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Frightened Rabbit - Painting Of A Panic Attack

FRIGHTENED RABBIT

Painting Of A Panic Attack
VÖ: 08. April 2016
Label:
Atlantic/Warner
Autor: Katja Embacher

Frightenend Rabbit verwandeln seit vier Alben emotionale Tiefschläge in Poesie. Auch der fünfte Longplayer "Painting Of A Panic Attack" ist geprägt von schottischer Melancholie und dem Wissen, dass die Dinge nicht besser werden. Dennoch können sie sich verändern.

2014 tauschte Scott Hutchinson die regnerischen Gefilde Schottlands gegen die sonnenverwöhnte Westküste der USA ein. Der Umzug nach Los Angeles wirkt sich nicht nur auf die Arbeitsweise der Band aus, sondern beeinflusst auch die Texte des neuen Albums. Gefühle der Be- und Entfremdung, des Verlorenseins und -gehens in all den Dingen, die süchtig machen, sei es nun der Alkohol oder eine Beziehung. ("I Wish That I Was Sober"). Und dennoch die Erkenntnis, dass man(n) trotz aller Widrigkeiten nirgendwo anders sein möchte, weil woanders nicht die Person wäre, die man liebt ("Still Want To Be Here"). Auch die kalifornische Sonne vermag die dunklen Wolken nicht zu vertreiben, die Scott Hutchinson durch den Kopf jagen. Frightened Rabbit eben. Und dennoch anders.

Die Stücke sind opulenter instrumentiert. Der ursprüngliche Folk-Sound, der Alben wie "Sings The Grey" oder "Midnight Organ Fight" prägte, bildet nur noch das Skelett der Songs, das von breit gefächerten Arrangements umschlossen wird. Sie sind die Muskeln und Sehnen, die die Refrains von Stücken wie "Get Out" oder "Woke Up Hurting" vorantreiben. Einzig "Die Like A Rich Boy" erinnert in seiner zurückhaltenden Instrumentierung aus Gitarren und Streichern an die Fragilität vergangener Tage. Eine Wandlung, die nicht zuletzt auf die Wahl des Produzenten zurückzuführen ist. "Painting Of A Panic Attack" entstand unter der Regie von The National's Aaron Dessner, dessen Einfluss unüberhörbare Spuren in der Struktur des Albums hinterlassen hat. Passagenweise so stark, dass man fast glaubt, Matt Berningers Barriton aus dem Off zu hören. Ein schmaler Grad auf dem "Painting Of A Panick Attack" hätte kippen können, wären da nicht Hutchinsons typische Texte, verpackt in der ihm eigenen Art zwischen Zerbrechlichkeit, dem erhobenen Mittelfinger und dem trotzigen Gedanken "Fuck it!". Auch, wenn die Dinge sich verändern, können sie eben trotzdem noch scheiße sein.

So manchen Fan der ersten Stunde wird die neue Spannbreite und damit verbundene Reichweite der Songs verwundern, betrüben oder gar verschrecken. Im Endeffekt ist sie jedoch eine logische wie konsequente Weiterentwicklung. Alles andere hätte für die Band nach "Pedestrian Verse" einen Rückschritt bedeutet. Mit "Painting Of A Panick Attack" dagegen schreiben Frightened Rabbit ein neues Kapitel. Eines, in dem die Band erwachsen und (zurecht) selbstbewusst erscheint. Was gibt es besseres, als diesen Prozess mit einem großartigen Album zu krönen, das von Anfang bis Ende stimmig ist?


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