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POPCONNECTION - Konzerte - Conor Oberst - 11. September 2008, Gloria, Köln
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Conor Oberst - 11.09.2008, Gloria, Koeln

CONOR OBERST

11. September 2008, Gloria, Köln
Autor: Axel Schinkel
Foto: Pressefoto

Es war einer der letzten sommerlich-schwülen Tage im Jahr. Vor dem Gloria hatte sich bereits eine Schlange bis um die nächste Hausecke gebildet, als endlich die Türen aufgingen und die geduldigen Gäste bereitwillig ihre letzten Schlücke in den Bierflaschen zurückließen, um diese an herumstreunende Pfandsammler abzugeben. Es ging also rein. Schnell noch die letzte Zigarette im Vorraum ausgedrückt und runter in den Konzertsaal. Dort versammelten sich bereits die ersten Gäste – zumeist 16-jährige Indie-Girls oder spätpubertierende Hippies, die sitzend versuchten, die besten Plätze freizuhalten, während andere immer wieder den Weg zum Raucherbereich auf sich nahmen und um ihre Plätze bangen mussten.

Nach gefühlten drei Stunden und einem Kaltgetränk war die Luft im Gloria schließlich zum schneiden dick, als die Vorband Sky Larkin mit ihrem Set begann. Dem Publikum schien die Mischung aus The Stars plus Kate Nash minus Melodien wohl zu gefallen. Mir nicht. Aber mir war auch egal, dass der Support irgendein gehyptes Trio aus Leeds ist, da ich mich ohnehin nur auf den Hauptact, der an diesem Abend Conor Oberst hieß, freute. Das Einzige, was mir von dieser Band in Erinnerung blieb, war, dass die Sängerin ständig Stromschläge vom Mirkofon bekam, der Schlagzeuger nur selten den Sechzehntel-Beat auf der Hihat halten konnte und dass sie wohl in den nächsten Monaten erneut in Deutschland spielen werden – dann als Vorband von Los Campesinos! Jedenfalls kann ich nicht verstehen, wo der Veranstalter den gemeinsamen Nenner von Sky Larkin und Conor Oberst finden konnte.

Nach einer halbstündigen Umbaupause, in der ein großer Plastik-Kaktus neben das Schlagzeug gestellt wurde, war es dann soweit. Conor Oberst und seine Mystic Valley Band betraten die Bühne. Im Gegensatz zu den Auftritten mit den Bright Eyes verzichtete Conor diesmal darauf, seine Bühne mit Musikern zu überladen. Seine Mystic Valley Band bestand aus lediglich fünf Musikern – darunter einige nicht weniger erfolgreiche Songwriter, die auch an diesem Abend ihr Können beweisen durften. So hat nahezu jeder ein Liedchen singen dürfen, die allesamt zu den Highlights des Abends gehörten. Besonders eindrucksvoll war dabei das vom Basser vorgetragene Harry Nilsson Cover "Everybody's Talkin'". Aber auch der eigentlich so verschüchtert wirkende Conor durfte ran. Es gelang ihm sofort mit Scherzen das Publikum für sich zu begeistern. Teilweise kam ich mir vor, als wäre ich in einer Comedy-Veranstaltung. So betonte Conor beispielsweise, dass er sich das Handtuch, anstatt es auf dem Kopf zu tragen, lieber um den Gitarrengurt hängt – für den Fall, dass er es benötigt. Gerade als er seine selten-dämliche Ansage beendet hatte und das Bierglas nach einem kräftigen Schluck abgestellt hatte, war es auch schon soweit: das Bier fiel um und sofort war das Handtuch zur Stelle. Das Publikum lachte und so ging es in einer Tour weiter. Aber er hat auch gesungen. So widmete er einen Song einem Typen, der eine Woche zuvor versucht hatte, sich beim Sprung vom Kölner Dom das Leben zu nehmen. Zu hören gab es, neben den Songs von seinen Bandkollegen, nahezu alle Tracks vom neuen Album und einige ganz neue Lieder. Insgesamt kam der sichtlich angetrunkene Conor Oberst auf 18 Songs, die viel zu schnell vorbeigingen.

Abgerundet wurde das Set letztlich von einer Piano-Ballade, bei der er sich selbst ans Klavier begab und dabei versuchte dem Publikum zu erklären, was er nun vorhabe: "It's a piano ballad. I don't know if you guys have this here in Germany..." Schließlich kam er auf die Idee, dass Piano-Balladen ursprünglich auch aus Deutschland kommen könnten, aber er war sich nicht sicher und so spielte er dann einfach drauflos und turnte anschließend noch ein wenig über die Gitarrenverstärker, die kurz vorm Umfallen noch von den Roadies gehalten werden konnten. Im Großen und Ganzen ein eindrucksvoller Abend in einem viel zu schlecht belüfteten Gloria mit einer unwürdigen Vorband und einem beeindruckenden Conor Oberst samt Band.


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