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POPCONNECTION - Im Interview - The Rascals: "Ich würde auch gerne für den FC Bayern Fußball spielen"
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The Rascals

THE RASCALS

"Ich würde auch gerne für den FC Bayern Fußball spielen"
Datum: 17. November 2008 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Andreas Kussinger

Schlägt man im Wörterbuch den Begriff "Rascal" nach, stößt man auf die Begriffe "Frechdachs", "Früchtchen" und "Lausbube". Worauf soll man sich also einstellen, wenn The Rascals einen zum Interview empfangen? Ich lasse mich überraschen und mache mich spätnachmittags auf zum Atomic Cafe.

Begrüßt werde ich von Jay Mighall. Der große Bruder vom Schlagzeuger Greg Mighall gibt den Manager und in gewisser weise auch den Erziehungsberechtigen der drei Jungspunde aus Wirral in der Nähe von Liverpool. Im Backstageraum treffe ich schließlich auf die drei Rascals und schnell ist mir klar, dass sich wohl selten eine Band so einen passenden Namen verpasst hat.

Bassist Joe Edwards mustert mich mit einem etwas irren, durchdringenden Blick, Schlagzeuger Greg Mighall trinkt laut eigenem Bekunden die zehnte Cola gegen den Kater vom Vorabend ("Dresden ist klasse. Ich war ziemlich betrunken") und Frontmann Miles Kane freut sich diebisch über das FC Bayern Trikot, das er sich kurz zuvor im FC Bayern Fanshop gekauft hat ("bist du ein Fan? Ja? Ich auch. Der FC Bayern ist klasse!"). Die drei wollen im Grunde auch kein Interview führen, sondern eigentlich nur von einem Einheimischen wissen, wo sie am Montagabend in München einen draufmachen können und ob der Club, der ihnen empfohlen wurde, etwas taugt. Nachdem die wirklich wichtigen Dinge des Tourlebens geklärt wurden, darf ich die Rollen wieder vertauschen und auch noch ein, zwei Fragen stellen. Miles Kane lässt meist seine Bandkollegen antworten, er hält das Interview lieber mit dem Camcorder fest. Dazwischen lachen sich Joe und Miles immer wieder über Insiderwitze schlapp, denen ich, trotz aller Versuche Joes, mir die Pointe zu erklären, leider nicht folgen kann. Der Versuch eines Interviews:



POPCONNECTION: Wisst ihr eigentlich, dass ihr in Deutschland Namensvettern habt?

Miles: Ohja, darauf wurden wir auch schon einmal angesprochen. Es gibt da eine deutsche Band, nicht wahr? Und die 60s Band, ja. Aber die kannten wir ehrlich gesagt auch nicht, bis wir in Interviews davon gehört haben.


POPCONNECTION: Und haben sich die Deutschen Rascals schon mal bei euch gemeldet und Ansprüche geltend gemacht? Immerhin sind es Punks von der richtig üblen, harten Sorte.

Greg: Nein, bis jetzt hatten wir Glück. Aber wir sind auf der Hut. Vielleicht springen sie irgendwann mal aus einem Bus und töten uns alle...

Joe: Was soll das heißen, üble Punks, wir sind auch üble Punks!


POPCONNECTION: Aber auch wenn ihr die 60s Band nicht kanntet, würdet ihr mir zustimmen wenn ich behaupte, dass ihr in gewisser Weise eine Retro-Band seid?

Joe: In gewisser Hinsicht schon, wir lassen uns gerne inspirieren von alten Bands. Den Beatles, oder Echo and the Bunnymen. Aber Retro-Band? Nein, eigentlich nicht. Und abgesehen davon hören wir nicht nur 60s Bands, wir mögen auch sehr viele aktuelle Bands, Oasis natürlich, oder auch Queens of the Stone Age.


POPCONNECTION: Viele eurer derzeitigen Kollegen setzen auf, nunja, Saufmusik, ihr steht wohl eher auf düstere Töne. Könnt ihr mit den Saufliedern was anfangen? Scheint ja ganz erfolgreich zu sein.

Joe: Du meinst wie die Fratellis? Hast du heute Nacht schlecht geschlafen? Auch wenn das vielleicht besser ankommt. Unser Stil ist uns lieber. Man macht die Musik ja schließlich in erster Linie, um sich selbst zu gefallen, da sollte man nicht über den möglichen Erfolg nachdenken.

Miles: Es ist aber nicht so, dass es uns nicht gefallen würde. Es ist nur nicht unser Stil.


POPCONNECTION: Nun seid ihr ja auch schon eine Weile auf Tour? Was war bisher euer Highlight? Glastonbury?

Miles: Ja das war klasse. Unser erstes Festival überhaupt. Es war fantastisch. Und wir haben ja sogar zweimal gespielt...


POPCONNECTION: Nunja, darf ich das überhaupt erwähnen? Du hast ja sogar drei Auftritte absolviert beim Glastonbury...

(Jubel, Klatschen, Raunen setzt ein, die drei lachen sich schlapp, als hätten sie förmlich auf die Steilvorlage gewartet...)

Joe: Jaaaaa, na endlich, du lässt dir ja Zeit. Das Puppets Ding!


