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POPCONNECTION - Konzerte - Josh Ottum - 15. Juni 2007, Amp, Münster
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Josh Ottum - 15.06.2007, Amp, Muenster

JOSH OTTUM

15. Juni 2007, Amp, Münster
Autor: Axel Schinkel
Foto: Axel Schinkel

Auf den Plakaten stand fälschlicherweise Freitag, 16. Juni 2007 als Termin. In einer Dönerbude um die Ecke spielten Muff Potter ein Konzert für lau. Und auf den Straßen Münsters war wieder einmal die große Inline-Skater-Night. Das mag wohl als Begründung für den eher spärlichen Andrang an der Kasse ausreichen. Dabei wissen all die Skater und Schrammelgitarrenliebhaber gar nicht, was ihnen allen bei diesem Konzertabend im Amp entgangen ist. Doch zum Glück gibt es ja Online-Magazine wie dieses hier, das den wenigen Zeugen eines großartigen Konzertes dabei hilft, all den anderen zu erzählen, was sie verpasst haben.

In der Tat waren es gerade mal neun zahlende Gäste als The Alma Church Choir die Bühne betrat. Der Name täuschte. Statt eines Kirchenchores kamen zwei junge Herren aus Düsseldorf auf die Münsteraner Bühne. Da kann man nur froh sein, dass die Band, wie man vermuten konnte, nicht zahlenmäßig überlegen war. Sie ließen sich jedoch nicht großartig beeindrucken von der Leere vor ihnen und spielten ein souveränes Konzert. Zu hören gab es kitschigen Pop, größtenteils dargeboten mit Keyboard, E-Gitarre und zweistimmigem Gesang. Mitunter erinnerten die Melodiebögen und Keyboardarrangements stark an Songs der Beatles und ihr schüchtern bis semi-professionell wirkendes Auftreten an die aus der Nachbarstadt Köln stammende Band Wolke. Dennoch gelang es ihnen ihrer Musik eine ganz eigene Note zu verpassen, indem sie immer wieder ihre Instrumente von E-Gitarre und Keyboard bis hin zu Akustikgitarre, Glockenspiel und einer zur Rassel umfunktionierten Plastikflasche wechselten und schließlich quasi unaufgefordert eine 30-Sekunden Zugabe zum Besten gaben. Meiner Ansicht nach, das Highlight des Konzert, dicht gefolgt von der Kleidungskombination rosa-kariertes Hemd mit hellblau-karierter Mütze.

Die Besucherzahl hatte sich mittlerweile verdreifacht, als der aus Seattle angereiste Josh Ottum auf die Bühne trat – ein kahlköpfiger Mann, der so heißt wie die Jahreszeit, nur anders geschrieben. Eine Tatsache, die er sich zum Nutzen macht, indem er sein Debüt-Album bezeichnenderweise "Like The Season" betitelte. An seiner Seite hatte er einen in Deutschland kennen gelernten Schlagzeuger, mit dem er gerade mal drei Tag für die Performance geprobt hatte, und einen Laptop. Dieser hatte allerdings gleich zu Beginn des Konzertes keine Lust mehr und ließ die Zuschauer einige Minuten warten, bis seine Differenzen mit der PA vom Tonmann geschlichtet werden konnten. Im Anschluss gab es ein wirklich hörenswertes Konzert. Josh Ottum glänzte mit der Leichtigkeit eines Jack Johnsons und der Kreativität von Beck. Eine musikalische Darbietung, die ich so auch noch nicht erlebt habe. Die Zuschauer jedenfalls fanden ihren Spaß an den vertrackten Syntie- und Gitarren-Arrangements, sporadischen Tempowechseln, ergreifenden Melodien, wie in "It's Alright", und nicht zuletzt an den Van-Halen-Keyboard-Gedenk-Sound bei "If This Mirror Could Only Talk".

Insgesamt war es ein musikalisch sehr abwechslungsreicher Abend, der es durchaus verdient gehabt hätte eine größere Aufmerksamkeit erhalten zu haben. Aber wir sind hier nicht in Seattle, Josh. Man muss sich wünschen, dass er wiederkommt und es sich bis dahin herumgesprochen hat, welch schöne Musik er macht. Ich, für meinen Teil, kann nur hoffen, mit meinem Konzertbericht wenigstens ein bisschen dazu beizutragen.


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