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POPCONNECTION - Im Interview - Paul Smith: "Es ist eine andere Facette von mir"
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Paul Smith

PAUL SMITH

"Es ist eine andere Facette von mir"
Datum: 08. November 2010 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Paul Smith ist ein gefragter Mann. Der Frontmann von Maximo Park hat mit "Margins" vor kurzem ein hervorragendes Solo-Debüt veröffentlicht und befindet sich nun auf Tour, um seine neuen Songs dem Publikum zu präsentieren. Bevor er jedoch die Bühne im Münchner 59:1 betreten kann, muss er einen wahren Interviewmarathon absolvieren. Umso erfreulicher ist, dass er sich kurz vor dem Soundcheck und am Ende eines langen Tages noch kurz Zeit für uns genommen hat.



POPCONNECTION: Wie bist du auf die Idee gekommen, ein Soloalbum aufzunehmen?

Paul Smith: Das war ein längerer Prozess. Seit vier oder fünf Jahren habe ich Songs, die nicht zu Maximo Park passen. Oder besser gesagt, mittlerweile waren es 14 Songs, die ich im Laufe der Zeit angehäuft habe. Und ich wollte die Songs sehr gerne veröffentlichen. Nach drei Alben mit Maximo Park war es auch an der Zeit, mal wieder etwas Neues zu machen. Was natürlich nicht heißt, dass ich ausgestiegen bin oder es Maximo Park nicht mehr gibt. Aber etwas Neues auszuprobieren macht wirklich Spaß. Es ist eine neue Herausforderung.


POPCONNECTION: Du hast die Songs also schließlich mit Andy Hodson aufgenommen…

Paul Smith:
Ja genau, ich spiele Gitarre und er Schlagzeug.


POPCONNECTION: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Andrew?

Paul Smith:
Er ist ein guter Freund von mir und wohnt bei mir gleich um die Ecke. Ich habe ihm etwas vorgespielt und er schlug vor, dazu Schlagzeug zu spielen. Als dachte ich "mal sehen, was passiert" und fand es spannend. Es hörte sich neu, ungewohnt an, aber auch spannend. Ich mochte es, und deswegen wollte ich es auch veröffentlichen. Und natürlich hoffe ich, dass es den Leuten auch gefällt.


POPCONNECTION: Wenn du sagst du hoffst, dass es den Leuten gefällt, denkst du da vor allem an Maximo Park Fans oder glaubst du, dass sie deine Musik nicht mögen?

Paul Smith: Das ist sicher ganz unterschiedlich. Einigen wird es nicht gefallen, klar, aber den ein- oder anderen werde ich schon überzeugen können. Man kann es sowieso nicht allen recht machen. Wichtiger ist doch, dass man selbst mit sich und dem, was man tut, zufrieden ist. Selbst wenn ich heute Abend auf die Bühne gehe und überhaupt niemanden für meine Musik erwärmen kann, bin ich trotzdem verdammt stolz auf diese Songs und versuche, eine gute Show abzuliefern. Wenn die Zuschauer beginnen sollten, während der Songs zu quatschen und mir keine Beachtung schenken werde ich natürlich genervt sein. Aber auch dann sind es immer noch meine Songs und ich bin glücklich, dass ich sie live präsentieren darf. Ich bin richtig heiß darauf!


POPCONNECTION: Du rechnest dir also keinen großen Erfolg aus, verglichen mit Maximo Park?

Paul Smith: Natürlich wäre ich gerne Nummer 1, das ist ja auch klar. Aber ich weiß auch, dass das nicht passieren wird. Dafür sind die Songs zu ruhig und zu wenig poppig. Deswegen heißt das Album auch "Margins". Es ist "Rand-Musik" verglichen mit dem, was ich bisher gemacht habe. Wobei wir ja auch als Maximo Park alles andere als Mainstream sind. Wir waren immer schon ein bisschen verrückter als andere Bands im Geschäft. Maximo Park ist Pop in dem Sinn, dass wir den Leuten gefallen wollen. Aber wir sind eigentlich kein Teil des Pop-Geschäfts.


POPCONNECTION: Wie würdest du deinen Stil als Solokünstler beschreiben?

Paul Smith:
Die Musik ist intimer. Es ist eine andere Facette von mir. Bei diesen Songs habe ich mich nicht selbst unter Druck gesetzt, eine besonders gelungene Hookline hinzubekommen. Die Arbeit war entspannter und es fiel mir auch leichter. Die Songs sind auch länger, ich knacke sogar die vier-Minuten Grenze. Das hab ich noch nicht oft geschafft. An den Texten hat sich im Vergleich zu Maximo Park nicht viel geändert. Ich habe schon immer versucht, viele persönliche Dinge in Songs zu thematisieren. Vielleicht sind die Texte noch einen Tick emotionaler.


POPCONNECTION: Du redest ja viel von Maximo Park. Waren die Songs, die du nun alleine veröffentlichst, ursprünglich als Maximo Park Songs gedacht?

