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POPCONNECTION - Interviews - The Bishops: "James Blunt ist ein ganz normaler Typ"
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The Bishops

THE BISHOPS

"James Blunt ist ein ganz normaler Typ"
Datum: 13. März 2009 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Mit The Bishops ist eine weitere Band der großen Indie-Pop Schwemme, die 2007 über uns hereinbrach, mit einem zweiten Album zurückgekehrt. Doch eigentlich waren sie nie weg, alle paar Monate spielten sie auch in Deutschland ein paar Clubkonzerte, um nicht in Vergessenheit zu geraten. Das neue Album "For Now" klingt ungleich düsterer als das Debütalbum. Grund genug, sich nach dem Gemütszustand des Trios zu erkundigen, das jüngst mit Schmusesänger James Blunt auf Tour war.

Die beiden Brüder Mike und Pete Bishop sowie Drummer Chris McConville standen uns in München Rede und Antwort.



POPCONNECTION: Wann wart ihr das letzte Mal länger als zwei Wochen am Stück zuhause?

Mike: Oh das ist gar nicht so lange her. Wir haben gerade erst wieder zu touren begonnen, den Januar und Februar haben wir alle zuhause verbracht. Das war wirklich schön, der Urlaub hat uns allen sehr gut getan. Davor waren wir sehr viel unterwegs auf Tour. Eigentlich ununterbrochen, und das im Grunde die letzten zwei Jahre.


POPCONNECTION: 157 Konzerte in eineinhalb Jahren, um mal eine Zahl zu nennen...

Pete: Hey, da ist jemand gut vorbereitet! Sehr genau... Und die Zahl ist korrekt, ja.


POPCONNECTION: Euer Label erwähnt die Zahl gerne und oft. Wann habt ihr, angesichts des beachtlichen Tour-Pensums, überhaupt Zeit gefunden, euer neues Album aufzunehmen?

Pete: 2007 war sehr stressig, die meisten der genannten 157 Konzerte haben wir 2007 und Anfang 2008 gespielt. In dieser Zeit haben wir aber auch einige Songs unterwegs geschrieben. Danach hatten wir etwas mehr Zeit, das Album entstand schließlich im vergangenen Spätsommer und war im Herbst schließlich fertig. Natürlich war das ständige Unterwegs sein auch anstrengend für uns. Aber wie Du siehst haben wir genug Zeit gefunden, um schließlich unser zweites Album fertig zu stellen.


POPCONNECTION: Macht euch das Leben auf Tour melancholisch?

Chris: Ach nein, das würde ich nicht sagen. Klar, wenn man auf Tour ist und zusammen monatelang in einem Kleinbus lebt, hat jeder seine nachdenklichen Momente, vielleicht auch mal ein kleines Tief. Aber wir kommen ganz gut klar würde ich sagen. Jeder sucht sich seine Freiräume, das klappt ganz gut. Vielleicht geht es Pete und Mike anders, die Beiden brauchen bei jeder Raststätte eine große Tasse Kaffee, wenn wir unterwegs sind.

Pete: Deswegen sind wir aber nicht melancholisch. Natürlich ist es ziemlich hart, so viele Konzerte in so kurzer Zeit zu spielen. Leider nehmen Außenstehende oft nicht wahr, dass so eine Konzertreise wirklich harte Arbeit ist. Wir schlagen uns ganz gut. Das wichtigste ist, dass wir uns untereinander sehr gut verstehen. Mike und ich sind zwar Brüder, was aber kein Grund für irgendwelche Dauerfehden ist.

Mike: Wichtig ist auch, dass wir uns mit unserem Manager Grant Box, der uns ständig begleitet, hervorragend verstehen. Wir sind alle ein tolles, eingespieltes Team.


POPCONNECTION: Die Frage nach Eurem Gemütszustand zielt darauf ab, dass euer neues Album doch eine ganze Ecke düsterer anmutet als eure Debütplatte. Würdet ihr mir da zustimmen?

Mike: Ja das haben wir schon ein paar Mal gehört. Ich denke, die meisten Hörer sind vielleicht schon voreingenommen wegen dem düsteren Cover. Man kann aber nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf unsere Psyche ziehen. Was das Cover angeht, sind wir einfach dem Artwork unseres ersten Albums treu geblieben. Schwarz-weiß, wie unsere Bühnenoutfits, nur dass diesmal mehr schwarz als weiß auf dem Cover gelandet ist. Musikalisch haben wir uns sicher etwas verändert, wir haben viel Neues ausprobiert, und es sind einige Songs dabei herausgekommen, die nicht mehr im Stil des ersten Albums sind. Es ist anders, aber nicht düsterer, würde ich sagen.


POPCONNECTION: Was macht den Unterschied zum ersten Album aus?

Mike: Zunächst einmal haben wir sowohl das Studio als auch den Produzenten gewechselt. Das neue Studio bot uns ganz andere Möglichkeiten, es ist viel moderner als das Studio, in dem wir beim ersten Album waren. Allein schon das moderne, digitale Equipment mit den ganzen Computern, das hatten wir damals nicht. Außerdem haben wir viele neue Instrumente ausprobiert, und mit anderen Stilrichtungen experimentiert, zum Beispiel Folk. Alles in allem konnten wir bei "For Now" deutlich mehr unserer eigenen Ideen mit einbringen. Das erste Album ist in weiten Teilen schon eher ein Abbild der Vorstellungen unseres Labels und unseres Produzenten. Dieses Mal ist es wirklich zu 100 Prozent ein Album von uns dreien.


