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Sharon Van Etten - Are We There

SHARON VAN ETTEN

Are We There
VÖ: 23. Mai 2014
Label:
Jagjaguwar
Autor: Katja Embacher

Kunst als Mittel zur Vergangenheitsbewältigung zu nutzen, respektive zur Aufarbeitung einer gescheiterten Beziehung, ist fast so alt, wie die Liebe selbst. Auch Sharon Van Etten widmet sich auf ihrem aktuellen Album "Are We There" der Thematik zerstörter Gefühlswelten.

Für gewöhnlich sucht man nach einer Trennung nach einem Pflaster für das geschundene Herz. In Songs, in Bars, in fremden Betten. Sharon Van Etten dagegen dreht zunächst einmal das Messer in der Wunde um, bevor sie es herauszieht. Auf "Are We There" analysiert und seziert die 33-Jährige nicht nur das Scheitern bis ins kleinste Detail, vielmehr umschreibt sie es als Versagen. Angefangen bei Titeln wie "I Love You But I'm Lost" oder "Nothing Will Change" bis hin zu den desillusionierten Texten. Mit fast schon resignierter Abgeklärtheit erklärt Sharon Van Etten in "You Know Me Well": "You know me well / You show me hell / When looking". Auf die erlösende Erkenntnis eines Nichtzusammenpassens oder Nichtsollenseins wartet man vergeblich. Stattdessen stolpert man über Selbstzweifel und die eigene Hilflosigkeit. Fast selbstzerfleischend wirkt es, wenn Van Etten in "Your Love Is Killing Me" singt: "Break my legs so I won't run to you / Cut my tongue so I can't talk to you / Burn my skin so I can't feel you / Stab my eyes so I can't see"

"Are We There" ist kein klassisches Break Up-Album. Vielmehr ist es das Schaubild eines Schlachtfelds. Mag der Krieg auch vorbei sein, so sind die Trümmer noch lange nicht beiseite geräumt. Über all dem Chaos gleitet die charismatische Stimme Sharon Van Ettens dahin wie ein Geist. Sofern es eine Katharsis gibt, besteht sie in der Hoffnung, dass die Frage "Are We There" mit einem klaren "Ja!" beantwortet werden kann. Man ist angekommen. Am absoluten Nullpunkt. Am Ende von Allem, dem nichts als ein Anfang folgen kann. Mit ihrem vierten Longplayer ist der Singer/Songwriterin ein atmosphärisch dichtes Werk gelungen, in dessen düsterer Intensität sich der Hörer bereitwillig verliert. Ohne Frage eines der Alben des Jahres!



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