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Jimi Goodwin - Odludek

JIMI GOODWIN

Odludek
VÖ: 21. März 2014
Label:
Pias Cooperative
Autor: Katja Embacher

Odludek ist die polnische Bezeichnung für einen Einzelgänger oder einen Außenseiter. Auf das Soloalbum von Jimi Goodwin treffen beide Übersetzungen zu. Zum einen bestreitet der Sänger der Doves hier seinen ersten Alleingang, zum anderen ist "Odludek" ein Stück Musik, das sich bewusst der Konformität und dem damit verbundenen Schubladendenken entzieht.
 
Um dies zu erreichen, pflügt sich Jimi Goodwin durch ein breites Areal diverser Genres. Dabei reicht es dem Mancunian nicht aus, beinahe jeden Song in ein stilistisch neues Gewand zu kleiden. Stattdessen pickt er sich einzelne Elemente heraus und ordnet diese neu an, sodass ein kunterbunter Soundmix entsteht. Damit wagt sich "Odludek" weit nach vorne, lehnt sich aus dem Fenster - und läuft dabei das eine ums andere Mal Gefahr, vornüber zu kippen. "Terracotta Warrior" steigt mit Störgeräuschen ein, die den Song wieder und wieder in Stücke schlagen. Auf "Live Like A River" schwofen sich entspannte Gitarren durch technoide Synthies. Eine Steigerung dieses gewöhnungsbedürftigen Tanzes gepaart mit einer Zeitreise findet sich bei "Man Vs. Dingo": Eingeläutet durch ein an einen Radio-Werbetrailer aus den 50ern erinnerndes Intro verwandelt sich der Song im weiteren Verlauf in ein jazziges Trompeteninferno. So ähnlich muss die vertonte Welt des Doktor Parnassus klingen. So bunt und schräg, das dem Hörer fast schwindelig wird. Dazwischen wartet Goodwin bei "Hope" mit choralem Folk auf oder empfängt den Hörer auf "Keep My Soul In Song" mit gentlemenaffiner Piano-Barmusik.

Auch, wenn die Mixtur von "Odludek" konfus erscheinen mag, so steckt doch ein Konzept dahinter. Der Grundgedanke orientiert sich an der Zusammenstellung eines guten alten Mixtapes. Eines, das sich quer durch sämtliche Stile spielt. "Odludek" ist eine Reise durch jene Sounds, die Jimi Goodwin prägten, faszinierten und beeinflussten. An Abwechslung dürfte es somit niemandem mangeln. Genau hier liegt allerdings auch der wunde Punkt des Albums: Der fliegende Genrewechsel macht es dem Hörer schwer, Goodwin zu folgen. Die Idee, Konventionen den Rücken zu kehren, Schubladen zu vernageln, bevor sie aufgestoßen werden können und sich gänzlich aus dem ursprünglichen Bandkontext zu lösen ist zweifelsohne gut. Die Umsetzung krankt jedoch an dem Bestreben, dieses auf Biegen und Brechen erzwingen zu wollen. Bleibt zu hoffen, dass sich Goodwin im weiteren Verlauf seiner Solokarriere überlegt, wie er denn nun final klingen möchte.


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