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POPCONNECTION - Interviews - Eight Legs: "Wir müssen versuchen dieses 'Fashion-Band'-Image loszuwerden"
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Eight Legs

EIGHT LEGS

"Wir müssen versuchen dieses 'Fashion-Band'-Image loszuwerden"
Datum: 04. März 2008 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Die Eight Legs, aufstrebende Nachwuchs-Punkrocker aus der Shakespeare-Stadt Stratford-upon-Avon, sorgten im vergangenen Jahr bereits in England für Aufsehen. Schließlich durften sie im vergangenen Winter für eine Dior-Modekollektion den Soundtrack liefern, als sie noch nicht einmal einen Plattenvertrag in der Tasche hatten.
Vergangene Woche waren die vier blutjungen Briten in Österreich und Deutschland unterwegs, um auch dem hiesigen Indievolk ihr Debütalbum "Searching For The Simple Life" näher zu bringen.

Vor dem Gig im Münchner Atomic Café trafen wir Bassist Adam zu einem Interview.




POPCONNECTION: Ich habe gehört, ihr habt ein paar ereignisreiche, anstrengende Tage hinter euch – angeblich wurde euch in Innsbruck eine Gitarre geklaut, außerdem sollt ihr mit dem Bus liegen geblieben sein.

Adam: Oh ja, es war wirklich ein Alptraum. In Innsbruck haben wir uns ziemlich betrunken und nach dem Auftritt ließen wir unsere Gitarren einfach achtlos am Bühnenrand stehen. Einige Zeit später war eine verschwunden. Wir haben sie natürlich bis heute nicht wieder bekommen. Und als ob das nicht genug wäre mussten wir am nächsten Morgen vor der Weiterfahrt nach Wien erst einmal in eine Werkstatt. Der Motor unseres Busses hat keinen Ton mehr von sich gegeben. Es war aber zum Glück halb so wild und hat uns nur etwa eine halbe Stunde aufgehalten.


POPCONNECTION: Davon einmal abgesehen, wie seid ihr mit dem Tourstart in Österreich zufrieden? Und was erwartet ihr von eurer Deutschland- bzw. Europatour?

Adam: Es war wirklich klasse! Zwei gute Shows, tolles Publikum, ein voller Erfolg für uns. In Wien hatten wir ja auch noch einen day off, wir haben einige Freunde getroffen und hatten wirklich Spaß. Ab heute sind wir für etwa eine Woche in Deutschland. Nicht zum ersten Mal, und wir mögen es wirklich sehr. Später geht's dann noch nach Moskau, Paris und Mailand. Die nächste Zeit wird also sicher nicht langweilig


POPCONNECTION: Mit London, Paris und Milan stehen ja auch einige Modemetropolen auf dem Tourkalender…

Adam: Ja das stimmt, außerdem leben wir ja mittlerweile in London. Aber, wir bereisen alle diese Städte nicht wirklich wegen Mode.


POPCONNECTION: Seit ihr vor eineinhalb Jahren für Hedi Slimane und Dior Homme den Soundtrack für eine Kollektion geschrieben habt, geltet ihr ja als "Mode-Band". Nervt euch das mittlerweile oder findet ihr das in Ordnung?

Adam: Das stimmt, ja. Diese ganze Hedi Slimane Sache hat uns natürlich als Band verdammt viel gebracht, so viel Aufsehen hätten wir wohl sonst nicht erregen können. Außerdem hat es uns einige Türen geöffnet. Und es hat natürlich auch eine Menge Spaß gemacht! Aber wir versuchen schon, endlich dieses Image abzulegen.


POPCONNECTION: Hattet ihr euch davor auch schon für Mode interessiert? Wusstet ihr überhaupt, wer Hedi Slimane ist?