POPCONNECTION: Eigentlich hätte ich von euch eher erwartet, dass ihr große Verfechter der "guten alten" Studiotechnik seid...

Mike: Oh wir lieben klassisches Equipment, und unser Debütalbum klingt phantastisch! Aber wir waren einfach neugierig und wollten etwas Neues ausprobieren. Dabei war das modernere Umfeld sehr hilfreich.


POPCONNECTION: Euer neuer Produzent, Brian O'Shaughnessey, ist kein unbeschriebenes Blatt und hat unter anderem mit Primal Sream und My Bloody Valentine zusammengearbeitet. Hattet ihr nicht bedenken, dass ihr euch auch dieses Mal zu sehr einem namhaften Produzenten unterordnen müsst?

Chris: Wir wussten natürlich anfangs nicht so recht, wie die Arbeit mit ihm aussehen wird. Werden wir unsere eigenen Ideen mit einbringen können, oder wird er seinen eigenen Plan sehr konsequent durchsetzen? Allerdings stellte sich schnell heraus, dass es eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe werden würde. Bei unserem ersten Album war das nicht ganz so. Wir alle haben die Arbeit mit Brian sehr genossen. Es hat eine Menge Spaß gemacht, und wir haben auch einiges gelernt beim Aufnehmen des neuen Albums.


POPCONNECTION: Heute war ja zu lesen, dass die Klaxons von ihrem Label zurück ins Studio geschickt werden, weil den verantwortlichen das neue Album nicht zusagt. Was denkt ihr darüber? Ihr habt ja angedeutet, dass ihr beim ersten Album auch viel Einfluss von außen zulassen musstet.

Mike: Ich kenne natürlich keine Einzelheiten. Aber es kommt recht oft vor, dass Bands und Label sich über künstlerische Fragen nicht ganz einig sind. Oft denkt die Band, das Album ist fertig und die Plattenfirma findet, dass die Arbeit noch nicht ganz getan ist. Wir mussten auch ein paar Songs neu aufnehmen, aber sicher nicht in der Größenordnung. Ich bin daher nicht entsetzt, nicht mal besonders überrascht über diese Vorgehensweise der Plattenfirma.

Pete: Wirklich überraschend ist eigentlich nur, dass dieser interne Zwist nach außen gedrungen ist. So etwas trägt man normal intern aus. Abgesehen davon ist es aber für jede Band zunächst einmal recht demotivierend. Immerhin hat man so viel Arbeit in die Aufnahmen gesteckt. Aber man muss einfach damit klar kommen. Schau dir die La's an! Eine unserer absoluten Lieblingsbands. Und die mussten das ganze Album, es blieb ja ihr einziges, immer und immer wieder neu aufnehmen, weil die Plattenfirma so perfektionistisch war. Es schmerzt richtig, das zu lesen, weil sie ja so grandiose Songs gemacht haben und eine wirklich großartige Band waren.


POPCONNECTION: Zurück zu euch. Ihr wart auf Tour mit James Blunt! Das klingt erst einmal ungewöhnlich. Denkt ihr, die Auftritte im Vorprogramm von James Blunt haben euch dabei geholfen, neue Fans zu gewinnen?

Pete: Ja absolut! Als wir das Angebot erhalten haben, dachte ich im ersten Moment auch an einen Scherz. Ich war überzeugt davon, dass uns jemand auf den Arm nehmen will. Doch dem war nicht so. Auf den ersten Blick ist es schon verrückt, er macht ganz andere Musik. Viele Balladen und romantische Songs. Wir sind eher eine Indie-Rock'n'Roll-Band.

Mike: Aber denk doch nur mal an Jimi Hendrix! In den 60ern trat er im Vorprogramm von The Monkeys und sogar Engelbert Humperdinck auf! Versteh mich nicht falsch, wir wollen uns nicht mit Jimi Hendrix vergleichen, aber es ist ein gutes Beispiel, weil die Musikrichtungen damals auch sehr unterschiedlich waren.

Pete: Auf jeden Fall war es eine tolle Sache für uns, wir haben teilweise vor 10.000 Menschen gespielt. Und unsere Musik kam bei den Leuten gut an. Das ist umso erstaunlicher wenn man bedenkt, dass diese Menschenmassen ja nicht wegen uns, sondern wegen James Blunt gekommen waren. Wir wurden oft gelobt für unsere Shows und hatten wirklich eine Menge Spaß!


POPCONNECTION: So und jetzt habt ihr die einmalige Gelegenheit, die Träume all der kleinen Mädchen, die James Blunt verehren, zu zerstören. Mal ehrlich, wenn er von der Bühne geht ist er ein Typ wie jeder andere oder? Dieses sensible, weinerliche Image ist doch nur Show.

Chris: Nein, nein, natürlich zerstören wir keine Mädchenträume! Aber James Blunt ist ein ganz normaler Typ wie wir auch. Er kann durchaus mal eine Nacht durchzechen. Es kam nicht nur einmal vor, dass er mit müden Augen und gezeichnet von der Nacht zuvor im Backstage-Bereich rumhing. Das Saubermann-Image, das ihm anhaftet, ist ganz bestimmt übertrieben. Er ist ein Rock'n'Roller wie wir.


POPCONNECTION: Vielen Dank für das Gespräch!


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