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POPCONNECTION - Interviews - Gregor McEwan: "Als Solokünstler habe ich alle Entscheidungen alleine zu treffen"
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Gregor McEwan

GREGOR MCEWAN

"Als Solokünstler habe ich alle Entscheidungen alleine zu treffen"
Datum: 04. November 2010 
Interview: Katja Embacher
Foto: Pressefoto

Ewan McGregor ist wohl jedem Freund zeitgenössischer Filmkunst ein Begriff. Wer aber ist Gregor McEwan? Hinter dem anagrammatischen Synonym verbirgt sich Hagen Siems, seines Zeichens ehemaliger Sänger und Gitarrist der Band Helter Skelter, die sich im letzten Jahr getrennt hat. Seitdem fricktelte der nach Berlin abgewanderte Halterner an "Houses And Homes", seinem Erstlingswerk als Solist, das vor einer Woche veröffentlicht wurde. Zurzeit ist der Singer/Songwriter unterwegs, um sein Debütalbum live vorzustellen. Alles, was es über "Houses And Homes" zu berichten gibt, hat uns Hagen Siems in einem Interview erzählt.



POPCONNECTION: Dein Künstlername Gregor McEwan ist eine Anleihe an den Schauspieler Ewan McGregor. Was hat es damit auf sich?

Hagen: Klingt ganz gut.


POPCONNECTION: Deine musikalischen Anfänge hast du mit der Band Helter Skelter bestritten, die sich im letzten Jahr getrennt hat. Worin liegt für dich der größte Unterschied zu deiner jetzigen Arbeit als Solokünstler? Vermisst du manchmal die Zusammenarbeit innerhalb einer Band?

Hagen: Eine künstlerische Zusammenarbeit habe ich ja auch mit meiner jetzigen Band. Aber ich vermisse meine alte Band an sich. Es war einfach eine tolle, unbekümmerte Zeit. Meiner Meinung nach das Beste, was man in seiner Jugend machen kann. Ein künstlerischer, sozial-gesellschaftlicher Haufen von Freunden, der ständig auf der Kippe zwischen “es geht voran” und “vor die Wand gefahren werden” steht. Großartig! Als Solokünstler habe ich alle Entscheidungen alleine zu treffen. Worüber ich auch irgendwie froh bin. Das erspart dir manchmal echt viel Kraft und Zeit. In einer Band laufen alle Entscheidungen meist demokratisch ab. Und wenn man dann noch ein Quartett ist… (lacht!)

Wenn ich ein Solo-Konzert spiele, liegt die ganze Verantwortung für den Abend auf meinen Schultern. Da ist niemand auf den ich mich verlassen kann, der mir den Rücken frei hält. Ich habe gehörigen Respekt vor dieser alleinigen Verantwortung. Und ehrlich gesagt auch ein wenig Angst. Aber lernen, lernen, lernen, popernen.


POPCONNECTION: Gab es die Idee für ein Soloalbum bereits als Helter Skelter noch existierten, waren die Songs zu "Houses And Homes" bereits vorher in deinem Kopf oder entstanden diese erst nach dem Split?

Hagen: Teils, teils. Einige Songs waren in meinen Augen zu melancholisch / balladesk für Helter Skelter. Und vor allem habe ich auch immer "zu viele" ruhigere Stücke geschrieben. Andere Songs entstanden nach dem "Split". Wieder andere wie "The Banks" besingen gar die Zeit, die man mit und in der Band erlebt hat und übertragen das Erlebte dann auf die Allgemeinheit. 


POPCONNECTION: Der Titel deines Debüts ist "Houses And Homes". Wofür steht dieser Titel? Geht es dabei auch um deinen Umzug nach Berlin?

Hagen: Zunächst einmal war da der Song "Houses And Homes", von dem ich schon beim Schreiben wusste, dass er der perfekte Opener für das Album sein wird. Dann habe ich mir irgendwann meine Songtexte angeschaut und festgestellt, dass in jedem zweiten Song das Wort "House" oder "Home" vorkommt. Hinzu kam die Tatsache, dass es mein Debutalbum ist, also quasi ein Anfang / der Beginn. Und wenn ich an meine allerersten Erinnerungen denke, dann ist da ja nicht das Krankenhaus, sondern das Zuhause und meine Familie. "Houses And Homes".