Adam: Nein, wir hatten den Namen noch nie in unserem Leben gehört. Wir hatten auch keine Ahnung von der Modeszene an sich. Und sonst, Röhrenjeans haben wir auch schon vor der Dior Sache getragen. Eben diesen typischen "Indie-Kid"-Style. Natürlich hat uns die Zusammenarbeit mit Dior die Augen geöffnet für Mode. Aber, wirklich verändert hat es unsere eigene Mode nicht. Wir wollen auch ganz nicht einfach diesen Dior-Style Kopieren.


POPCONNECTION: Wart ihr im vergangenen Jahr noch öfter im Auftrag von Dior oder anderen Designern in der Modewelt unterwegs? Habt ihr noch Kontakt zu Hedi Slimane?

Adam: Wir haben bei einer Modenschau in Brasilien gespielt. Natürlich auch eine unglaubliche Erfahrung. Aber darüber hinaus eigentlich nicht. Wirklich regelmäßigen Kontakt haben wir nicht mehr zu Hedi Slimane, im Sommer haben wir ihn in Spanien auf einem Festival zufällig getroffen. Aber ich denke, er verfolgt unseren weiteren Weg als Band, er interessiert sich sehr für unsere Musik. Wie gesagt, wir sind wirklich dankbar dafür, dass wir diese einmalige Gelegenheit hatten, und auf die Zusammenarbeit mit Hedi Slimane sind wir wirklich sehr stolz! Aber wir müssen versuchen, dieses "Fashion-Band"-Image loszuwerden. Wir wollen uns davon wegbewegen. In einer Rockband zu spielen, bedeutet nicht, das ganze Jahr auf Modenschauen zu laufen. Wir wollen uns als Band ein eigenes Profil zulegen.


POPCONNECTION: Du hast gerade davon gesprochen, dass ihr mittlerweile alle in London lebt. Habt ihr denn noch Kontakt zu euren alten Freunden in Stratford-upon-Avon? Schließlich seid ihr auch alle schon seit Jahren befreundet, nicht wahr?

Adam: Ja! Ich meine, manche Freundschaften kommen und gehen, und manchmal lässt es sich nicht vermeiden, dass man ein paar Freunde aus den Augen verliert. Ein Großteil unserer besten Freunde lebt aber mittlerweile auch in London, weil sie zur Universität gehen. Das macht es natürlich einfacher, in Kontakt zu bleiben. Wir vier kennen uns schon seit der Schule, eigentlich von Kindesbeinen an. Auch unsere Band gibt es nun schon sechs oder sieben Jahre. Wir leben in London alle zusammen, sind zusammen auf Tour, uns bringt so schnell nichts auseinander.


POPCONNECTION: Die ersten Jahre wart ihr aber als "The Superheroes" unterwegs, oder?

Adam: Das stimmt. Leider gab es in Dänemark schon vor uns eine Band namens "The Superheroes". Deshalb mussten wir uns irgendwann leider einen anderen Namen suchen. Das ganze musste ziemlich schnell gehen und wir hatten bereits einen Song mit dem Titel "Eight Legs", wir waren uns gleich einig und haben uns kurzerhand nach unserem eigenen Song benannt. Den Song gab's also vor dem Bandnamen, natürlich denken immer alle, es wäre umgekehrt gewesen.


POPCONNECTION: Euer Debütalbum "Searching For The Simple Life" erschien Ende Februar nun auch endlich in Deutschland. Wie zufrieden seid ihr bisher mit dem Verkaufsstart?

Adam: Nun, wir haben noch nicht allzu viel Feedback bekommen. Richtig eingeschlagen hat es sicher nicht, aber dafür sind wir ja jetzt hier auf Tour, um das Album zu promoten. Und in Österreich haben wir erfreut festgestellt, dass doch einige unsere Texte mitsingen konnten, zumindest bei den Singles.


POPCONNECTION: Einer eurer bekanntesten Songs ist zweifelsohne "These Grey Days", der Song, den ihr für die Dior-Show verwendet hattet. Wie schafft man es, aus einem zwei Minuten Song eine 15-Minütige, modenschautaugliche Version zu basteln?

