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POPCONNECTION - Im Interview - Neimo: "Wir mögen Phoenix sehr"
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Neimo

NEIMO

"Wir mögen Phoenix sehr"
Datum: 17. April 2009 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Mathieu Zazzo

Neimo ist eine der interessantesten französischen Bands, die versucht, das große Vakuum hinter Phoenix zu füllen. Vor kurzem waren sie auf Tour in Deutschland, um Werbung für Ihr aktuelles Album "Moderne Incidental" zu machen. Gitarrist Camille Troillard empfing uns kurz vor dem Konzert im Münchner Atomic Café zu einem Interview.



POPCONNECTION: Indie-Pop Band aus Frankreich, gibt es nicht so häufig. Ist es wirklich so schwierig, in Frankreich mit englischsprachiger Musik anzukommen?

Camille: Ja, es ist wirklich kompliziert. Du hast sicher schon einmal von der Radioquote gehört. Radiosender müssen mindestens 40 Prozent französischsprachige Musik spielen, 60% bleiben für alle anderen Sprachen. Hört sich nach viel an, aber die Konkurrenz ist natürlich groß. Die Radiosender spielen natürlich in erster Linie die Hits der großen, englischen Bands, da bleibt für unbekannte Bands kaum noch Platz im Programm.
Es gibt aber noch ein zweites Problem, die französischen Medien bevorzugen generell eher ausländische Bands. Wir wissen auch nicht, warum das so ist. Als französische Band, die englisch singt, sitzen wir sozusagen zwischen den Stühlen.


POPCONNECTION: Eigentlich gibt es ja nur eine weitere Band aus Paris, die mit englischen Texten große Erfolge feiert, nämlich Phoenix. Vorbilder für euch?

Camille: Es ist wirklich eine große Ehre für uns, in die Fußstapfen von Phoenix zu treten. Wir mögen Phoenix sehr und sie haben wirklich viel erreicht, das respektieren wir.


POPCONNECTION: Um groß rauszukommen, musstet ihr aber erst einmal nach New York fahren. Dort habt ihr Alan Moulder auf einer Party getroffen und überredet, ein paar Songs mit euch aufzunehmen. Wie kam es dazu?

Camille: Es war ein Silvesterabend und wir waren auf einer Feier in New York. Wir hatten das überhaupt nicht geplant, es war purer Zufall. Eine Freundin von uns ist Regisseurin und sie hat einen unserer Songs für einen Film benutzt. Sie hat uns auf dieser Feier jemandem vorgestellt, der uns schließlich mit einigen wichtigen Menschen der Musikindustrie bekannt gemacht hat. Am Ende standen wir inmitten einer Gesprächsrunde, an der auch Alan Moulder teil nahm. Wir haben ihn ja zunächst nicht einmal erkannt. Das Album war eigentlich schon fertig gemixt, aber weil wir unbedingt mit Alan Moulder arbeiten wollten haben wir ihn zu einem weiteren Treffen überredet. Schließlich hat er ja gesagt und drei Songs mit uns aufgenommen.


POPCONNECTION: Welche Bands haben euch am meisten beeinflusst?

Camille: Da gibt es sehr viele. Hauptsächlich Iggy Pop, David Bowie und Blondie würde ich sagen, aber auch Joy Division und New Order.


POPCONNECTION: Ich vermisse The Smiths bei deiner Auflistung. "Something In Common" und vor allem "Lines" sind doch sicher sehr inspiriert von The Smiths.

Camille: Ja, du hast Recht. Das Gitarrenriff von "Lines" ist sehr an The Smiths angelehnt.


POPCONNECTION: Seid ihr mit der Tour bis jetzt zufrieden?

Camille: Oh ja. Wir lieben Deutschland. Wir kommen wirklich sehr gerne hier her. Die Leute sind so hilfsbereit und nett. Wir werden überall sehr herzlich empfangen, das ist wirklich großartig.


POPCONNECTION: Wart ihr auch schon in Großbritannien?

Camille: Ja, wir waren schon in Großbritannien. Dort ist es als ausländische Band immer etwas schwierig. Ich glaube, es liegt einfach daran, dass sie auf einer Insel leben. Sie schotten sich in allen Dingen gerne etwas ab. So auch bei der Musik. Wenn also eine französische Band in ihr Land kommt und obendrein in Englisch singt, da sind die Briten sehr voreingenommen und skeptisch, obwohl es eigentlich keinen Grund dafür gibt. Aber wir versuchen natürlich trotzdem, auch in Großbritannien Fuß zu fassen.


POPCONNECTION: Was habt ihr dieses Jahr noch für Pläne?

Camille: Zunächst einmal spielen wir die Tour zu Ende. Danach werden wir einen kurzen Urlaub einlegen und anschließend an unserem neuen Album arbeiten.


POPCONNECTION: Welchen Produzenten habt ihr dieses Mal engagiert?

Camille: Uns selbst. Wir sind die Produzenten. Wie ich bereits gesagt habe, der beste Weg, in Frankreich erfolgreich zu sein ist es, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Unser erstes Album haben wir auch alleine produziert. Wir werden ziemlich viel live einspielen. Die Songs sind soweit fertig, wir haben sie auch schon live getestet.


POPCONNECTION: Werdet ihr heute Abend auch neue Songs im Programm haben?

Camille: Ja, einen neuen Song werden wir spielen. Aber der Großteil des Sets wird aus Songs des aktuellen Albums bestehen, die Leute in Deutschland kennen "Moderne Incidental" ja auch noch nicht. Außerdem spielen wir einen Song von unserem ersten Album, vielleicht interessiert sich ja dann noch jemand für unser Debüt.


POPCONNECTION: Euer Debüt wurde außerhalb Frankreichs nicht veröffentlicht, oder?

Camille: Es wurde mittlerweile im Internet veröffentlicht, überall auf der Welt, außer in Deutschland und Österreich. Das hat unsere Managerin so entschieden. Sie wollte das erste Album hierzulande erst nach dem aktuellen veröffentlichen, damit nicht zwei Alben gleichzeitig auf den Markt kommen. Aber wer sich wirklich dafür interessiert, findet es im Internet auf diversen Seiten. Jeder, der möchte, soll es downloaden, und wenn er es gut findet, soll er es nachträglich kaufen. Das ist doch ein gutes Geschäft, oder?


POPCONNECTION: Was kann man von eurem neuen Album erwarten. Wohin geht die Reise?

Camille: Ein bisschen zurück zu den Wurzeln, würde ich sagen. Etwas härter, ein bisschen so wie unser erstes Album. Dieses mal allerdings mit einem echten Drummer, beim Debüt haben wir noch mit einem Drumcomputer gearbeitet. Und ich glaube, es wird ein bisschen intellektueller. Wir machen uns jetzt einfach mehr Gedanken über die Songs.


POPCONNECTION: Vielen Dank, dass ihr so kurz vor der Show noch Zeit hattet für das Interview. Ich glaube, ihr müsst jeden Moment auf die Bühne. Also viel Spaß!

Camille: Danke! Hoffe, dir gefällt die Show!


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