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POPCONNECTION - Im Interview - The Late Call: "Ich bin ein sehr hoffnungsvoller Mensch"
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The Late Call

THE LATE CALL

"Ich bin ein sehr hoffnungsvoller Mensch"
Datum: 19. Dezember 2009 (Münster)
Interview: Jenny Schnabel
Foto: Pressefoto

Beim Warten auf die Anrufe seiner Freundin am späten Abend, hat der Singer/Songwriter Johannes Mayer alias The Late Call zur Gitarre gegriffen und die einsam verbrachten Stunden genutzt, wunderschöne Songs zu schreiben. Songs über das bittersüße Gefühl zwischen Abschied, Aufbrechen und Ankommen. Im vergangenen Frühjahr hat der Ex-Münsteraner und Wahl-Stockholmer sein Debütalbum "Leaving Notes" veröffentlicht, das auf dem Hamburger Label Tapete Records erschienen ist.

Wir haben Johannes Mayer vor seinem Konzert in Münster zum Interview getroffen und mit ihm über sein Debütalbum gesprochen.



POPCONNECTION: Hallo Johannes! Wie ich gehört habe, bist du nach Schweden ausgewandert. Was hat dich denn nach Schweden verschlagen?

Johannes: Ich bin nach Schweden gezogen, weil ich eine schwedische Freundin hab. Das war der Hauptgrund. Wir sind schon ziemlich lange zusammen und haben lange eine Fernbeziehung geführt. Ich bin letztes Jahr mit der Uni fertig geworden und nach meinem Abschluss dann dort hingezogen. Schweden ist aber ein sehr schönes Land!


POPCONNECTION: Schweden hat ja eine sehr lebhafte Musikszene, die auch im Ausland wahrgenommen wird. Was glaubst du, wieso das so ist?

Johannes: Ich glaube zum einen liegt es ganz banal daran, dass die Schweden ein ganz hörbares und sympathisches Englisch sprechen bzw. singen. Und zum anderen verkörpert Schweden im Ausland auch so eine Art Schwedenromatik, womit viele Bands spielen - so lieblich wie die Cardigans oder so Rock 'n' Roll wie Mando Diao. Das ist ja ein bisschen so wie "Populärmusik aus Vittula"; als hätten sie dort nie neue Sachen gehört und ich glaube genau davon profitiert der ganze Schweden-Hype im Ausland auch ein bisschen. Und aus irgendeinem Grund machen die Schweden einfach saugute Popmusik! Außerdem habe ich festgestellt, dass in Schweden mehr Leute wieder auf traditionelle Instrumente zurückgreifen, wodurch ähnlich wie in Großbritannien, die Musiktradition viel mehr am Leben gehalten wird.


POPCONNECTION: In deiner Presseinfo steht, dass der Name "The Late Call" daher stammt, dass du diese jahrelange Fernbeziehung hattest und immer abends auf die Anrufe deiner Freundin gewartet hast.

Johannes: Ich hab aber nicht nur abends auf die Anrufe gewartet. (lacht). Ich fand mit einem Bandnamen muss im besten Fall auch was rüberkommen. Ich persönlich finde die Vorstellung von einem Anruf am Abend nach einem langen Tag, hat was ähnlich konzeptionelles wie auch ein bisschen die Musik dahinter. Das ist eine Mischung aus Wahrheit und künstlerischer Freiheit.


POPCONNECTION: Sind denn in dieser Zeit auch die Songs für das Album entstanden?

Johannes: Ja, die Songs sind alle unter der Fernbeziehung geschrieben worden. Das Grundgefühl stammt also daher. Aber wichtig ist, die Texte, die ich schreibe, sind nicht alle persönlich. Es gibt einige sehr besorgniserregende Texte auf meinem Album. Wenn man das jetzt ernst nehmen würde, dann könnte man denken, ich hätte eine echt stressige Beziehung. Das hab ich aber überhaupt nicht. Im Gegenteil. Aber ich hab sogar irgendwo gelesen, dass ein Journalist in einer Rezension geschrieben hat, die Beziehung sei am Ende dann kaputt gegangen. Da hab ich gedacht, wie kann man nur so einen Blödsinn schreiben.


POPCONNECTION: Ich finde die Songs bergen aber immer einen Funken Hoffnung in sich...