Adam: Oh das war echt harte Arbeit, aber auch eine tolle Erfahrung und es hat uns besser gemacht. Der Song ist über vier Jahre alt und war ursprünglich als zwei Minuten Version konzipiert. Vor ein paar Monaten haben wir ihn schließlich als Single veröffentlicht und durften noch einmal damit arbeiten. Das Ergebnis war wieder eine kurze, singletaugliche Version des Songs.


POPCONNECTION: Ihr seht alle ziemlich geschafft aus! Könnt ihr euch nicht so recht mit dem Leben auf Tour anfreunden oder genießt ihr es, unterwegs zu sein? Schließlich werdet ihr noch für einige Zeit unterwegs sein.

Sam: (der mittlerweile dazu gekommen ist und wirklich sehr müde aussieht) Oh ja! Du musst mich entschuldigen, ich bin wirklich hundemüde!

Adam: Aber das Leben auf Tour ist natürlich trotzdem klasse! Wir lieben es! Jeden Abend einen Kühlschrank voller Alkohol, einen Tisch voll mit Essen (zeigt auf das nicht zu verachtende Catering des "Atomic Cafe"), und außerdem trifft man jeden Tag neue Leute, die alle Musik genau so sehr wie wir lieben. Wir werden wirklich die nächsten Monate viel unterwegs sein, in ganz Europa. Unsere aktuelle Tour, und dann auch einige Festivals im Sommer. Zum Beispiel auch das "Frequency" in Österreich, und "Hurricane" sowie "Southside" in Deutschland. Hoffentlich kommen noch ein paar dazu!


POPCONNECTION: Bei der Fülle an Bands, die jeden Monat als "Next Big Thing" gehandelt werden, ist es leicht, in der Masse unterzugehen und außerordentlich schwer, sich wirklich durchzusetzen. Wie sehr ihr eure eigenen Chancen?

Adam: Ja es ist echt unglaublich, wie viele Bands im Moment in Großbritannien gepushed werden. Die Radiostationen spielen selbst die größte Scheiße rauf und runter. Es ist toll, in England zu leben, und es gibt wirklich eine Menge guter Bands. Aber im Moment kommen selbst Bands, die absolut scheiße sind, in den Focus der Öffentlichkeit. Wir wollen unseren eigenen Weg gehen und uns davon nicht beirren lassen. Wir lieben es, diese kleinen Clubshows zu spielen, und hoffen natürlich, dass die Besucher uns mögen und unsere Platten kaufen. Es war nie unser Ziel, mit dem Debütalbum gleich eine große Nummer zu werden. Ich meine, was hat man dann noch für eine Perspektive? Wir steigern uns lieber kontinuierlich, immer ein Stück mehr.


POPCONNECTION: Bleibt denn bei der ganzen Fahrerei auch noch Zeit, an neuen Sachen zu arbeiten?

Adam: Wir haben tatsächlich schon wieder einiges in der Hinterhand. Aber natürlich hatten wir noch nicht wirklich Zeit, uns zusammenzusetzen und wirklich ernsthaft an einem neuen Album zu arbeiten. Im Moment steht für uns unser aktuelles Album im Vordergrund, wir finden, es ist wirklich klasse!


POPCONNECTION: Gibt es noch etwas, das ihr loswerden wollt? Was sollen die Leute in Deutschland von euch wissen?

Adam: Sag ihnen, dass wir Spaß haben wollen!
(Zwischenruf: Nein, erzähl ihnen, dass wir von Grund auf böse sind!)
Und natürlich, dass sie unsere Platte kaufen sollen! Wir wissen, dass sie richtig klasse ist, und die Deutschen werden das auch merken, wenn sie es sich anhören!


POPCONNECTION: Okay, das werde ich ihnen ausrichten. Vielen Dank, dass ihr trotz des engen Zeitplanes noch Zeit hattet!

Adam: Wir haben zu danken! Viel Spaß bei unserer Show heute Abend!


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