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POPCONNECTION - Konzerte - The Rakes - 18. Januar 2009, Übel & Gefährlich, Hamburg
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The Rakes - 18.01.2009, Uebel & Gefaehrlich, Hamburg

THE RAKES
Support: James Yuill, The Filthy Dukes

18. Januar 2009, Übel & Gefährlich, Hamburg
Autor: Marc Philipp Meyer
Foto: Mathieu Zazzo

Genau zwei Monate vor Release der neuen Rakes-Scheibe, spielen die Londoner Harken zusammen mit einer weiteren futuristischen Hammer-Kapelle und einem genialen Laptop-Singer/Songwriter eine kleine Special-Tour und geben so einen Vorgeschmack auf ihr neues Werk, welches komplett innerhalb von zwei Wochen im Osten Berlins aufgenommen wurde. Und so viel sei vorweg gesagt: The Rakes sind in Bestform! Und das ist gut so. Was die Zuschauer heute Abend in einer "üblen und gefährlichen" Kulisse in einem gewissen Hamburger Bunker um die Ohren gehauen bekommen, ist der reine Wahnsinn. Cooperative Music haben für diesen Event mal locker drei ihrer modernsten Acts zusammen auf die Bühnen gehievt. Denn nicht nur The Rakes überzeugen mit einem fantastischen Livekonzert.

Schon beim Soundcheck der anderen beiden Acts wird klar, dass dieser Abend ein Viel versprechender werden wird. So ist es der sympathische Nerd James Yuill, der mit Akustikgitarre, Lapotop und einem unglaublichen Sammelsurium an Synthies und Effekten auf die Bühne kommt und sich prompt erstmal für sein Erscheinen entschuldigt: "Hello, ähm, sorry, I'm James Yuill". Seine Bescheidenheit ist nicht gespielt und unglaublich sympathisch. Wer jetzt allerdings denkt, seine folgenden Singer/Songwriter-Songs seien so langweilig wie diese Ansage, dann weit gefehlt. Denn wenn die Musi erstmal spielt, geht der zuvor noch so nüchterne Yuill in die Vollen und haut dem Publikum fette Tanzflur-Beats um die Ohren, zu denen er wild seine Matte schüttelt und immer wieder seine Brille zurechtrückt. Das Publikum im ausverkauften Übel und Gefährlich lauscht gebannt und wird mit zarten Gitarrenklängen zu futuristischen Beats und einer einfühlsamen Stimme belohnt. "She Said In Jest" ist Yiulls heutiges Highlight. Der Song klingt vor Publikum noch faszinierender als beim Soundcheck. Diesem Typen gehört das neue Genre der Folk-Electronica. Wer hätte gedacht, dass Computer-Nerds so cool sind.

Gesteigert wird dieser Abend jetzt noch mit der ganz neuen "Joy-Division-Meets-New-Modern-Electro-Rock-Kapelle" The Filthy Dukes aus London. Was die fünfköpfige Band hier heute Abend auf die Beine stellt, ist DAS NEUE DING! Ja, ich weiß, ich lehne mich jetzt weit aus dem Fenster, aber ich prophezeie jetzt einfach mal, dass diese Band, spätestens, wenn ihr Debüt am 16. März erscheinen wird, für Furore sorgen wird. Warum? Weil sie den Nagel der Zeit auf den Kopf treffen und mit ihrer Fusion aus tanzbaren Rock und verspielten Electro-Beats für den nächsten "New-Rave-Electro-Schieß-Mich-Tot-Und-Ist-Mir-Auch-Egal-Aber-Klingt-Gut-Hype" sorgen könnten! So unscheinbar die Jungs noch am Nachmittag wirken, auf der Bühne haben sie eine enorme Präsenz. Das Hamburger Publikum ist von diesem neuen Sound erstmal so geblendet, dass für kurze Zeit überlegt wird, ob das jetzt geil ist, oder nicht, denn die Alternative-Pop-Rap-Rock-Hip-Hop-Indie-Electronic-Dance Filthy Dukes mixen zunächst mal zuviel fürs Gehirn. Aber spätestens nach dem dritten Track und der klaren Ansage "Come On, Hamburg, Dance" verwandelt sich das Übel und Gefährlich in einen Tanzschuppen. Bei einigen Stücken sind die eklektischen Joy-Divison-Reminiszenzen natürlich nicht zu überhören, aber dennoch, der Mix macht die Musik und diese Band verspricht viel. Ich bin gespannt.

Nach fast zwei gefühlten Stunden und langwierigen Umbaupausen stehen nun endlich die Rakes in akkurat modes-ker Garderobe auf der Bühne und Alan Donohoe mutiert erneut zum Ian Curtis. Hat der Pillen genommen? Der war doch beim Interview noch so ruhig und entspannt. Egal, ein großes "Haaaallllllooooooo Hamburg" und auf geht's mit dem neuen Song "You're In It". Gleich der erste neue Song macht neugierig auf das neue Album "Klang" und erinnert mit seiner roughen Spielart eher an die alten Rakes-Gassenhauer. So wird dem neuen Song gleich "Retreat" nachgeschmissen und Hamburg ist aus dem Häuschen. Die mittleren Reihen bemühen sich im Massen-Pogo, hinten wird getanzt, am Rand knutschen zwei junge Mädels wild herum und an der Seite nimmt RTL die Show live auf. So viel Publicity muss sein. Das haben sich die Rakes verdient. Spätestens das folgende "We Danced Together" beweist warum. Dies ist ein verrückter und unglaublich sympathischer Abend. Die Stimmung ist ausgelassen und die Rakes sind in bester Spiel- und Spaßlaune. So flachst Alan mit dem Publikum, versucht sich vorwiegend in minimalistischen deutschen Ansagen und das Zusammenspiel von Jamie, Matt und Lasse scheint noch besser und energetischer geworden zu sein. Die Setlist heute Abend ist sehr gut und so gibt es die besten Songs von "10 New Messages" und "Capture/Release". Dazu spielen die Rakes sechs neue Stücke. Die erste Single "1989" zeigt die maximale Energie dieser Band und die Songs "The Woes Of The Working Women" und "The Light From Your Mac" zeigen die deutliche Weiterentwicklung der Rakes, die bei diesen Songs ihren typischen Sound mit feinen Gitarrenlicks, einem anmutigen Piano und den nötigen Melodiewürmern schmücken. Das Highlight dieses Abends ist sicher das neue Stück "That's The Reason" welches nach einem famosen "The World Was A Mess, But His Hair Was Perfect" die erste Zugabe einleitet. Wie jetzt, ein wichtiger Song fehlt? Ja, aber "Strasbourg" ist die ersehnte letzte Zugabe.

Fazit: Maximale Ekstase, drei super Acts und ein berauschendes Finale. Was will man mehr? Kauft die Yuill-Platte, freut Euch auf die nächsten Alben der Filthy Dukes und der Rakes und fahrt auf die Konzerte. Es lohnt sich!


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