Paul Smith: Nun, es hätte mich durchaus gefreut, wenn der ein- oder andere Song bei meinen Bandkollegen gut angekommen wäre und auf einem Maximo Park-Album gelandet wäre. "While You Are In The Bath" zum Beispiel hätte ich schon gerne als letzten Track auf einem unserer Alben gesehen. Die anderen Jungs fanden aber, dass die Songs nicht zu Maximo Park passen. Das war, als wir unser zweites Album aufgenommen haben. Vielleicht wäre es mittlerweile schon wieder ganz anders. Wir haben uns ja auch weiterentwickelt und unseren Stil im Vergleich zum ersten Album etwas verändert. Ein wichtiger Prozess in einer Band. Aber schließlich dachte ich "hey, so schlecht bin ich doch gar nicht an der Gitarre", und wieso sollte ich die Songs nicht selbst veröffentlichen. Ich spiele gerne Gitarre bei diesen Songs, und bei Maximo Park hätte das nicht so richtig funktioniert.


POPCONNECTION: Wo siehst du deine Zukunft? Handelt es sich um einen einmaligen Ausflug als Solokünstler, oder kannst du dir vorstellen auch weiter auf Solopfaden zu wandeln?

Paul Smith: In erster Linie möchte ich einfach Musik machen. Wieder ein Album mit Maximo Park aufnehmen wäre toll, es wäre das einfachste für mich, einfach wieder mit den Jungs ins Studio zu gehen. Ich möchte mich aber auch nicht auf einen Stil festlegen oder, besser gesagt, festnageln lassen. Die Rolle als Frontmann von Maximo Park fällt mir leicht - die Songs von "Margins" vor Publikum spielen mit einer Gitarre in der Hand, das ist neu für mich und echt harte Arbeit.


POPCONNECTION: Wie kommst du eigentlich damit zurecht, dass du nun plötzlich eine Gitarre in der Hand hast und die Songs zudem nicht gerade zu der energiegeladenen Bühnenperformance passen, die man von dir gewohnt ist?

Paul Smith: Zu Beginn war es richtig hart für mich. Mittlerweile habe ich eingesehen, dass die Welt nicht untergeht, wenn ich mich mal verspiele oder einen Fehler mache. Die Leute gehen ja auch deshalb zu einem Konzert. Um etwas "live" mitzuerleben, nicht um eine exakte Kopie der CD zu hören. Auf der Bühne stehen macht mir richtig Spaß. Das ist am wichtigsten.


POPCONNECTION: Wie hältst du es mit Maximo Park Songs? Spielst du heute Abend einen?

Paul Smith: Ja vielleicht! Aber dann ganz alleine, nicht mit meiner neuen Band. Das würde ich nicht wollen, schließlich haben die anderen Jungs von Maximo Park viel von ihrer Persönlichkeit in diese Songs gesteckt. Es würde sich eigenartig anfühlen, die Songs mit meiner neuen Band zu performen. Aber alleine, nur mit der Gitarre, vielleicht in einer leicht abgewandelten Version wie sie auch auf "Margins" passen würde, das gerne.


POPCONNECTION: Welches Album würde sich Paul Smith persönlich wohl kaufen? Welche Art von Musik liegt dir als Hörer mehr? "Margins", oder die Maximo Park-Platten?

Paul Smith: "Margins", das bin ich. Das ist genau meine Musik, ich tendiere tatsächlich eher zu etwas ruhigerer Musik. Ich habe jetzt fünf oder sechs Jahre diese aggressive, tempogeladene Musik gemacht und es sehr genossen. Es ist auch schwierig, wenn ich mich entscheiden muss, was mir lieber ist. Aber es ist schon wahr, dass ich in meiner Freizeit, wenn ich selbst Musik höre, die ruhigeren Töne bevorzuge. Noch wichtiger sind mir aber die Texte. Ich mag es, wenn Songwriter in den Texten ihre Gefühle zum Ausdruck bringen und persönliche Geschichten erzählen. Wenn ich selbst Musik mache, möchte ich einfach nicht stagnieren. Ich möchte mich weiterentwickeln, neue Sachen ausprobieren und wieder eine Seite meiner Persönlichkeit nach außen kehren.


POPCONNECTION: Du hast schon ein, zweimal von deiner "neuen Band" gesprochen. Sind Andy und Co. also mehr als nur deine Begleitband?

Paul Smith: Ja, wir nennen uns selbst "The Intimations". Es ist ein Wortspiel, das einerseits die Intimität unserer Songs betont, aber auch von "jemanden imitieren" hergeleitet werden kann. Im Moment schreibe ich wieder ein paar Songs und stelle fest, dass sie wunderbar zu meiner neuen Band passen. Wir spielen einige von ihnen gemeinsam, wenn wir Zeit haben oder bei den Soundchecks. Wir harmonieren sehr gut und es macht wirklich spaß. Es kann durchaus sein, dass wir eine Platte zusammen aufnehmen werden. Nach dieser Tour gilt mein Interesse allerdings erst einmal wieder Maximo Park. Ich möchte unbedingt ein Album mit den Jungs machen, dass genauso gut wie die ersten drei Alben wird. Ein paar neue Ideen mit einbringen, vielleicht das ein oder andere umstellen. Ich könnte mir zum Beispiel vorstellen, selbst ein bisschen Gitarre zu spielen.


POPCONNECTION: Das würde deine Bühnenperformance aber von den Möglichkeiten her etwas limitieren…

Paul Smith: Stimmt, diese Freiheit auf der Bühne alles machen zu können, würde mir fehlen. Aber ein oder zwei Songs wären gut. Ich möchte einfach neue Dinge ausprobieren. Die Welt ist so ein großer Spielplatz. Da möchte ich nicht untätig in der Ecke rumstehen!


POPCONNECTION: Vielen Dank für das Interview!


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