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POPCONNECTION - Konzerte - The Unwinding Hours - 08. September 2012, Gleis 22, Münster
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The Unwinding Hours - 08.09.2012, Gleis 22, Muenster

THE UNWINDING HOURS

08. September 2012, Gleis 22, Münster
Autor: Katja Embacher
Foto: John Speirs

Zwei Jahre ist es her, dass The Unwinding Hours, die Band, die aus der Asche von Aereogramme hervorging, ihr selbstbetiteltes Debüt veröffentlichte. Vor zwei Wochen erblickte der Nachfolger "Afterlives" das Licht der Welt. Mit diesem im Gepäck beehren die Schotten am letzten warmen Wochenende des Jahres das Münsteraner Gleis 22.
 
Ein Freund stellte kürzlich die gewagte Vermutung in den Raum, "Afterlives" würde in seiner stillen Schönheit wohl vor allem die Damen der Schöpfung verzaubern. Ein Blick durch das gut gefüllte Gleis 22 beweist in Sekundenbruchteilen das Gegenteil. Die Geschlechterverteilung ist mindestens genauso ausgewogen, wie die Setliste des Abends.

The Unwinding Hours eröffnen mit der großartigen Singleauskopplung "Break" und liefern damit einen fulminanten Einstieg. Das Programm setzt sich aus zwei großen Blöcken aus "Afterlives" zusammen, die durch Songs des Debüts abgerundet werden. Bereits vom ersten Moment an überzeugt die Band aus Glasgow durch ihr starkes Wechselspiel aus Verletzlichkeit und Auflehnung. "The Right To Know" spinnt ein düsteres Netz aus Synthies und Keyboards quer durch den Raum, aus dem man sich bei "Tightrope" nur schwerlich befreien kann. Man verliert sich in der traurigen Schönheit von "Saimaa" und stürzt bei "Peaceful Liquid Shell" kopfüber in ein Gitarrengewitter, in dem ein guter Gehörschutz mindestens so viel wert ist, wie ein Schirm bei einem Platzregen. Es bleibt so gut wie kein Wunsch offen. Bis auf "Exits", welchen Sänger Craig Beaton der fragenden Konzertbesucherin leider nicht erfüllen kann. Verständlicherweise. Das hier sind The Unwinding Hours – nicht Aereogramme. Eine Band, die sich ihren eigenen Rahmen geschaffen hat und den Raum dazwischen mit einer beindruckenden Symbiose aus Ruhe und Dynamik füllt. Vermutlich ist es eben dieser Intensität geschuldet, dass das Münsteraner Publikum nach den Tracks grundsätzlich ein wenig Zeit braucht, den wohlverdienten Applaus anzustimmen. Man weigert sich, den Zauber des letzten aushallenden Akkords durch überhastetes Geklatsche zu zerstören. Bis zum Ende des regulären Sets, an dem die Anwesenden mit lautem Beifall nach einer Zugabe verlangen.

Wie Schneeflocken stöbern die effektgetragenen Klänge von "Traces" durch den Raum. Fast ist man versucht, die Hände auszustrecken, um behutsam die einzelnen Töne aufzufangen, bevor sie auf dem Boden zerschellen. Zum Abschluss liefern The Unwinding Hours eine großartige Version von „Knut“ ab, dessen One-Liner "If we can / We will / We must get out" noch im Ohr nachhallt, als man das Gleis 22 bereits längst verlassen hat.



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