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PJ Harvey - Let England Shake

PJ HARVEY

Let England Shake
VÖ: 11. Februar 2011
Label:
Island (Universal)
Autor: Katja Embacher

Es ist ein Sample aus "Istanbul (Not Constantinople)" von Jimmy Kennedy, mit dem Polly Jean Harvey ihr neues Werk "Let England Shake" eröffnet. Mit diesem swingenden Ohrwurm entriegelt die Britin jedoch nicht die Pforte zur Vergnüglichkeit, sondern zu den düsteren Kapiteln in der Geschichte Englands, die den Pfad zum Schlachtfeld von Gallipoli verbergen.

PJ Harvey legt den Fokus ihres achten Longplayers auf die Hinter- und Abgründe ihres Heimatlandes, ohne in schönmalerischer Nostalgie zu verharren. Vielmehr ist "Let England Shake" eine Elegie an die Söhne Albions, die ihr Leben in fragwürdigen Kämpfen ließen. Eine Hasstirade an Verantwortliche, dargeboten in einem Gewand aus fragiler Schönheit. Der Ausdruck einer Hassliebe, die Vereinigung von Gegensätzen und Widersprüchen. Auf der einen Seite poetische Sinnierungen über nebelverhangene Hügel oder den Sonnenaufgang über der Themse, auf der anderen Seite die Proklamation, dass die Tage des Tanzes vorüber sind. Der kritische Blick einer Tochter Englands, die ihre Heimat liebt und die daraus resultierende Verachtung über fehlgeleitete Entscheidungen, die dieses Fleckchen Erde verdunkeln.

Aufgenommen wurden die auf der Zither komponierten Werke in einer Kirche in Dorset. Deren hochwandigen Hall hört man deutlich heraus, wenn die Stimme der Polly Jean bei Songs wie "On Battleship Hill" äolsharfengleich in schwindelerregende Höhen hinauf gleitet, nur um im nächsten Moment wieder im Steilflug hinabzurasen, sodass man Angst bekommt, sie könne zerbersten. 

Trotz aller Tiefgründigkeit und (An)Klage bewahrt sich PJ Harvey auf "Let England Shake" zuweilen eine tänzelnde Leichtigkeit. Ein Widerspruch, der zu der zerrissenen Haltung gegenüber ihres Heimatlandes passt. Sicher ist, dass Harvey mit ihrem neuen Album England ins Wanken gebracht hat. Der NME bewertete das Werk nicht nur mit der höchsten Punktzahl, sondern ehrte die Künstlerin auch mit dem Award für das Lebenswerk. Zurecht, denn "Let England Shake" gehört zweifelsohne zu den besten Alben, die die Britin jemals veröffentlicht hat.


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