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POPCONNECTION - Interviews - Bloc Party: "Insgesamt galt für uns: Keine Kompromisse"
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Bloc Party

BLOC PARTY

"Insgesamt galt für uns: Keine Kompromisse"
Datum: 25. September 2008 (Berlin)
Interview: Henry Kasulke
Foto: Pressefoto

Zwei immens erfolgreiche Alben haben Bloc Party bereits veröffentlicht. Das Debüt "Silent Alarm" fand weltweit gar über eine Million Käufer. Die Presse sang in höchsten Tönen von diesem Album, ebenso vom Folgewerk "A Weekend In The City". Seit Ende August ist "Intimacy", das neue Opus der Band, digital auf der Band-Webseite verfügbar und wird am 24. Oktober 2008 auch in physischer Form in die Plattenläden kommen.

Gordon Moakes, seines Zeichens unverschämt sympathischer sowie vielseitig begabter Bloc Party-Bassist/ -Backgroundvokalist/ -Keyboarder/ -Teilzeit-Drummer, hat mir zum neuen Album Rede und Antwort gestanden.

Privat gelten die Herren als freundliche, eloquente und bescheidene Zeitgenossen. Erfreut stelle ich fest, dass Gordon diesen Erwartungen mit Bravour gerecht wird. Das Interview findet in einer bemerkenswert hübschen Wohnung in Berlin-Prenzlauer Berg (wo sonst?) statt. Bevor ich zu Gordons Zimmer geleitet werde, bittet man mich um äußerste Stille. Nach Betreten der Wohnung verrät ein kurzer Blick nach rechts den Grund für jene Bitte – Sänger Kele wird just von MTV interviewt. Wenige Schritte später sind wir bei Gordons Zimmer angelangt und ich werde angekündigt. Freundlich und etwas schüchtern gibt der Meister mir die Hand, grüßt und meint, dass wir uns womöglich schon mal gesehen hätten. Überrascht sage ich "äh ja, vielleicht", setze mich mit ihm ins Zimmer, welches einem Schlafgemach eines aktuelleren IKEA-Kataloges eins zu eins nachempfunden zu sein scheint und eröffne das Interview.



POPCONNECTION: Ihr habt kürzlich ein neues Album namens "Intimacy" in digitaler Form veröffentlicht. Es unterscheidet sich schon recht deutlich von seinen Vorgängern. Wie würdest du euer neues Werk beschreiben?

Gordon: Unser primäres Ziel war es, die Songs sehr direkt klingen zu lassen. Es gibt zwar vereinzelt ruhigere Momente auf dem Album, doch insgesamt galt für uns: Keine Kompromisse.


POPCONNECTION: Bist du aber nicht der Meinung, dass die Songs zum Teil relativ sperrig ausfallen, insofern also nicht wirklich als direkt zu bezeichnen sind? Ich denke schon, dass der Hörer bei manchen Songs ein Weilchen braucht, um sich hineinzufinden.

Gordon: Ja, das ist es, was ich mit Keine Kompromisse meine, da das Album keine Kompromisse zugunsten des Hörers bereithält, sondern nahezu uneditiert das widerspiegelt, was wir erreichen wollten. Daher stimme ich dir zu, wenn du sagst, dass man zum Teil ein wenig Zeit braucht, um sich in die Songs hineinzufühlen.


POPCONNECTION: Kannst du bestimmte Einflüsse nennen, die dem Album zugrunde liegen?

Gordon: Hmmm (überlegt lange)... da gibt es eine ganze Menge. Beim Song "Ion Square" beispielsweise höre ich den Einfluss von Arcade Fire heraus. Wir wollten das Album etwas extremer klingen lassen als dessen Vorläufer. Als wir das Album aufnahmen, hörte ich mir verstärkt Rockbands an, auch um herauszufinden, wie es ihnen gelingt, ihre Songs heavy klingen zu lassen. Einige Stellen auf "Intimacy" wollten wir etwas heavier gestalten als man es sonst von uns kennt. Prinzipiell wollten wir die Songs wie gesagt etwas extremer gestalten als wir es früher getan hatten.


POPCONNECTION: Welche konkreten Einflüsse hat denn euer Leben auf dieses Album gehabt?

