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POPCONNECTION - Konzerte - Herman Dune - 24. Juli 2009, Festsaal Kreuzberg, Berlin
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Herman Dune - 24.07.2009, Festsaal Kreuzberg, Berlin

HERMAN DUNE

24. Juli 2009, Festsaal Kreuzberg, Berlin
Autor: Marc Philipp Meyer
Foto: Pressefoto

Die Band Herman Dune erlebt derzeit einen Hype, der ihren so eingängigen, wie schrägen Songs zu verdanken ist. Das Schlagwort heißt Authentizität und führt sie auf Deutschland-Tour in jeden angesagten Club. So auch in den Festsaal Kreuzberg, einem feinen traditionellen Club im Berliner Musikszeneviertel. Um das Fazit mal vorweg zu nehmen: Diese Band wächst und so wie ihre Songs auch ihre Auftritte.

So startet das Trio um Sänger Néman, Drummer David Ivar und Bassisten Beng Pleng verhalten, steigert sich aber gegen Ende in gewaltige Ekstasen und bringt den Festsaal so zum Kochen, dass der Schweiß von der Decke perlt. Wer hätte das gedacht. Néman Herman Dune ist der neue Neil Young. Vielleicht. Seine Songs zumindest entfalten sich mit jedem mehrmaligen Hören und sein Gitarrenspiel ist ähnlich individuell. Interessant ist besonders, wie er es schafft, seine Songs live immer wieder in einem neuen Gewand zu präsentieren. So startet er "My Home Is Nowhere Without You" mit einem spanischen Flamenco-Rhythmus und liefert vor jedem weiteren Song kleine orientalische oder fremdartige Intros. Bei einem Liveprogramm von Herman Dune weiß man nicht, was einen erwartet. Mitten im Konzert verschwindet Néman plötzlich von der Bühne, schmeißt seine Gitarre vor den Amp und produziert damit ein gellendes Feedback, um wenige Minuten später auf die Bühne zurückzukehren und "I Wish I Could See You Soon" auf der Ukulele zu spielen.

Und hier sprechen wir wieder von Authentizität, denn selten habe ich eine Band erlebt, deren Stil sich live so sehr zwischen balladesker Empathie und Rock'n'Rolliger Attitüde bewegt. Vom trottenden Planwagen-Country über Rock-Pathos mit kreischenden E-Gitarren-Soli bis zu psychedelischen Happenings und moderat-modernem Indie-Folk liefern Herman Dune eine breite Palette an guter Live-Musik, die mit jedem weiteren Song mehr Spaß macht. Ebenso ungewiss, wie ihre Songs, sind Némans Songtexte, die sich in ihren ambivalent-ironischen Aussagen zwischen melancholischer Romantik und hartem Zynismus bewegen. Anmerken lässt sich die Band allerdings nichts und die musikalische, sowie textliche Interpretation obliegt dem Publikum. Was bleibt, ist der Sog, den die Songs und die Band entfalten.

Schwer mit dafür verantwortlich ist Drummer David Ivar. Er liefert feinste Hand- und Fußarbeit, begleitet jeden Song perfekt und wechselt dabei zwischen unvorstellbarem Minimalismus und absolutem Schießbuden-Geknüppel. Sein einfühlsam-songorientiertes Spiel machen zum Beispiel sehr einfache Stücke wie "Not On Top" zu einem echten Konzerthighlight.

Doch was, obwohl das Konzert zur Halbzeit einzuschlafen droht, am meisten beeindruckt, ist, wie die Band gegen Ende in ausschweifenden Soli aufblüht und drei Zugaben-Sets von mehr als vier Songs spielt und damit nach fast zweieinhalb Stunden dem zufriedenen Berliner Publikum bewiesen hat, was das Schönste am Musizieren ist: Der Spaß.


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