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POPCONNECTION - Konzerte - Beady Eye - 14. März 2011, E-Werk, Köln
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KONZERTE
Beady Eye - 14.03.2011, E-Werk, Koeln

BEADY EYE

14. März 2011, E-Werk, Köln
Autor: Katja Embacher
Foto: Pressefoto

Es ist das erste Mal, dass sich Beady Eye nach dem Split von Oasis hinaus in die weite Welt begeben, um ihr Debüt "Different Gear, Still Speading" live an die Lads und Lasses des Landes zu bringen. Die Gefühle sind gemischt: Zum einen wurde die eigene Erwartungshaltung durch den mittelprächtigen Longplayer der Band nach unten korrigiert, zum anderen hängt über dem Projekt der überlebensgroße Schatten einer Band, die jahrelang zu polarisieren wusste.

Das Kölner E-Werk ist bis in den letzten Winkel gefüllt. Vereinzelt schallen "Beady, Beady, Beady Fuckin’ Eye"-Rufe durch den Raum. Ein flatternder Union-Jack, der mir fast ins Gesicht klatscht, ruft für einige Minuten die Erinnerungen an vergangene Tage wach. Um 21:20 Uhr wird das Licht gedämpft und das Intro abgefahren. Beady Eye entern unter großem Applaus die Bühne. Ohne Umschweife beginnt man(n) mit dem Konzert. Der Opener "Four Letter Word" verleitet eine Menschentraube in der Mitte des Publikums dazu, die Arme frenetisch gen Himmel zu recken. Dort ist auch der Union-Jack mittlerweile angekommen. Der zentrale Zufluchtsort für Nostalgiker oder bierbeseelte Fans, die die Rückkehr des Gallaghers wohl schon seit einigen Stunden mit Gerstensaft zelebrieren.

Beady Eye sind bemüht, die Anwesenden bei Laune zu halten. Kurze Ansagen im Mancunian Slang, obwohl diese wohl nur die Hälfte des Publikums versteht, das obligatorische Schieben des Gallagherschen Kinns unter das Mikrophon nebst coolem Posieren im Parka, den der Sänger während des gesamten Gigs trotz der schweißtreibenden Beleuchtung der Bühnenspots nicht ablegt. Insgesamt wirkt die Performance von Beady Eye fließender, dynamischer, als man sie von Oasis-Konzerten gewohnt war. Dennoch: Egal, was auf der Bühne geschieht, es bleibt ein Trudeln im Mittelmaß. Egal, wie sehr man sich wünscht, man könne für einen Sekundenbruchteil in Euphorie ausbrechen, der Funke will einfach nicht überspringen. Und dies, obwohl man gestehen muss, dass Songs wie "The Roller", "Kill For A Dream" oder "The Beat Goes On" sich live als echte Highlights entpuppen - sofern der leicht matschige Sound in der Halle sie denn auch korrekt in das ohropax-geschützte Trommelfell treibt.

Als Liam Gallagher bei "The Morning Son" mit den Worten, dies sei der letzte Song das Ende das Konzertes einläutet, ist kaum ein Raunen zu vernehmen. In diesem Moment tut er mir fast leid, wie er dort oben durchgeschwitzt auf eine Reaktion wartet, die nicht kommt und dabei fast ein wenig verloren wirkt. Nach dem Aushallen der letzten Klänge zeigen sich Beady Eye trotz verhaltener Zugabenrufe ein weiteres Mal geneigt mit "Sons Of The Stage", einem World Of Twist Cover, die Bühne des E-Werks zu betreten. Am Ende des Songs springt Liam Gallagher gar beherzt in den Fotograben, um mit den Leuten in der ersten Reihe abzuklatschen. Diejenigen, die weit genug vorne stehen und nicht zu betrunken sind, um die Aktion mitzubekommen, drängen nach vorne, um einen kurzen Handschlag des Sängers zu erhaschen. An den anderen geht diese Aktion spurlos vorbei. Wie wohl auch das Konzert an sich. Sicher ist, trotz spielerisch guter Leistung werden Beady Eye eine Weile brauchen, um die Lücke, die der Ausstieg von Gevatter Noel hinterlassen hat, zu füllen. Am heutigen Abend klafft sie wie der Marianengraben zwischen der Vergangenheit und der Zukunft derer, die von Oasis übrig geblieben sind. Was bleibt ist die wehmütige Erinnerung an Zeiten, in denen alles was man brauchte, Zigaretten und Alkohol waren.


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