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Toy - Toy (s/t)

TOY

Toy (s/t)
VÖ: 21. September 2012
Label:
Cooperative Music
Autor: Katja Embacher

Das Spiel mit den Möglichkeiten: Wenn ein Plan nicht funktioniert, versucht man es eben mit einem anderen. 2007 veröffentlichten Joe Lean & the Jing Jang Jong ihre Single "Lucio Starts Fires". Trotz guter Kritiken entschließt man sich kurz vor knapp gegen den Release eines selbstbetitelten Debütalbums. 2009 löst sich die Band auf. Joe Lean widmet sich der Schauspielerei, Tom Dougall, Dominic O'Dair und Maxim Barron bleiben bei ihren Leisten und gründen zusammen mit Schlagzeuger Charlie Salvidge und Keyboarderin Alejandra Diez die Band Toy. Mit der Veröffentlichung ihres selbstbetitelten Debütalbums gelingt Toy das, was sie seinerzeit als die Jing Jang Jong nicht erreicht haben.

Die Pfade, die das Quintett einschlägt, bewegen sich soundtechnisch fernab der asphaltierten Autobahnen des Mainstreams. Selbstredend sind sie jedoch von anderen Musikern bereits angelegt und beschritten worden. Im Falle von Toy sind es My Bloody Valentine oder Sonic Youth, die immer wieder unverhohlen durch die Songs blinzeln. Allen Reminiszenzen zum Trotz erweist sich das selbstbetitelte Debüt der Band jedoch als ein kleiner wie feiner Geheimtipp.

In der quirligen Mischung aus Psychedelic, Shoegaze und Elektronic entwickelt der Sound ein regelrechtes Eigenleben. Toy setzen teilweise auf breit angelegte Instrumentalpassagen, die Texte und Gesang in den Hintergrund drängen. Gitarrenwände, die sich verselbständigen, als hätten sie Beine. Bestes Beispiel dafür ist "Dead And Gone", das sich sieben Minuten lang seinen Weg durch ein prägnantes Riff bahnt. Fast stoisch angetrieben von einem dumpf grummelnden Basslauf, der immer nur temporär durch den Refrain gestoppt wird. Der Track verliert sich ab der Hälfte so lange in einem versprühenden Instrumental, bis Sänger Tom Dougall zehn Sekunden vor Schluss ein letztes "Dead And Gone" ins Mikro wirft. Verschrobene Verträumtheit, die ihre wahre Schönheit in Balladen wie "My Heart Skips A Beat" oder dem shoegazenden "Make It Mine" offenbart. Teilweise kreiert dieser Sound eine zeitlose Atmosphäre, in der man sich verlieren kann. Dann wieder scheint er alles andere um sich herum zu absorbieren, sodass man hofft, Dougall möge doch endlich wieder zum Einsatz kommen, um die sich einschleichenden Längen zu verkürzen. Allerdings ist dies auch das einzige Manko, das man den Londonern vorwerfen kann. Lässt man dieses außeracht, so erweist sich "Toy" als faszinierendes wie überzeugendes Debütalbum. Ein von Potential geprägter Longplayer, der bei aller Solidität noch Platz nach oben lässt. Im Falle von Toy ist dies gut so. So bewahren sie sich die Chance, weiter mit den Möglichkeiten zu spielen.


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