Johannes: Ich bin ja auch ein sehr hoffnungsvoller Mensch (grinst). Ich mag auch keine Singer/Songwriter, die sich zu sehr leid tun. Ich mag Melodien und die stehen für mich erst mal im Vordergrund.


POPCONNECTION: Du hast das Album komplett mit akustischen Instrumenten eingespielt. Wie bist du auf die Idee gekommen?

Johannes: Ich hab ja früher bei The Cedar gespielt und während dieser Zeit ist bei mir immer stärker das Verlangen nach ganz ganz ruhiger Musik gewachsen. Ich weiß noch, es war irgendwann im März 2007, da hab ich angefangen ganz ganz ruhige Lieder zu schreiben. Das Gute war, dass ich dabei überhaupt keine Ambitionen hatte, die Songs zu veröffentlichen. Ich hab dann damals im Cuba Nova ein Konzert gegeben, wo ich das live ausprobiert hab. Das lief so extrem gut. So ist die Idee eigentlich entstanden.


POPCONNECTION: Du hast auch mehrere Gastmusiker dabei u.a. auch Henrik Roger von Ghost of Tom Joad. Wie kam es dazu?

Johannes: Henrik und ich sind befreundet und ich mag sein Songwriting. Wir haben öfters zusammen gespielt und hatten ja auch den gleichen Proberaum. Er ist ein sehr guter Musiker.


POPCONNECTION: Du wirst in deiner Presseinfo mit Nick Drake und Damien Rice verglichen. Sind das musikalische Einflüsse von dir?

Johannes: Nick Drake auf jeden Fall. Seine Sachen find ich sehr schön. Ich hör aber ein ziemlich breites musikalisches Spektrum. Ich mag akustische Sachen - gerade schwedische Bands hör ich da sehr gerne - ich hör aber auch sehr gerne Jazz oder ich höre auch gerne die Stone Roses. Ich hab eine ganze Zeit lang super gerne Britpop gehört - das ist ja kein Geheimnis - und das hat mich bei meinen Harmonien ziemlich beeinflusst.


POPCONNECTION: Mich erinnert deine Stimme stellenweise ein wenig an die Stimme von Chris Martin. Was hält's du von diesem Vergleich?

Johannes: Ja, das stimmt - wir haben schon ähnliche Stimmen. Er hat ja auch ein ziemliches Tembre und ein bisschen eine nasale Stimme. Ich find die frühen Coldplay-Sachen auch immer noch unschlagbar gut - "Parachutes" und "A Rush Of Blood To The Head" - und es gab mal eine Zeit - so vor 6 Jahren - da hab ich es ganz toll gefunden wie er singt. Ich hab damals auch ein bisschen versucht seinen Gesang nachzumachen und sicher ist da auch ein bisschen was bei hängen geblieben. Das will ich gar nicht leugnen. Aber ich bin mittlerweile alt genug, dass ich nicht mehr irgendwie jemanden nachmachen muss.


POPCONNECTION: Und welche nicht-musikalischen Dinge beeinflussen dein Songwriting?

Johannes: Meine Lebenssituation. Früher war es die Fernbeziehung und jetzt ist es auf jeden Fall das Zurechtkommen in einem neuen Lebensabschnitt. Das Fertigwerden mit der Uni und der Umzug in ein anderes Land, das ist schon etwas, woran man zu arbeiten hat.


POPCONNECTION: Heute Abend spielst du ja hier in Münster. Ist es für dich ein bisschen wie nach Hause kommen?

Johannes: Ja, ich hab 6 Jahre hier gewohnt und Münster war für mich der Ort, wo ich zu mir gefunden habe. Ehrlich! Ich hab hier super tolle Leute kennen gelernt und ich bin auch mit allen noch befreundet. Münster liegt mir extrem am Herzen. Insofern ist es für mich definitiv das Highlight der Tour!


POPCONNECTION: Welche musikalischen Pläne hast du für 2010?

Johannes: Ich hab schon angefangen neue Songs aufzunehmen für das zweite Album, dementsprechend werde ich die nächsten drei Monate sehr viel damit zu tun haben. Das ist jetzt so halb offiziell - aber ich glaube im Mai spiele ich dann noch mal eine kleinere Tour mit Björn Kleinhenz. Das Album kommt dann wahrscheinlich im September raus.


POPCONNECTION: Hab vielen Dank für das Interview!

Johannes: Ich danke auch!


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