POPCONNECTION
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Reingehört - Naked Lunch - Universalove
Home » Reviews » Naked Lunch - Universalove
REVIEWS
Naked Lunch - Universalove

NAKED LUNCH

Universalove
VÖ: 24. April 2009
Label:
Louisville Records
Autor: Michael Döringer

Naked Lunch aus Klagenfurt/Österreich können auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Fünf Alben sind seit der Gründung 1991 entstanden, die Zeit von damals bis heute verlief aber alles andere als nach Plan oder linear. Labelschwierigkeiten, ausbleibender Erfolg und 2000 sogar der Alkoholtod eines ehemaligen Mitglieds bereiteten der Band um Sänger Oliver Welter schwierige Momente. Seit Mitte der Nuller-Jahre ging es dann wieder aufwärts, soundtechnisch entwickelte man sich stetig weiter, auch mal weg vom standardisierten Indierock-Schema. Nach dem letzten, oft gelobten Album "This Atom Heart Of Ours" von 2007 gibt es nun mit "Universalove" wieder Neues von Naked Lunch.

Nachdem die Band bereits 2005 mit ihrer EP "Stay" zu einem Projekt des befreundeten Filmemachers Thomas Woschitz beigetragen hatte, liefert sie nun mit "Universalove" den kompletten Soundtrack zum gleichnamigen Film des Regisseurs. Der preisgekrönte Episodenfilm spielt an Orten wie New York, Rio de Janeiro, Tokio, Marseille, Belgrad und Luxemburg und "wirft einen lebensklugen Blick auf die Verwirrungen, die Verrücktheiten und Vergeblichkeiten der Liebe", so die Jury des Max Opühls Preis 2009. Klingt gut, aber den Film lassen wir hier mal außen vor.

Denn - um nochmals jene Jury zu zitieren: Der Streifen ist "eine atemlose, vibrierende Odyssee zur Musik von Naked Lunch, die kein geschmacksverstärkender Soundtrack ist, sondern eine Hauptrolle spielt". Und so schaffen es die elf Titel, welche sich auf die einzelnen Schauplätze beziehen, durch einen ergreifenden Mix aus akustischen und verzerrten Gitarren, elektronischen Soundteppichen und Orgelklängen die Bilder des Films von ganz alleine entstehen zu lassen. Oliver Welter führt in bester Thom Yorke Manier durch ebenjene Verwicklungen der Liebe, auch der Sound erinnert oft an "OK Computer". Es geht um verzweifeltes Warten und hoffnungslose Ohnmacht, jede Textzeile scheint einen ganz tief im Inneren zu packen und zu Boden zu werfen. Diese unbeschreibliche, erdrückend-schwere Traurigkeit zieht sich durch jeden Song. Man meint sie sehen zu können, Milja und Dusan in Belgrad, Julie und Rashid in Marseille oder Maria und Joao in Rio, und man möchte mit ihnen weinen, mit ihnen leiden und lieben.

Mit dem letzten und besten Track, dem hymnenhaften "Where Do We Dance And Drink", beenden Naked Lunch dieses traurig schöne Schauspiel "Universalove". Ein Stück Musik, in das man sich verlieben kann, allerdings nur unglücklich. "We're walking on, hand in hand, we're laying down in the promised land, slowly we speak, and gently we touch, we're floating in space while waltzing around".


Mehr zu Naked Lunch auf POPCONNECTION

SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE REVIEWS

we_path

Liam Gallagher
As You Were

we_path

The National
Sleep Well Beast

we_path

Alvvays
Antisocialites

we_path

Cigarettes After Sex
Cigarettes After Sex (s/t)

we_path

Slowdive
Slowdive (s/t)

we_path

Temples
Volcano
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

CARGO CITY
On.Off.On.Off.

we_path

WILD BEASTS
Smother

we_path

WE ARE SCIENTISTS
Brain/Thrust/Mastery
myspace_de twitter_de facebook
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum last.fm
   © 2017 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition