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POPCONNECTION - Im Interview - The Parlotones: "Es gab schon immer eine derartige Szene in Südafrika"
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The Parlotones

THE PARLOTONES

"Es gab schon immer eine derartige Szene in Südafrika"
Datum: 02. Juli 2009 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

The Parlotones sind zur Zeit die größte und erfolgreichste Band Südafrikas, in Europa aber noch weitgehend unbekannt. Um das zu ändern, befinden sie sich gerade auf Clubtour durch Deutschland. Was unterscheidet Südafrika und Europa in musikalischer Hinsicht? Gitarrist Paul und Bassist Glen standen uns vor dem Gig im Münchner 59:1 Rede und Antwort.



POPCONNECTION: Wie geht's euch? Wie gefällt's euch auf Tour in Deutschland?

Glen: Gut! Danke. Die Tour läuft super, es ist schön, wieder in Deutschland zu sein. Die Clubs sind voll, unser Team macht einen tollen Job und wir haben viel Spaß!

Paul Wir freuen uns immer wenn wir nach Deutschland kommen dürfen. Wir sind immer wieder überrascht wie aufgeschlossen die Deutschen gegenüber neuen, unbekannten Bands sind, wirklich Klasse.


POPCONNECTION: Ihr seid hier um Werbung für euer, naja, "neues altes" Album zu machen. "A World Next Door to Yours" kam in Südafrika ja schon vor knapp zwei Jahren raus. Komische Situation für euch, oder, Werbung zu machen für ein zwei Jahre altes Album?

Glen: Man zwei Jahre ist das schon wieder her? Die Zeit vergeht...

Paul: Ja du hast schon recht, es wurde 2007 veröffentlicht. Es ist schon eigenartig, das stimmt. Eigentlich arbeiten wir schon längst am Nachfolger. Aber beim Vorgängeralbum, also "Radiocontroledrobot", war die Situation genau so. Wir sind also schon daran gewohnt. Hoffentlich schaffen wir es beim kommenden Album, es etwas zügiger auch in Europa zu veröffentlichen.

Glen: In Südafrika waren wir schon sehr viel auf Tour mit dem Material, das wir jetzt in Europa präsentieren. Das ist der Vorteil. Wir kennen die Songs in- und auswendig und können sie wirklich routiniert spielen.


POPCONNECTION: Ihr habt schon angedeutet, dass ihr gerne in Deutschland seid. Wie gefällt es euch ganz allgemein in Europa? Und vor allem, was sind die größten Unterschiede zur Musikszene in Südafrika?

Glen: Wir alle lieben Deutschland, wir kommen unheimlich gerne hier her. Der größte Unterschied zwischen Tourneen in Südafrika und einer Tour in Deutschland ist, dass es in Südafrika keine Konzertveranstaltungen in diesem Sinn gibt. Es gibt keine Musikclubs. Die Bands müssen wirklich das gesamte Equipment von Club zu Club schaffen. In Europa ist alles immer viel besser organisiert.

Paul: Hier in Europa sind Indie-Clubs eigentlich immer gleich aufgebaut und verfolgen das gleiche Konzept. Sie veranstalten Clubnächte und Konzertabende gleichermaßen. In Südafrika finden Konzerte immer im Rahmen irgendwelcher Themenabende oder Partys statt.


POPCONNECTION: Gibt es in Südafrika einen Markt für Indie-Rock Bands wie euch? Oder anders gesagt, gab es vor euch schon eine derartige Musikszene oder wart ihr in dieser Hinsicht Pioniere?

Glen: Ach Pioniere, das nicht. Es gab schon immer eine derartige Szene in Südafrika, wenn auch nicht sehr groß. Wir waren mit die erste Band, die es dann aus dem Untergrund heraus geschafft hat. In der Folge gab es dann eine regelrechte Explosion an neuen Bands. Von daher waren wir schon so etwas wie Vorreiter auf diesem Gebiet. Das kulturelle Leben in Südafrika ist so vielfältig, es gibt so viele verschiedene Einflüsse, da tut man sich schwer, einen großen Markt zu erobern.

