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POPCONNECTION - Im Interview - The Sunshine Underground: "Ich hätte nix dagegen bei Radiohead einzusteigen"
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INTERVIEWS
The Sunshine Underground

THE SUNSHINE UNDERGROUND

"Ich hätte nix dagegen bei Radiohead einzusteigen"
Datum: 27. Juli 2006 (Berlin)
Interview: Henry Kasulke
Foto: Pressefoto

"The Sunshine Underground. Interessanter Name, aber wer zum Teufel ist das?!" Das zumindest fragte ICH mich, als ich vor wenigen Tagen gebeten wurde, ein Interview mit der Band zu führen. Da ich Herausforderungen nicht abgeneigt bin und die ersten Infos, die ich über die Band erhielt, viel versprechend klangen, sagte ich sofort zu und beschäftigte mich in den darauf folgenden Tagen intensiv mit der Band.

Mit jedem Hören ihrer Songs (Anspieltipp: "Put You In Your Place") wuchs meine Begeisterung für diesen doch recht eigenständigen Mix aus wirklich guten, eingängigen, etwas melancholischen Songs, Dance-Elementen und nicht zuletzt den doch sehr energischen Vocals. Letzteres ist möglicherweise das Entscheidendste für die Eigenständigkeit ihres Sounds, sind stilistisch vergleichbare aktuelle Bands wie die Kaiser Chiefs oder Franz Ferdinand doch mit eher gediegenen Vocals versehen. Vielmehr ließe sich The Sunshine Underground als eine Kreuzung aus den zuletzt genannten Kombos, den Manic Street Preachers und (durchaus) den Chemical Brothers ("The Sunshine Underground" heißt einer ihrer Songs) beschreiben. Das erste Album
"Raise the Alarm" der Band wird am 25.08.06 veröffentlicht.

Das Interview wurde in Berlin mit allen Bandmitgliedern geführt, die da wären: Craig Wellington (Gesang, Gitarre), Stuart Jones (Gitarre), Daley Smith (Bass) und Matthew Gwilt (Schlagzeug). Sehr erfreulich war es, festzustellen, dass es sich bei The Sunshine Underground um äußerst sympathische und intelligente Zeitgenossen handelt, mit denen ein entsprechend nettes Interview zustande kam.



POPCONNECTION: Wie würdet ihr The Sunshine Underground jemandem beschreiben, der noch nie etwas von euch gehört hat?

Stuart: Was zunächst The Sunshine Underground als Liveband angeht, so ist unser Sound sehr direkt, voluminös und fokussiert auf die Dance-Elemente der Songs. Generell unterscheiden wir uns sehr von den meisten der vielen Garage-Bands, die es momentan in Großbritannien gibt. Das liegt vor allem daran, dass wir zum Teil vollkommen andere Einflüsse haben.

Craig: Wir mögen einfach viele ganz unterschiedliche Musikrichtungen.

Stuart: Ich denke, wir sind beeinflusst von allen möglichen Dingen, die wir so in den letzten 10 Jahren gehört haben.


POPCONNECTION:Könnt ihr denn da ein paar entscheidende Einflüsse nennen? Möglicherweise die Chemical Brothers? (Ich erlaube mir ein breites Grinsen).

Stuart: (lacht) Ja, sicherlich. Da gibt es eben vor allem Indie-Rock-Bands wie die Strokes einerseits und Indie-Crossover-Acts wie die Chemical Brothers oder Primal Scream. Letztere sind eben Bands, die Dance- mit Rock-Elementen vermischen.

Craig:(grübelt) Ja, auch DFA und solche Sachen haben uns inspiriert, doch die Songs an sich sind in erster Linie beeinflusst von Bands wie Blur oder Radiohead.

Stuart: Wenn du uns live siehst oder unsere Songs in einem Klub hörst, ist unsere Musik natürlich ziemlich laut. Dann klingt sie relativ stark nach "Dance". Doch wenn du dir unsere Musik daheim anhörst, kommen die eigentlichen Songs besser zur Geltung. Wir mögen es eben, wirklich gute Songs mit Dance-Elementen wie voluminösen Basslinien und komplexen Beats zu kombinieren.


POPCONNECTION:Kürzlich habt ihr ja ein Unplugged-Konzert gegeben. Beeindruckend fand ich, dass eure Songs auch in diesem Kontext sehr gut funktionierten.

Craig: Ja, im Prinzip kann man das als eine Art Test betrachten. Wenn die Songs im rein akustischen Gewand nicht gut klingen, sind sie schlichtweg nicht gut genug.

Stuart: Diese Acoustic-Session war allerdings eine relativ einmalige Sache. Wir spielen normalerweise nicht unplugged.

Matthew: Das war eine spontane Sache für einen deutschen TV-Sender. Es gab uns die Möglichkeit, die Songs auf eine Art zu spielen, die die eigentlichen Songs in den Vordergrund rückt.


POPCONNECTION: Auch Craigs Stimme stand dadurch mehr im Mittelpunkt und beeindruckte mich persönlich sehr!

Craig: Cheers!


POPCONNECTION: Hat euer Bandname eine tiefere Bedeutung für euch?

Craig: Eigentlich ist der Name nur eine Hommage an die Chemical Brothers. Wir brauchten halt irgendeinen Namen. (lächelt)


POPCONNECTION:Ich dachte, dass der Name möglicherweise auf den Kontrast zwischen der "Party-Tauglichkeit" und der Melancholie eurer Musik anspielt.