POPCONNECTION: Wenn man sich die Titel deiner Tracks so anschaut, beispielsweise "Drinking Burgundy" oder "The Pigeon Breeders Club", dann macht es den Anschein, als würden dich Alltagserlebnisse zu deinen Songs inspirieren. Ist das so oder woher stammen die Ideen für deine Songs?

Hagen: Ich habe keine Ideen für Songs und mache mir auch keine Gedanken darüber, worüber ich jetzt als nächstes schreibe. Das passiert einfach mit mir.


POPCONNECTION: "Houses And Homes" ist ein klassisches Herbstalbum. Woher rührt diese melancholische Grundstimmung des Longplayers?

Hagen: Ich glaube das ist meine Schuld. Oder? (schaut sich um…)


POPCONNECTION: Auf "Houses And Homes" unterstützen dich unter anderem Künstler wie Tess Wiley oder Jonas Künne. Wie war es, mit diesen Künstlern zusammenzuarbeiten?

Hagen: In erster Linie ist jeder Künstler und Musiker eine große Bereicherung für dieses Album. Sie haben mit meinen Songs zusammengearbeitet. Nicht mit mir.


POPCONNECTION: Du hast dein Debütalbum mit Dinesh Keltelsen (Anm. d. Red.: Ex-National Galerie) aufgenommen. Wieso hast du dich für ihn als Produzenten entschieden?

Hagen: Ich habe den Kontakt hergestellt, nachdem ich gelesen habe, dass Dinesh bei "Du kannst mich an der Ecke rauslassen" von Niels Frevert mitgewirkt hatte. Ich finde Songs und Produktion dieses Albums grandios. Beim ersten Treffen mit Dinesh in Hamburg hat es sich dann direkt richtig angefühlt und ich wusste noch vor dem Verlassen des Raumes, dass ich mit ihm mein Album aufnehmen möchte. Dass er dann auch noch als Musiker (Bass, E-Bow, Lap Steel) mitgewirkt hat, macht die ganze Zusammenarbeit noch runder. Dinesh ist einfach ein ganz toller Mensch, der Kunst liebt und somit Künstler versteht.


POPCONNECTION: "Houses And Homes" erscheint auf Tom Liwas Label Ludwig. Wie kam der Kontakt zustande?

Hagen: Dieser Tom Liwa tauchte nach einem meiner Konzerte in einer seltsamen Kostümierung auf. Er ist ja ein Meister der Verkleidung. So weit ich mich erinnere, trug er einen langen weißen Bart, eine Perücke und Stars and Stripes-Bermudas. Er wirkte als wäre er nicht von dieser Welt, kicherte die ganze Zeit durch seine gelben Zähne und erzählte irgendwas auf Englisch von "crack the international market". Dann gab er mir einen Zettel mit seiner Telefonnummer und dem Wort 'mithrandir'. Ich hab nicht wirklich geglaubt, dass das mit seinem Label was wird. Aber drei Tage später hatte ich seine "rechte Hand" Giulia am Telefon und alles wurde auf einmal viel plausibler. Ich weiß bis heute nicht, wer bei Ludwig die Entscheidungen trifft, glaube aber schon, dass Liwa es selber macht und nur halb so durchgeknallt ist wie er tut. Mit Sicherheit eins der schrägsten Labels der Welt...


POPCONNECTION: In deiner Presseinfo steht, "Gregor McEwan. Eine Ohrfeige an das Nicht-Ernstnehmen hiesiger englischsprachiger Künstler." Kannst du diese Aussage genauer erläutern? Wie nimmst du die gegenwärtige Rezeption nationaler englischsprachiger Künstler innerhalb der Musikszene hierzulande wahr?

Hagen: Ich habe im Vorfeld der Album-VÖ einfach so oft Sätze wie "Du setzt Dich einer zu großen internationalen Konkurrenz aus" oder "Es gibt einfach keinen Markt für deutsche englischsprachige Musik. Mach deutsche Texte!" gehört. Aber gut, wenn dieses Land will, dass es Bands wie die Scorpions sind, die als die englischsprachige Band aus deutschen Landen gesehen wird, dann bitte. Und gute Nacht!


POPCONNECTION: Bald wirst du live unterwegs sein. Was erwartet uns, wenn wir uns Gregor McEwan live anschauen?

Hagen: Euch erwartet das, worauf ihr euch einlasst.


POPCONNECTION: Vielen Dank für das Interview!


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