalte Waschlappen und kreieren damit einen aufrüttelnden "Hallo Wach!"-Effekt. Dazwischen finden sich mit "Day Four" oder "The Healing" balladeske Verschnaufpäuschen, die zu sanften Seufzern verleiteten. "V.A.L.I.S" dagegen klingt, als hätten sich Okereke und Co. vorgenommen, eine durchkalkulierte Radiohitsingle zu fabrizieren. "Coloseum" wiederrum erinnert latent an ein Riff aus Titiyos "Come Along" und mündet in einem Gitarrenfeuer à la Motörhead. Spätestens jetzt fragt man sich: "Was soll das werden, wenn es fertig ist?"

Genau das wussten Bloc Party wohl selbst nicht, als Okereke, Lissack, Moakes und Tong im Winter 2011 in New York aufeinandertrafen, um an ihrem neuesten Werk zu arbeiten. "Four" klingt, als hätten sich vier Individualisten zusammengesetzt, sich gegenseitig ihre Lieblingsplatten vorgespielt und damit die Basis für eine weitere Zusammenarbeit geschaffen. Einfach mal die Instrumente in die Hand nehmen und schauen, was dabei herauskommt. Eine zwanglose Herangehensweise, die offen für alles bleibt. Für einen Anfang oder ein Ende, für Weitermachen oder Aufhören. "Four" ist kein Definitionspunkt, es ist work in progress. Ein Übergangsalbum, das letzten Endes die Frage "Bloc Party, quo vadis?" nicht beantwortet, sondern verstärkt. Die Zwischenbilanz einer bis ins Mark talentierten Band, bei der unterm Strich beim nächsten Mal hoffentlich mehr herauskommt. 


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