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POPCONNECTION - Im Interview - Zoot Woman: "Musik ist ein schnelllebiges Geschäft"
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Zoot Woman

ZOOT WOMAN

"Musik ist ein schnelllebiges Geschäft"
Datum: 27. September 2009 (München)
Interview: Andreas Kussinger
Foto: Pressefoto

Lange war es still um Zoot Woman geworden, die Band von Stuart Price und den Brüdern Johnny und Adam Blake. Pünktlich zum Höhepunkt des von ihnen mit eingeleiteten 80er Revivals melden sie sich mit ihrem neuen Album "Things Are What They Used To Be" zurück. Wir haben uns vor dem Konzert in München mit Schlagzeuger Adam Blake zum Interview getroffen.



POPCONNECTION: Hallo, wie geht's Dir?

Adam: Gut, danke! Wir sind jetzt zur Hälfte mit der Tour durch. Ziemlich anstrengend, aber es läuft sehr gut! Viele Shows waren ausverkauft und auch ein paar der kommenden Gigs sind schon ausverkauft. Das motiviert uns sehr. Klasse!


POPCONNECTION: Ihr habt euch sechs Jahre Zeit gelassen, ehe ihr ein neues Album veröffentlicht habt. Wieso habt ihr euch so lange Zeit gelassen?

Adam: Nun, da gibt es eine kurze Antwort und eine ausführlichere Version. Ich nehme an, bu willst beide hören. Die Kurzfassung: Es war einfach nicht an der Zeit. Die Songs, die wir schon fertiggestellt hatten, waren einfach erst dieses Jahr... wie soll ich sagen, wir waren erst dieses Jahr soweit, dass wir sie veröffentlichen wollten. Aber natürlich ist das nicht die ganze Geschichte. Es gab sehr viele Veränderungen im Verlauf der letzten sechs Jahre. Die Musikindustrie war im Wandel, wir haben die Plattenfirma gewechselt, Stuart hat sehr viel mit anderen Bands, zum Beispiel den Killers, gearbeitet, und wir anderen waren als Live-Band sehr gefragt. Das waren alles Dinge, die uns voneinander getrennt haben. Wir hatten einfach keine Zeit, zusammen als Band zu arbeiten. Für das Entstehen einer neuen Platte ist es aber unbedingt notwendig, dass man zusammen ist und konzentriert arbeiten kann. Das ist die lange Geschichte.


POPCONNECTION: Du hast schon angesprochen, dass Stuart neben Zoot Woman noch an einigen anderen Projekten gearbeitet hat. War das jemals ein Problem für euch?

Adam: Nein, überhaupt nicht. Es gab ein paar Schwierigkeiten, als Stuart begonnen hat, mit Madonna zu arbeiten. Die Plattenfirma war zunächst verärgert, vor allem weil wir unsere Pläne, auf Tour zu gehen, zuerst einmal auf Eis legen mussten. Doch der Streit war schnell beigelegt. Und seither läuft es besser als jemals zuvor! Im Musikbusiness ist nicht immer unbedingt alles schlecht, was nach außen den Anschein erweckt. Wer Zoot Woman damals abgeschrieben hat, lag offensichtlich falsch. Man muss die Dinge einfach auf einen zukommen lassen, ich glaube, das können Musiker ganz gut. Musiker sind nicht unbedingt gut darin, nach einem bestimmten Schema zu arbeiten. Mir fällt gerade keine passende Metapher ein… Musiker nehmen die Dinge einfach so, wie sie kommen und machen das Beste daraus.


POPCONNECTION: Seitdem geht ihr ohne Stuart auf Tour, er war jedoch stets Mitglied der Band. Wie kam es dazu?

Adam: Ja, er war schon seit sechs Jahren nicht mehr mit uns auf Tour. Songs aufnehmen und Songs live spielen sind zwei verschiedene Dinge. Wir wollten dem Publikum zeigen, dass unsere Songs Live nicht unbedingt genau so klingen müssen wie auf dem Album. Im Gegenteil, man kann auf der Bühne aus einem bekannten Song einen ganz anderen machen. Ich habe außerdem das Gefühl, dass wir Live ein viel jüngeres Publikum ansprechen, als im Plattenladen. Wieso also nicht auch in anderer Besetzung auf Tour gehen?