Craig: Nein, aber deine Interpretation gefällt mir. Werd ich für zukünftige Interviews verwenden. (lacht)


POPCONNECTION:Was haltet ihr denn von den Dingen, die die britische Presse über euch schreibt? Ich las in eurer Bandinfo, dass ihr als "Retter Indie-Britannias" gehandelt werdet.

Craig: Nun, wir haben zwar auch in Großbritannien bisher nur ein paar Singles veröffentlicht und Konzerte gegeben, doch die Reviews sind insgesamt sehr positiv.

Stuart: Zum Begriff "Retter Indie-Britannias"... (lacht) Nun, es ist so, dass es momentan viele britische Indie-Bands gibt, die alle gleich klingen, während eigentlich niemand so klingt wie wir. Das macht uns dann vielleicht besonders "indie".


POPCONNECTION: Habt ihr bereits mit anderen Musikern zusammengearbeitet und/oder gibt es bestimmte Leute, mit denen ihr gerne was auf die Beine stellen würdet?

Stuart: Ja, wir hatten einige Auftritte mit Grind-Rap-Musikern aus Leeds, mit denen wir zum Teil auch zusammen auf der Bühne Songs von uns spielten. Die Songs wurden quasi live geremixt und durch Raps ergänzt. Ansonsten gab es Zusammenarbeit mit anderen Leuten nur insofern, als dass einige DJs unsere Songs geremixt haben.

Craig: Klar würden wir auch mit anderen Leuten zusammenarbeiten... Ich hätte beispielsweise nix dagegen bei Radiohead einzusteigen... (lacht)

Stuart: Oder bei den Strokes... (lacht)


POPCONNECTION: Wie wär's mit den Manic Street Preachers?

Daley (zu Craig): Richtig, viele Leute vergleichen deine Stimme mit der von James (
Anm. d. Verf.: Sänger der Manic Street Preachers).

Craig: Ja, vor allem als Teenager war ich großer Fan der Manics und hab oft Songs von ihnen gespielt. Ich glaube, dass ich erst dadurch wirklich zu einem Sänger und Gitarristen geworden bin. Das Volumen meiner Stimme entstand aber auch dadurch, dass ich mit der Lautstärke der anderen Instrumente mithalten muss, denn diese Bastarde hier spielen gern laut. (lacht)


POPCONNECTION: Wie setzt ihr die elektronischen Elemente eurer Songs auf der Bühne um?

Matthew: Nun, ich hab mir kürzlich neues Equipment zugelegt, mit dem ich auf der Bühne Samples abrufen kann. Mit noch ein wenig Übung sollte es uns möglich sein, das komplette Album auf der Bühne zu reproduzieren.

Stuart: Vieles kommt auch dadurch, dass ich mit Hilfe von Effektpedalen meine Gitarre oft wie einen Synthesizer klingen lasse und abgedrehte Sounds erzeuge.

Craig: Jaja, bald wird er aber auch lernen, wie man Gitarre spielt. (lacht)

Stuart:(lacht) Heutzutage kann man mit ein wenig elektronischem Equipment schon unfassbare Dinge machen. Wir waren mal bei einem Konzert von einem Typen in Leeds, der mit nur einer Gitarre, einem Bass und ein paar Gerätschaften wie Samplern und Effekten eine ganze Band ersetzen konnte. Beispielsweise konnte er absolut beeindruckende mehrstimmige Gesänge erzeugen. Durch Beatboxing konnte er mit Hilfe von Samplern auch wirklich authentisch Schlagzeug-Elemente reproduzieren.

Craig: Bei dem Sound, den der zustande brachte, fiel mir echt die Kinnlade runter.


POPCONNECTION: Wie kamt ihr eigentlich dazu, Musik zu machen?

Craig: Naja, wir alle sind halt totale Nieten im Fußball. (lacht)

Stuart: Ich denke, dass es sich ganz natürlich entwickelte, weil wir uns als Teenager fast nur mit Leuten umgaben, die Musik machten. Man traf sich, spielte Gitarre, machte eben etwas Musik.

Craig: Musik machen war uns halt schon immer sehr wichtig. Ich erinnere mich da an ein Mädel, zu dem ich in meiner Teenagerzeit öfters ging. Ich glaube, ich tat nur so, als wäre ich interessiert an ihr und wollte eigentlich nur auf ihrem Klavier spielen (lacht). Das war wohl etwas grob.

Stuart: Nach unserer Collegezeit gründeten wir die Band. Wir alle hatten den Traum, unsere Leidenschaft zum Beruf zu machen und wollten das nun verwirklichen.

Craig: Ja, es dauerte allerdings einige Jahre bis wir einen wirklich eigenen Sound entwickelt hatten.


POPCONNECTION: Zumindest ist euch das echt gelungen. Was kann man denn in Zukunft von euch erwarten?

Craig: Wir werden versuchen, weiterhin gute Songs zu schreiben, uns weiterzuentwickeln und interessante Gigs zu spielen. Das sind die Dinge, die wir kontrollieren können. Ob wir Erfolg haben werden, hängt dann u. a. von Leuten wie euch ab, den Medien. Unser Album wird demnächst in vielen Teilen der Welt veröffentlicht und wir möchten zusehen, dass wir auch außerhalb Europas Konzerte geben und bekannter werden. We'll see...


POPCONNECTION: Bei eurem nächsten Konzert in Berlin werden wir uns eventuell sehen. Ich werde auf jeden Fall da sein.

Craig: Ja, würde uns sehr freuen!


POPCONNECTION: Dann bleibt mir nur noch, euch für das Interview zu danken und viel Erfolg zu wünschen!

Craig: Wir danken ebenfalls!


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