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Paul Weller - Wake Up The Nation

PAUL WELLER

Wake Up The Nation
VÖ: 16. April 2010
Label:
Island (Universal)
Autor: Marc Philipp Meyer

"Man muss immer wieder neue Wege gehen." So lautet Paul Wellers musikalische Maxime. Der Modfather und seine unerbittliche Freude zur Experimentierfreudigkeit spiegeln sich wohl am allerbesten in seinem neuesten Werk "Wake Up The Nation". Mit 16 Songs hat Paul Weller wohl kein Musikgenre ausgelassen, das er nicht bedienen kann. Ins Studio ging er diesmal ohne große Songideen und Liedtexte und lies sich bei der Studioarbeit stark von seinem Produzenten Simon Dine, mit dem er schon sein letztes Konzeptalbum produzierte, inspirieren. Das Ergebnis ist ein facettenreiches Album mit kurz angebundenen Stücken, die selten die Dreiminutengrenze erreichen.

Noch nie hat man Weller so wütend erlebt, wie auf diesem Album. "Wake Up The Nation" ist ein Weckruf an eine Generation und Zeit, die ihm farblos erscheint, so der Modfather im Interview. "Wir müssen uns gegen diese ganze Mittelmäßigkeit aufbäumen und dafür sorgen, dass in England  ausnahmsweise wieder Großartiges passiert", so Weller. In einer Zeit, in der Superstars aus Superstarsendungen die Charts bestimmen, klingen die Worte von dem grandiosen Ausnahmemusiker Weller, der Generationen inspiriert hat, wie ein nötiger Weckruf. Seine musikalische Großtat "Aim High" belegt dies nur allzu deutlich. In diesem Stück, so wie in vielen anderen seiner neuen Platte, steckt so viel Raffinesse, dass man mehrere Anläufe benötigt, um alles, was in diesen neuen Songs steckt, zu fassen. Doch diese musikalische Raffinesse hat auch Schattenseiten. Denn besonders zugänglich ist Wellers Weckruf dadurch nicht. Denn was hier am Anfang losprescht, wie in guten alten The-Jam-Zeiten, verliert sich in einer zu exzessiv ausgelebten Experimentierfreudigkeit, die Wellers so geliebten Folk völlig vermissen lässt und von The Jam über The Style-Council bis zu Ragtime-, Polka-, Punk- und Psychedelic-Pop-Reminiszenzen reicht. Das ist zu viel und man wünscht sich Weller hätte doch mehr fertige Songskripte mit ins Studio genommen.

Doch letztlich ist dieses Album neben dem ganzen Protest ein ganz großes Stück Soul. Denn Songs wie "No Tears To Cry" könnten glatt als Northern-Soul-Rarität durchgehen. Hier spürt man Wellers Liebe für die handgemachte Musik der 60er/70er. Ebenso authentisch ist "Fast Car Slow Traffic", auf dem das damalige The-Jam-Mitglied Bruce Foxton Bass spielt. So klingt Wellers "Weckruf" an die Nation, wie eine musikalische Zeitreise, die viel Geduld benötigt, um sich erschließen zu lassen. Die Experimentierfreudigkeit Wellers ist bewundernswert und musikalisch höchst virtuos, doch besonders eingängig ist das alles leider nicht. Aber das war ja auch nicht des Modfathers Intention.



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