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Noel Gallagher's High Flying Birds - Chasing Yesterday

NOEL GALLAGHER'S HIGH FLYING BIRDS

Chasing Yesterday
VÖ: 27. Februar 2015
Label:
Sour Mash Records
Autor: Katja Embacher

Mit "Chasing Yesterday" veröffentlichen Noel Gallagher und seine High Flying Birds ihren zweiten Streich nach dem Ende von Oasis. Und obwohl Liam's bessere Bruderhälfte klar auf eigenen Füssen steht, bleibt Oasis das Fundament, auf dem sein Songwriting fußt. Auf "Chasing Yesterday" besinnt sich Noel auf das, was er am besten kann: Solides Songwriting mit dem Gespür für emotionale Höhepunkte und hymnenhafte Momente – unter Einbezug der Hilfe von Freunden aus der Vergangenheit.

Die Wilde'sche Weisheit, dass Talent dort borgt, wo Genie stiehlt, hat Noel Gallagher bereits vor Jahren adaptiert. Wer will es dem kleinen Mann mit dem Gespür für großes Songwirting auch verübeln? Gallagher hat bereits vor Jahren für sich entdeckt, wie der Hase läuft. Er weiß, dass es nichts gibt, das nicht schon da gewesen wäre. Anstatt dem Kanin hinterher zu hetzen, um am Ende festzustellen, dass es in Meister Lampes Bau nichts Neues zu entdecken gibt, lehnt er sich entspannt zurück und besinnt sich auf das, was er am besten kann: den gekonnten Mix aus eigenen Ideen und dem Einbinden anderweitig gehörter Riffs und Anleihen. Auf "Chasing Yesterday" bedient sich Gallagher gar an eigenen Werken vergangener Tage. Dass die ersten Akkorde von "Riverman" Erinnerungen an "Wonderwall" wachrufen, während man sich bei "The Girl With The X-Ray-Eyes" an "Masterplan" erinnert fühlt und "The Right Stuff" eingangs eine Assoziation zu Crowded House's "Weather With You" wachruft, tut der Güte der Songs keinen Abbruch. Nicht zuletzt ob der Tatsache, dass es hier neben Altbewährtem auch Neues zu entdecken gibt, wie beispielsweise ein Saxophon. Ohnehin überrascht der jazzlastige Song, den man so nicht wirklich in Gallaghers Repertoire vermutet hätte.

Mit "The Dying Of The Light" greift Noel nicht nur eine Zeile aus Dylan Thomas' "Do not go gently into that good night" auf, sondern legt auch seinen "Sad Song" 2.0 vor. In diesem Moment ist es egal, ob man sich an vergangene Tage mit der besten Band der Welt erinnert fühlt. Spätestens, wenn Gallagher "While The Song Remains The Same" oder das hymnenhafte "You Know We Can't Go Back" aus der Hüfte schießt, ist man sich gewahr, warum man den kleinen Mann mit dem Gespür für großes Songwriting so sehr schätzt. Das sind die Momente, in denen sich Gallagher in einer Höchstform präsentiert, wie man sei auf dem seinem ersten Album teilweise vermisst hat.

Wenn man von Platzierungen spricht, kommt es selten vor, dass man sagt, Nummer Zwei sei besser als die Eins. "Chasing Yesterday" ist eine dieser Ausnahmen. Ein Nachfolge-Album, das das Debüt überragt. Fast fragt man sich, ob Noel Gallagher dies geplant hatte. Wissend, dass die Objekte im Rückspiegel manchmal näher sind, als sie scheinen, wirft er einen Blick in den selbigen und der Vergangenheit eine Kusshand zu. Im nächsten Moment dreht er sich verschmitzt grinsend um, schleudert seine besten Tracks aus dem Ärmel und zeigt damit allen, die nach dem Split von Beady Eye auf die große Oasis-Reunion warten, den Salut des Longbowman. Alles also wie immer irgendwie. Und in diesem Fall ist das verdammt gut so!



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