POPCONNECTION: Du glaubst, dass es einen Altersunterschied zwischen euren Plattenkäufern und dem Live-Publikum gibt? Was meinst du, woran könnte das liegen?

Adam: Ja, ich glaube ich hab recht! Ich weiß auch nicht, wieso… Vielleicht ist es beim neuen Album auch wieder ganz anders. Wenn zu den Konzerten viele junge Menschen kommen, freut uns das natürlich. Es ist immer gut, wenn neue Fans hinzukommen.


POPCONNECTION: Ihr seid schon seit 15 Jahren im Geschäft. Ich glaube, gerade die jüngeren Fans können sich das gar nicht vorstellen.

Adam: Naja, du musst aber auch dazu sagen, dass wir erst 2001 wirklich durchgestartet sind. Davor haben wir ziemlich viel herum gepfuscht wenn man ehrlich ist. Trotzdem, verdammt lange Zeit.


POPCONNECTION: Schon im Jahr 2007 habt ihr den ersten Song des neuen Albums, "We Won't Break", als kostenlosen Download veröffentlicht. 2008 folgte "Live In My Head", seit einigen Wochen liegt schließlich das fertige Album im Plattenladen. Was hat euch dazu bewogen? Wolltet ihr einfach mal wieder was von euch hören lassen um zu sehen, was passiert?

Adam: Du hast recht, im Grunde war es so. Vor allem entsprach diese Vorgehensweise so gar nicht dem marktüblichen Verhalten. Unsere Plattenfirma hätte uns natürlich nie im Leben dazu geraten, einen kostenlosen Song anzubieten. Wir haben es einfach trotzdem gemacht. Die Plattenfirma war nicht begeistert, schließlich will sie Geld verdienen. Wir haben denen erklärt, dass das Geschäft mittlerweile einfach so funktioniert, und dass sie sich daran gewöhnen müssen.


POPCONNECTION: Seht ihr euch als Vorreiter auf diesem Gebiet?

Adam: Nein, das hatten schon andere Bands vor uns gemacht, mittlerweile natürlich auch einige mehr. Das hat uns einfach wahnsinnig interessiert. Wir wollten wissen, wie die Reaktionen darauf ausfallen. Musik ist ein schnelllebiges Geschäft. Da muss nicht alles noch so funktionieren, wie es noch beim letzten Album war. Das Internet bietet so viele Möglichkeiten. Letztlich ist alles, was man im Musikgeschäft anfasst, ein Experiment. Wir wollten sehen, ob es klappt.


POPCONNECTION: Innovativ seid ihr nicht nur hinsichtlich neuer Marketing- und Vertriebswege. Angesichts des aktuellen 80er Revivals und dem Elektro-Indie Trend muss man euch dazu gratulieren, dass ihr dem Trend um Lichtjahre voraus wart. Wie denkst du über diese Entwicklung?

Adam: Nun, jeder borgt sich den Sound vergangener Dekaden. Wir haben eben ein bisschen mehr 80er in unsere Songs einfließen lassen und waren damit vielleicht ein bisschen früher dran, etwas experimentierfreudiger als andere Bands. Das freut mich natürlich. Ich habe schon oft gehört, dass unsere ersten zwei Alben, wenn sie jetzt erscheinen würden, viel erfolgreicher sein würden. Da ist vielleicht was dran. Aber eigentlich kümmern wir uns nicht um sowas. Wir waren immer schon Feinde dieser engstirnigen Sichtweise "Gespielt wird nur, was aktuell angesagt ist". Wir ziehen einfach unser eigenes Ding durch. Ich würde uns nicht als besonders innovative Band bezeichnen. Unser Ziel ist es Songs zu machen, die Trends überleben, also auch im Abstand von zehn Jahren noch gehört werden.


POPCONNECTION: Das ist euch definitiv gelungen bis jetzt...

Adam: Wenn wir das geschafft haben, ist es die größte Ehre, die wir uns vorstellen können.


POPCONNECTION: Was habt ihr euch für die Zukunft vorgenommen? Arbeitet ihr schon wieder am übernächsten Trend? Werdet ihr euch wieder so viel Zeit lassen?

Adam: Nein, das würde ich ausschließen. Ich hoffe, dass wir bald wieder die Zeit finden, gemeinsam an neuem Material zu arbeiten.


POPCONNECTION: Vielen Dank für das Interview!

Adam: Gern geschehen!


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