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POPCONNECTION - Konzerte - Delphic - 06. März 2013, Nachtleben, Frankfurt
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Delphic - 06.03.2013, Nachtleben, Frankfurt

DELPHIC

06. März 2013, Nachtleben, Frankfurt
Autor: Marco Pleil
Foto: Pressefoto

Ich muss gestehen, Delphic und ich, das war eher so musikalische Zuneigung auf den zweiten, dritten Blick. Herkunft Manchester, melancholischer Elektro-/Dancepop: Das war mir zuerst und oberflächlich alles zu arg New Order. Wobei Bernard Sumner himself die Band zum Release vom ersten Album "Acolyte" lobend gehypt hatte. Dann aber hörte ich "Counterpoint", sah das stylische Video und schnappte mir das Album in einer Nice Price-Aktion. Bereut habe ich es nicht und auch heute noch landet immer wieder mal ein Song auf einer Mix-CD. Das neue Album "Collections" dagegen geht überhaupt nicht an mich. Alles, was das Debüt richtig machte, vermisse ich hier bzw. wird um "neue" Einflüsse ergänzt, die für meinen Geschmack in die völlig falsche Richtung gehen. Trotzdem, oder gerade deshalb, wollte ich mir Delphic unbedingt live anschauen, um mein Bild eventuell geradezurücken.

Füllen Delphic in Großbritannien bereits die Hallen und bespielen die großen Open-Air-Bühnen, so fahren sie in Deutschland (noch) die weitaus kleinere Nummer, in Frankfurt dementsprechend im Nachtleben. Dieses ist nach der One-Man-Support-Show von Julius Gale (Delphic trifft Hurts) auch gut bis sehr gut gefüllt und nach einer erfreulich kurzen Umbaupause geht's los. Aber schon beim zweiten Song ("Halcyon") darf ich meine Hoffnungen und Unvoreingenommenheit (ja, doch!) metertief begraben. Man kann es sich natürlich mit "konsequent" und "sie-möchten-eine-Brücke-zwischen-altem-und-neuem-Material-bauen" schönreden. Aber warum man die im Original in der Dramatik wirklich toll arrangierten Songs vom Debüt mit Billo-Beats irgendwie auf ein Extended Version-Format aufblasen und verschlimmbessern muss damit diese mit den neuen harmonieren, bleibt mir die komplette Spielzeit über ein großes Rätsel. Dieses "Konzept" zieht sich durch das ganze Set, am unerträglichsten ist es bei "Red Lights". Vielleicht sollten Delphic mal  Kollege Sumner nach der Mail-Adresse von Stuart Price fragen. Denn genau der hat beim New Order-Relaunch (ohne Peter Hook) gezeigt wie man älteren Songs (New Orders "586") ein frisches Sound-Update verpasst.

Nichtsdestotrotz, das Frankfurter Publikum feiert's ab. Was mich wundert, aber vielleicht habe ich im Blick durch die Runde auch grundsätzlich etwas anderes erwartet. Nicht falsch verstehen! Die Performance der Band ist nahezu tadel- und fehlerlos. Der angeheuerte Live-Drummer trommelt so punktgenau auf und durch jedes Break und jeden Hi-Hat-Stop, dass man sich fragt, warum man sich genau deswegen die Mühe gemacht hat. Aber das alles ist so seelen- und anspruchslos, ich habe mich bis zum Ende nur noch geärgert. Wenn es Delphics Intention ist, den Killers (nach "Hot Fuss"), oder von mir aus auch Coldplay (spätestens bei "Mylo Xyloto"), nachzueifern dann Glückwunsch! Ihr seid jetzt schon auf dem richtig(en) falschen Weg ins Bedeutungslose. Ich habe mir beim Schreiben des Reviews nochmals das tolle "Acolyte" angehört und danach auf YouTube die Show vom Haldern Pop 2010 angesehen. Seinerzeit war da alles sicher noch nicht rund oder perfekt. Aber es hatte Charme und vor allem: Seele. Das Alles habe ich an diesem heutigen Abend leider vermisst! Schade.


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