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Brandon Flowers - Flamingo

BRANDON FLOWERS

Flamingo
VÖ: 03. September 2010
Label:
Island (Universal)
Autor: Katrin Reichwein

Seine Biografie liest sich wie ein Traum, der nur in der Wüstenstadt Las Vegas wahr werden kann. Mit seiner Band The Killers befindet er sich auf der Überholspur, landet Hit auf Hit und  füllt die ganz großen Stadien. Während seine erschöpfte Band ob all des Trubels auf eine Pause drängte, nahm ihr rastloser Frontmann Brandon Flowers kurzerhand sein erstes Soloalbum auf. "Flamingo" heißt es, und nein, der Sänger mit dem blumigen Namen hat nur wenig über rosafarbene Vögel zu erzählen. Seinen Titel verdankt das Album dem ältesten Hotelcasino in Las Vegas. Zwar sollte niemand von einem Konzeptalbum sprechen, aber wie sehr das Zockerparadies mit seinen zwei Gesichtern Flowers seit jeher beeinflusste, ist hier in zehn Liedern nachzuhören. Allein der Opener "Welcome To Fabulous Las Vegas" deutet an, wohin die Reise geht: Zwischen dem Glamour der Neonreklamen und Revue-Girls erzählt Flowers Geschichten vom Leben in der Großstadt, von großen Gefühlen, von zerplatzten Träumen.

Sicher sind die Ansprüche an Flowers jetzt besonders hoch. Als dandy'esquer Frontmann mit ausgeprägtem Hang zur Selbstdarstellung lässt der Vergleich mit seiner Band nicht lange auf sich warten. Denn freilich würde Flowers’ Solodebüt auch mit den Kollegen funktionieren. "Flamingo" setzt genau dort an, wo The Killers aufhörten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Flowers für die recht aufgeräumte Produktion Daniel Lanois (U2, Bob Dylan), Brendan O'Brien (Pearl Jam) und Stuart Price (Madonna, Depeche Mode) verpflichtet hat.

Die Arrangements von "Day & Night" bleiben somit erhalten. Eingängig schmeicheln sich die Melodien in die Gehörgänge ("Only The Young") und unterscheiden sich damit kaum von einer Killers-Platte. In Songs wie "Playing With Fire" oder "Swallow It" scheint sich Flowers jedoch vom warmen Nest der Band zu emanzipieren und eigene Wege beschreiten zu wollen. Auch das zarte Liebesduett "Hard Enough", für das er sich Rilo Kiley-Sängerin Jenny Lewis ans Mikro holte, entpuppt sich als Ohrwurm ganz ohne Kitschalarm. Über die volle Distanz ist dieser Ausbruch hin zu elektronischen Klageliedern, Gospel-Melodien oder Blues-Rock (Pedal-Steel-Gitarren!) aber zum Scheitern verurteilt. Pop-(Zucker-)Perlen regieren. So rangieren das von Kastagnetten durchzogene "Magdalena" und "Jilted Lovers & Broken Hearts" wieder hart an der Grenze zum fluffigen Kaugummi-Pop. Viel zu zuckrig, viel zu süß. Mit butterweichen Gitarren, breiigen Keyboards und viel Hall auf der Stimme begräbt Flowers viele gute Ideen unter Tand und Firlefanz, dass es manchmal wehtut.

The Killers sind und bleiben eine Mainstream-Band, und so ist auch "Flamingo" eine Platte, die jeden erreichen möchte. Für Flowers muss es weiterhin die ganz große Geste sein. Damit entpuppt sich sein Solodebüt, vollgepackt mit hittigen Popnummern, als konsequente Fortsetzung des Killers-Sounds. Es ist Musik für die große Bühne, größenwahnsinniger, grell-leuchtender Glampop, vierzig Minuten Kurzweile ohne großartige Überraschungen: leichte Kost für jedermann.



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