Paul: Diese Entwicklung dauert aber noch immer an. Es wird immer besser. Vor etwa 10 Jahren konnte man südafrikanische Rockmusik komplett vergessen. Wenig originell und schlecht aufgenommen. Wirklich schrecklich. Mittlerweile wurde das viel besser.


POPCONNECTION: Ich habe schon ein paar Mal gelesen, dass ihr die "Afrikanischen Coldplay" genannt werdet. Wie gefällt euch der Vergleich? Und wer war in Südafrika zuerst da, Coldplay oder habt ihr den Erfolg von Coldplay erst ermöglicht?

Paul: Nein so ist es nicht. Coldplay haben in Südafrika schon viele CDs verkauft, bevor wir den Durchbruch schafften. Der Vergleich ehrt uns natürlich. Als wir das erste Coldplay Album gehört haben dachten wir uns "so wollen wir klingen". Eine sehr wichtige Band für uns. Die größte Parallele zu Coldplay ist, dass wir in Südafrika mittlerweile, genau wie Coldplay damals in Großbritannien, den Sprung aus dem Untergrund in den Mainstream geschafft haben.


POPCONNECTION: In Eurer Heimat seid ihr Stars, in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Wie geht ihr damit um?

Glen: Es ist eine sehr angenehme Abwechslung. In Südafrika haben wir es bis an die Spitze geschafft. Nur deswegen haben wir ja überhaupt die Möglichkeit, es International zu versuchen.

Paul: Wenn man viel Erfolg hat, wird man auch ein bisschen faul. Hier in Europa müssen wir die Menschen von neuem für unsere Musik begeistern, da können wir uns nicht ausruhen, und das ist auch gut so.

Glen: Im Grunde ist es hier in Deutschland genau so viel harte Arbeit wie vor einigen Jahren in Südafrika, also ist es in gewisser Weise auch eine Reise zurück zu den Anfängen der Parlotones.


POPCONNECTION: Wie groß sind die Hallen, in denen ihr in Südafrika spielt?

Paul: Das kommt immer auf die Stadt an. Es schwankt ziemlich, von ein paar hundert Leuten bis hin zu 10.000 Zuschauern war schon alles dabei. In Südafrika gibt es aber nicht besonders viele große Konzerthallen. Wir spielen oft bis zu fünf Shows hintereinander, im selben Club, und alle fünf Abende sind dann ausverkauft.


POPCONNECTION: Ihr habt schon angedeutet, dass das deutsche Publikum sehr offen für neue Bands ist. Wie ergeht es euch sonst so in Europa? Eine französische Band hat jüngst darüber geklagt, dass es vor allem in Großbritannien nahezu unmöglich ist, als ausländische Band erfolgreich zu sein.

Paul: Ja das können wir bestätigen. In Großbritannien ist es am schwierigsten. Die Briten sind einfach so gesättigt mit neuen Bands, da fällt es schwer, noch offen für ausländische Bands zu sein. Ansonsten sind wir aber recht zufrieden mit der Resonanz auf unser Material, gerade in Deutschland.


POPCONNECTION: Freut ihr euch auf die Fußball WM im kommenden Jahr? Seid ihr Fußballfans?

Paul: Oh ja wir freuen uns sehr auf die WM! Wir sind Fußballfans. Aber nicht nur deswegen, es ist auch sehr gut für das Land. Die Welt wird endlich einmal mehr von Südafrika sehen und das Land kennen lernen. Ich glaube, da gibt es einige Vorurteile gegenüber Südafrika.

Glen: Ja, die Leute in Europa denken wohl, man kann in Südafrika immer und überall von einem Löwen angegriffen werden, aber so ist es ja nun wirklich nicht.


POPCONNECTION: Was hält das Jahr 2009 noch für euch bereit?

Paul: Wir werden unser neues Album fertig stellen und noch dieses Jahr veröffentlichen! Vielleicht können wir dann im Frühjahr schon in Europa unser neues Album vorstellen, wer weiß.


POPCONNECTION: Vielen Dank, dass ihr euch Zeit für das Interview genommen habt, und viel Spaß heute Abend!


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