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Olafur Arnalds - Dyad 1909

ÓLAFUR ARNALDS

Dyad 1909
VÖ: 05. Februar 2010
Label:
Erased Tapes
Autor: Katja Embacher

"Dyad 1909" ist ein modernes Ballet Wayne McGregors, das durch Shackletons Expedition zum Südpol inspiriert wurde und im Oktober 2009 in London Premiere feierte. Ólafur Arnalds übernahm die Aufgabe der musikalischen Umsetzung und schuf somit die Grundlage für die Tänzer.

Nicht alles, was Ólafur Arnalds auf dem Soundtrack zu "Dyad 1909" präsentiert, ist neu. "Við vorum smá…", "Lokaðu augunum" und "3326" seiner Studioalben "Variations Of Static" und "Eulogy For Evolution" interpretierte der Isländer auf Wunsch McGregors neu. Resultat ist eine EP, die den 23jährigen von einer überraschend dunklen Seite zeigt.

Arnalds lässt sich Zeit für den Aufbau einer Atmosphäre, die den Hörer durch ein Wechselbad der Gefühle schickt. Die Südpol-Expedition beginnt ruhig. Fast verträumt öffnet "Frá upphafi" die Tür zu sanften Piano- und Geigenarrangements, die den Hörer bei "Lokaðu augunum" umschmeicheln. Man fühlt sich sicher, geborgen. Der Schein trügt jedoch. Mit "Brotsjór" ändert sich die Grundstimmung schlagartig. Völlig unerwartet zerbrechen Drumcomputerschläge und Störgeräusche das Idyll. Anspannung macht sich breit. Ein Unbehagen, als stünde man im Dunkeln und wisse genau, dass dort draußen irgendetwas lauert. Nicht zwangsläufig personifiziert. Vielmehr könnte es sich auch um ein vergessenes Gefühl handeln oder um eine verdrängte Erinnerung. In dieser verliert sich "Dyad 1909" auch im weiteren Verlauf, wenn Arnalds mit dem pianobasierten "Við vorum smá…" deutlich melancholischere Töne anschlägt. Das Pedant dazu liefert das verworrene Geflecht aus Geigen, das sich bei "3326" zu Verzweiflung und Schmerz aufzutürmen scheint, um mit "Til enda" wieder in Störgeräusche und Desolation zu verfallen. Mit "...og lengra" endet die Expedition beinah versöhnlich. In nachdenklicher Wehmut. 

"Dyad 1909" ist eine Reise in obskure Klangwelten, die den Hörer packt und nicht loslässt. Eine Gratwanderung zwischen Unbehagen und Faszination. Die gekonnte Vertonung ambivalenter Emotionen. Einmal mehr beweist Ólafur Arnalds, dass er zu den Großmeistern instrumentalisierter Gefühle gehört.



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