POPCONNECTION: Na wenn ihr mir so eine Steilvorlage gebt, eigentlich wäre meine letzte Frage gewesen, wie sehr es euch nervt, immerzu auf die Last Shadow Puppets angesprochen zu werden. Die Frage möchte ich dann vorziehen...

Miles: (lacht und skandiert lautstark) Es ist scheiße! Scheiße! Scheiße!


POPCONNECTION: Das war deutlich. Ich will euch auch nicht länger damit ärgern.

Miles: Nein, nein, es ärgert uns ja nicht, das ist schon ok.


POPCONNECTION: Wenn wir schon beim Thema sind, ein Wort zu eurer Vorgängerband...

(alle drei zücken Feuerzeuge und Streichhölzer)

Miles: Na was haben wir hier? Na? Kommst du drauf?


POPCONNECTION: The Little Flames?

Joe: Jaaa, kluger Junge!


POPCONNECTION: Wieso habt ihr beschlossen, euch von den anderen zu trennen und eure eigene Band zu gründen?

Greg: Wir kamen einfach an einen Punkt, an dem wir so nicht mehr weiter machen wollten. Die anderen waren auch um einiges älter als wir drei... Wir wollten unser eigenes Ding machen und uns nicht mehr reinreden lassen.

Miles: Es wurde zu poppig, die Plattenfirma hatte da auch die Finger im Spiel. Es ist nicht so, dass wir Pop-Songs hassen, im Gegenteil, wir lieben sie! Aber wir waren uns einig, dass wir auf unserem ersten Album, also der ersten Platte, die wir als Band veröffentlichen, etwas anderes, verrücktes, düsteres, auch ein bisschen böses machen wollen. Und bei den Little Flames wollten wir das auch schon, aber nachdem anfangs alles nach unserem Geschmack gelaufen war, entwickelten sich die Dinge dann leider in eine andere Richtung. Also sagten wir uns, "riskieren wir's" und stiegen aus.

Joe: Das hat uns auch alles zu lange gedauert. Es darf nicht eineinhalb Jahre dauern, ein Album zu machen. Wir sind da "raus gewachsen", könnte man sagen.


POPCONNECTION: Wie kommt's, dass Greg's Bruder euer Manager ist?

Greg: Das ist ganz praktisch, er folgt uns überall hin und hat immer einen Laptop dabei.

Miles: Er war schon immer an unserer Seite, auch schon bei The Little Flames.


POPCONNECTION: Worüber lachst du eigentlich seit Minuten, Miles?

Miles: Weil Joe gerade das mit dem raus wachsen gesagt hat.

Joe: War ein Witz, tut nichts zur Sache.

Miles: Doch, er meinte, er ist selbst etwas "mehr" geworden, er ist in seine Rolle gewachsen.

Joe: Miles möchte sagen, ich bin jetzt dicker als zu Little Flames Zeiten.

Miles: Was denkst du eigentlich? Sehen wir jetzt dicker aus als früher? Und vor allem, sehen wir auf Fotos dicker aus als in Realität? Oder wirken wir auf Fotos dünner?


POPCONNECTION: Ähm, Was soll ich sagen, nein, ihr seht sowohl auf Fotos als auch in Realität dünn aus.

Joe: Jaa, das wollten wir hören, danke!


POPCONNECTION: Ihr scheint ja euren Spaß zu haben auf Tour...

Greg: Ohja, den haben wir.


POPCONNECTION: Ihr fühlt euch also wohl in Deutschland?

Greg: Ja, es ist super! Wie gesagt, gestern waren wir weg und haben ziemlich viel getrunken, es war spitze.

Miles: München ist auch klasse, ich mag es jetzt schon. Wir sind ja zum ersten Mal hier.


POPCONNECTION: Du hast ja das richtige Trikot an, ihr müsst mal in das Fußballstadion. Oder ihr sammelt genug Fans, dass ihr die Arena voll bekommt, dann könnt ihr drin spielen...

Joe: Ich würde auch gerne für den FC Bayern Fußball drin spielen! Ist Ribery noch beim FC Bayern?

Miles: Ja genau, das wollten wir fragen, im neuen "Pro Evolution Soccer" für die Playstation ist er nämlich nicht mehr dabei...


POPCONNECTION: Ribery spielt noch bei den Bayern, ja.

Greg: Ah ok, interessant, vielleicht ist er einfach zu hässlich, die Designer schaffen es nicht, ihn in dem Videospiel abzubilden...

Miles: Gut, hast du eigentlich auch noch irgendwelche Fragen?


POPCONNECTION: Ich glaube das reicht. Habt euren Spaß heute Abend. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt!

Greg: Sehr gerne! Das war mal ein wunderbar entspanntes Interview. Und jetzt sag uns noch, was wir in Österreich so machen sollen...


Schließlich habe ich den dreien noch diverse Club Tipps für Innsbruck und Wien gegeben, die nächsten Orte auf dem Tour Kalender der Rascals. Nachdem die Band diesmal mehr Fragen hatte als ich, kann man wohl kaum von einem Interview sprechen. Aber die drei "Lausbuben" wollen nun mal nur ihren Spaß haben. Sehr sympathisch!


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