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POPCONNECTION - Interviews - Eight Legs: "In London musst du akzeptiert sein"
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Eight Legs

EIGHT LEGS

"In London musst du akzeptiert sein"
Datum: 30. Mai 2009 (Berlin)
Interview: Marc Philipp Meyer
Foto: Pressefoto

Die Eight Legs aus London sind die Indieband, dessen Debüt der neuen Inselbands wohl am rotziges rüberkam. Jetzt lebte die Band zwei Wochen lang in Berlin auf engsten Raum, zusammengepfercht in einem 15-Quadramterzimmer. Was dabei rauskam ist weniger rotzig, hat mehr Konzept und klingt teilweise orchestral. Was die Band dazu geführt hat, mehr zu experimentieren, warum sie wie viele andere Indiebands Berlin als Aufnahmeort gewählt haben und wie sie es geschafft haben, sich ohne die nötige Beinfreiheit nicht auf den Nerven zu gehen, haben Jack Wharton, Sam Jolly und Adam Neil uns im Interview erzählt.



POPCONNECTION: Ihr habt euer neues Album in Berlin aufgenommen. Warum hier?

Jack: Wir wollten etwas Neues ausprobieren, also haben wir uns gesagt, wir müssen mal raus und da sind wir nach Ostberlin gegangen. Das war Mitte Januar für zwei Wochen. Wir hatten eine tolle Zeit.

Sam: Wir lieben diese Stadt, daher sind wir hierher gekommen. Aber es ist nicht nur die Stadt, es sind besonders auch die Menschen und das musikalische Umfeld. Es ist die Offenheit, die uns so begeistert hat. Wir spielen sehr gern in Deutschland und besonders in Berlin. Die Leute sind einfach anders. Nicht so sehr szenebezogen.

Jack: Diese Stadt gibt einem das Gefühl von Freiheit. Du gehst in Berlin über die Straße und fühlst dich einfach wohl. Ich weiß nicht, vielleicht sind es die verschiedenen Kulturen, die hier aufeinander treffen. Dies spiegelt sich natürlich auch in der musikalischen Offenheit wider.


POPCONNECTION: The Rakes haben mir etwas Ähnliches erzählt und nannten Berlin die neue Musikstadt Europas. Seht ihr das auch so?

Sam: Ich denke schon. Berlin hat zumindest die offenere Clubszene und einige der besten Clubs in Europa.


POPCONNECTION: Was ist der Unterschied zu London?

Jack: In London musst du akzeptiert sein. Ich habe das Gefühl, dass in Berlin die Leute auf dich zukommen und nicht so voreingenommen sind, wie es manche Magazine in England vorschreiben. Hier spielt man einfach und die Leute bilden sich dann ihre eigene Meinung. Zumindest kommt mir das so vor und man wird auch viel häufiger darauf angesprochen.

Adam: Definitiv fühlt es sich so an. (lacht)


POPCONNECTION: Lasst uns über das neue Album sprechen. Es ist experimenteller geworden und viele Journalisten vergleichen euch mit Razorligtht oder Bloc Party, aber ihr würdet euch eher mit Velvet Revolver vergleichen...(lacht) Ich meine natürlich Velvet Underground.

Sam: Ich dachte schon, Mann. Velvet Revolver sind doch scheiße. (lacht)


POPCONNECTION: Das sind die Nachwirkungen des Berliner Nachtlebens.

Sam: Mann, da weiß ich genau, was du meinst! (alle lachen) Es ist einfach so, ich habe das mal gesagt, dass man uns lieber mit Velvet Revolver…scheiße mann...jetzt hast du mich angesteckt…Velvet Underground vergleichen kann. Aber das habe ich nur gemacht, weil viele schlechte Musikjournalisten die Band nicht kennen und wir oberflächliche Vergleiche mit Bands, die man grad so kennt, nicht mögen. Ich denke einfach Vergleiche sind verwirrend und dann hört euch die Sachen doch einfach selber an.


POPCONNECTION: Was war der Grund dafür auf der neuen Platte mehr mit Geigen und Synthies zu experimentieren und ihr fast denselben Titel, wie Tom Wolfes Buch "The Electric Kool-Aid Acid Test" über die Anfänge der Hippie-Bewegung zu geben?

Jack: It's more psychedelic! (lacht) Die Platte klingt einfach reifer, nicht mehr ganz so roh. Wir haben uns als Band weiterentwickelt.


POPCONNECTION: Wie entstehen denn bei euch die Songs?

Sam: Nun, zunächst gibt es kleine Ideen, die man ausprobiert im Proberaum. Es ist ein langer Prozess und ein guter Song ist nie fertig, sondern wächst mit jedem Mal, an dem man ihn live spielt. So ist es besonders bei uns. Oft werden die Songs, die im Proberaum entstanden sind, beim Livespielen durch leichtes Experimentieren noch verändert, wodurch dann das finale Produkt im Studio entsteht. Oft bewegt sich der Song erst mit der Meinung und besonders der Reaktion der Fans auf Livekonzerten, verstehst du was ich meine?


POPCONNECTION: Ziemlich genau. Das Publikum ist dein Richter und man merkt ziemlich schnell was funktioniert und was nicht.

Sam: Genau! Manchmal springt der Funke an einem Abend besonders rüber, meist wenn du wieder neue Ideen einbaust, die so unerwartet sind. Daher haben wir für unser neues Album auch erst 60 Prozent allein aufgenommen und erst später im Studio neue Sachen und besonders Synthie-Klänge, Geigen und das alles eingebunden. Manchmal haben wir stundenlang in die Songs gehört und nach neuen Ideen gesucht.


POPCONNECTION: Ok, sagen wir mal so, wenn euer erstes Album klang wie The Jam "All Mod Cons", das Neue euer "Sgt. Pepper" ist, wie wird das Nächste klingen?

Sam: Das ist ein Vergleich, den ich mag. Würd sagen: Like a Psychedelic Punk Vibe! Nein, ich denke da natürlich nicht immer an ein Konzept. Songs entstehen entsprechend deiner Stimmung. Die kann ich jetzt noch nicht voraus sehen.


POPCONNECTION: Aber wie war die Stimmung als ihr während der Aufnahme auf engsten Raum gelebt habt? Man hört, ihr hattet nur einen Raum? Seit ihr Euch nicht schnell auf die Nerven gegangen?

Jack: Ja Mann, klar. Wir hatten ein 15-Qudratmeterzimmer oder so. Manchmal hatten wir die Füße des anderem im Gesicht, während wir schliefen. Aber diese Erfahrung schweißt einen zusammen und wir haben eine gute Platte hinbekommen und freuen uns wieder hier zu sein und in Berlin heut Abend zu spielen.


POPCONNECTION: Ich freu mich auch drauf. Danke euch für das Interview!

Sam: Danke dir!


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