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POPCONNECTION - Konzerte - Ian Brown - 24. Januar 2010, Knust, Hamburg
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Ian Brown - 24.01.2010, Knust, Hamburg

IAN BROWN

24. Januar 2010, Knust, Hamburg
Autor: Katja Embacher
Foto: Jenny Schnabel

Hamburg ist schockgefrostet. Eisschollen treiben auf der Elbe, Schnee bedeckt den Beatlesplatz, vereiste Bürgersteige machen den Weg zum Knust zu einer Rutschpartie. Dennoch - das Konzert Ian Browns, der im Rahmen seiner Tour in der tiefgekühlten Hansestadt Halt macht, ist jeden Meter dieser beschwerliche Reise wert.

Im Knust herrscht mollige Wärme. Um Viertel vor neun ist der Club prall gefüllt, auf dem Weg zur Garderobe heißt es "Anstellen". Dank der flinken Handgriffe erfahrener Garderobieren schafft man es dennoch, pünktlich zum Konzertbeginn in der Halle zu stehen - jackenlos und erwartungsvoll.

Pünktlich ist auch der King Monkey. Just mit dem neunten Glockenschlag entert er die Bühne des Knust, um mit "Love Like A Fountain" das Set zu beginnen. Was anfangs noch etwas behäbig wirkt, kommt ab "Time Is My Everything" gut in Fahrt. Ian Brown erweist sich als ein äußerst amüsanter Entertainer, obwohl oder vielleicht gerade weil er das Publikum mit dem leicht rüpelhaften Charme eines arbeiterklassengeprägten Mancunians durch den Abend führt. Zu einem Running Gag entwickelt sich dabei die neue Vokabel "Dorftrottel", die der Ex-Stone Roses-Sänger gelernt hat und deren Bedeutung ihn nun mächtig interessiert. "Village idiot" liefert das Publikum als Übersetzung dazu. Mr. Brown ist sichtlich erheitert. Vor allem vor dem Hintergrund, dass er einen der zahlreich angereisten britischen Lads so bezeichnet. Dieser freut sich wie ein Schneekönig über die kleine Neckerei unter Landsleuten. Von Ian Brown lässt man(n) sich eben gern mal als "Dorftrottel" bezeichnen. Ein freundschaftliches Abfausten besiegelt den britischen Schulterschluss.

Wer vordergründig brandneue Songs erwartet hatte, wird rasch eines besseren belehrt. Der Ex-Stone Roses-Sänger lässt sich fast die Hälfte des Konzerts Zeit, bevor er mit "Crowning Of The Poor" den ersten Track seines aktuellen Longplayers My Way anstimmt. Der Fokus liegt auf älteren Stücken wie "All Ablaze", "Longsight M13" oder "Keep What Ya Got". Egal, ob Klassiker wie "Corpses In Their Mouths" oder Neuheiten wie "Own Brain" - Ian Brown lässt es sich nicht nehmen, die Anwesenden mit schwenkenden Armen zum Mitfeiern zu animieren. Die Stimmung gut, fast ausgelassen. Selbst, als der Einsatz bei "Laugh Now" nicht ganz gelingt und Ian Brown den Track abbricht, bleibt die erwartete Standpauke an die Live-Band aus. Der Manchesteraner begnügt sich damit, zurück zum Mikrophonständer zu trotten und den Song erneut zu starten. In der lockeren Atmosphäre sieht man auch über den verbesserungswürdigen Sound und die gesanglichen Patzer hinweg, die sich wie ein roter Faden durch das Set ziehen. Ian Brown ist vielleicht nicht der begnadetste Sänger, dafür weiß er, wie man die Lads und Lasses seiner treuen Gefolgschaft bei Laune hält. Er zelebriert sein Konzert mit Tanzeinlagen, die ein wenig an Nordic Walking erinnern: Ein Überbleibsel aus den guten alten Tagen des Madchester Rave, in denen Percussionist Bez das Publikum auf Konzerten der Happy Mondays in ähnlicher Manier zu animieren pflegte.

Nach einer Stunde verabschiedet sich Ian Brown von den Anwesenden, um sich einen Applaus später zum Zugabenblock zurück zu melden. Parka und Lederjacke werden zur Seite gelegt, nebst eines kleinen Turnbeutels, der ein wenig an den Sportunterricht in der Grundschule erinnert. Spätestens jetzt, als der King Monkey "Fools Gold" auspackt, werden auch die Fans aus vergangenen Stone Roses-Tagen hellhörig. Ausgelassen wird zu "Stellify" getanzt und es scheint fast sicher, dass das Publikum dies auch ohne die vorherige Aufforderung Ian Browns getan hätte. Es folgt "Just Like You", der letzte Song des Abends, mit dem sich der King Monkey endgültig vom Hamburger Publikum verabschiedet.

Bei einer Zigarette draußen vor der Tür trifft man zufälligerweise auf den britischen "Dorftrottel", der - immer noch glücksbeseelt - den Abend auf den Punkt bringt: "Eines der besten Konzerte, die man von Ian Brown jemals gesehen hat!". Der junge Mann hat recht. Zumindest, was die Unterhaltung und die Atmosphäre des Abends betrifft, war das großer Sport. Ian Brown sollte dafür einen Turnbeutel aus Gold bekommen. Verdient hätte er ihn allemal.


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