Gordon: Kele (Gesang – Anm. d. Verf.) würde zu dem Thema vermutlich sagen, dass die Texte auf "Intimacy" deutlich persönlicher sind als auf den Vorgängeralben. Die Texte sprechen diesmal in erster Linie für seine individuellen Empfindungen und nicht für eine ganze Generation.


POPCONNECTION: Hat das Album denn ein thematisches Konzept?

Gordon: Nun, Intimität ist ja ein vielschichtiger Begriff. Im Prinzip geht es um die Nähe zwischen zwei Menschen – Dinge, die Menschen, die sich nahe stehen, gemeinsam erleben. Den Titel des Albums hat Kele erdacht, daher muss auch ich hier ein wenig interpretieren. Ich denke, dass das Album vor allem die kleinen Dinge des Lebens im Fokus hat.


POPCONNECTION: Wie seid ihr denn beim Songwriting und bei der Produktion vorgegangen?

Gordon: Wir haben beim Songwriting primär versucht, eine bandtypische Arbeitsweise weitgehend zu vermeiden. Das Komponieren und Arrangieren beruhte also weniger darauf, sich im Proberaum zu treffen und die Songs gemeinsam zu erarbeiten. Vielmehr haben wir uns im Studio an verschiedenen Herangehensweisen versucht. So entstand ein großer Teil der Songideen mit Hilfe von Computern, während die Gitarren zunächst außen vor blieben und nur in den Arbeitsprozess integriert wurden, wenn sie wirklich benötigt wurden.


POPCONNECTION: "Intimacy" ist ja nun euer drittes Album. Was hältst du von der weit verbreiteten Meinung, dass das dritte Album einer Band besonders wichtig sei?

Gordon: Nun, ich denke, das dritte Album einer Band kann uns eine Vorstellung davon geben, ob die Band noch eine Weile dabeibleiben wird oder nicht. Wir verspürten diesmal allerdings definitiv weniger Druck als noch beim zweiten Album. Es gab keine Erwartungen mehr, denen wir unbedingt gerecht werden wollten, da wir fanden, dass wir mit unseren ersten beiden Alben unseren Standpunkt klargemacht hatten. Für uns war "Intimacy" eine Art Neubeginn.


POPCONNECTION: Ihr seid also mit viel Selbstvertrauen und dem befreienden Gefühl, im Studio viel Experimentieren zu können, an das Album herangegangen?

Gordon: Ja, das von dir genannte Freiheitsgefühl hatten wir definitiv. Selbstvertrauen… nun, ich weiß nicht. Ich persönlich war mir nicht sicher, was bei der ganzen Sache letztlich herauskommen wird. Es hat mir nicht unbedingt an Selbstvertrauen gefehlt, doch ich bin mit keinen festen Vorstellungen ins Studio gegangen.


POPCONNECTION: Bist du denn zufrieden mit dem Resultat?

Gordon: Ich weiß, dass einige Dinge auf dem Album nicht jedermanns Sache sind. Doch ich finde, dass wir den Songs Raum zum Atmen gegeben haben und dass es ihnen gut tat, dass wir vorher kaum konkrete Vorstellungen hatten. Somit waren wir dazu gezwungen, im Studio kreativ zu sein.


POPCONNECTION: Was sind deiner Ansicht nach konkrete Stärken deiner Band?

Gordon: Nun, zwar kann dies in manchen Fällen auch eine Schwäche sein, doch ich denke, dass die Qualität der Band vor allem auf unseren sehr unterschiedlichen Einflüssen beruht. Dadurch entsteht dieser einzigartige Mischmasch, der Bloc Party auszeichnet.


POPCONNECTION: Was können wir denn in Zukunft von Bloc Party erwarten?

Gordon: Wir werden in nächster Zeit viele Konzerte geben, u.a. am 23. Oktober im Berliner Flughafen Tempelhof – kurz vor dessen Schließung. Anschließend werden wir ausgedehnt auf Tour gehen, u.a. in Südamerika. Wir werden also gut ausgelastet sein in nächster Zeit. (lacht)


POPCONNECTION: Von vielen Bands hört man ja, dass das Publikum in Südamerika extrem energetisch sei.

Gordon: Ja, wir waren noch nie dort und sind echt gespannt. Wir freuen uns auch darauf, mal etwas für uns vollkommen Neues zu sehen.


POPCONNECTION: Nun, dann wünsche ich euch alles Gute für eure anstehenden Konzerte und für die weitere Zukunft!

Gordon: Danke! Nice to meet you.


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