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Blunt Mechanic - World Record

BLUNT MECHANIC

World Record
VÖ: 23. April 2010
Label: Grand Hotel van Cleef
Autor: Katja Embacher

Viele Bands begeben sich während ihrer gesamten Karriere auf die Suche nach der großen Innovation. Wie kann ich etwas Neues kreieren in einer Zeit, in der es so ziemlich alles schon einmal gegeben hat? Das Scheitern dieses Unterfangens scheint beinah vorprogrammiert. Ben Barnett, Gründungsmitglied der Thermals, versucht gar nicht erst, sich mit seinem Projekt Blunt Mechanic die Pole-Position innerhalb dieses Rattenrennens zu sichern. Sein Debütalbum "World Record" besinnt sich vielmehr auf die Ursprünge des großen Indie-Rocks. Eine Hommage an eine Ära, in der sich der Begriff des Independent  noch auf den Status eines Labels bezog, bevor er zum Modewort avancierte.

"World Record"  reibt an der musikalischen Amphore und beschwört den Geist der 90er, der auch prompt erscheint. Mürrisch knarzend, launisch schrammelnd und larmoyant an den Saitensträngen zerrend entlockt der Sound von Blunt Mechanic dem Hörer ein nostalgisches Seufzen. Hier blitzt er durch, der slackerhafte Charme schräger Harmonien, die man bei Pavement kennen und lieben lernte. Die verschrobenen Gitarrensoli, mit denen Dinosaur Jr. den Hörer in die Knie zwangen. Dabei bewegt sich "World Record" stets im gemäßigten Fahrwasser zwischen Folk und Punk. Wozu mehr Energie aufbringen, als nötig, wenn man mit leicht sperriger Behäbigkeit zum selben Ziel gelangen kann?

So relaxed und lässig, wie sich das Ganze anhört, ist es natürlich nicht. Ben Barnett hat einen langen Weg hinter sich. Drei Jahre lang verschanzte sich der Multiinstrumentalist in seinem Stillen Kämmerlein in Seattle, um an "World Record" zu arbeiten. Jedes Instrument wurde selbst eingespielt, jede Tonspur wohlfeil ausgewählt. Ben Barnett kennt den Musikzirkus gut genug, um zu wissen, worum es geht und worauf es ankommt: "Every Pop Song tells you one of two things / It’s gonna happen ob it’s just a dream  /… Just because your in the air that dosen’t mean you’re flying" ("Pop Song"). Eben genau diese desillusionierte Geisteshaltung spiegelt sich auch in "World Record" wider. Der Beweis, dass große Musik sehr gut ohne glattpolierte Produktionen auskommt und das auch das größte Experiment kein Garant für den ultimativen Charterfolg darstellt. In dieser Gewissheit lässt man die juvenilen Überflieger weiter der Innovation hinterher jagen, während man sich entspannt zurücklehnt, genüsslich an seiner Zigarette zieht und den Flashback in die 90er genießt.


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