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Cloudberry - Graceful & Light

CLOUDBERRY

Graceful & Light
VÖ: 26. Oktober 2007
Label:
Fastball
Autor: Katja Embacher

"Graceful & Light" ist das erste Studioalbum, das Cloudberry als Kollektiv präsentiert. Mit Bassistin Moni Grysa und Drummer Thomas Wolf ist das ursprüngliche Soloprojekt Marco Pleils zu einer richtigen Band zusammengewachsen. Unter der Regie von Kurt Ebelhäuser (Blackmail, Scumbucket) ist hier ein Album entstanden, das bereits beim ersten Durchlauf eine Welle von Erinnerungen lostritt. Eine Reminiszenz an Zeiten, in denen gutes Songwriting noch wichtiger war, als die adrett frisierte Haarpracht oder der geilo-stylo Anzug auf der Bühne. Ein Sound, der an Größen wie Dinosaur Jr., Teenage Fanclub oder Ash erinnert und den man hierzulande das letzte Mal von Bands wie Miles oder Slut auf dem Plattenteller serviert bekam. Kurz: Guter hausgemachter Indie-Pop der 90er.

Nicht nur die Besetzung, auch der Sound hat sich verändert im Hause Cloudberry: "Graceful & Light" klingt weniger kantig als der Vorgänger "Destroyer". Einen Tick sonniger, ein Quäntchen poppiger. Allerdings nur auf den ersten Blick. Bei genauerem Hinhören wird klar, dass sich das Frankfurter Trio nach wie vor auf dem schmalen Grad irgendwo zwischen Melancholie und Euphorie bewegt. Eine manisch-depressive Kombination aus energetischen Melodien, mitreißenden Riffs und nachdenklichen bis tot-traurigen Texten. Wut, Verzweiflung, Leidenschaft, Idealismus. Alles auf einmal, komprimiert in Zwei-Minuten-Stücke. Zeitlich minimalistisch konstruierte Songs, die durch das Tracklisting nie fragmentarisch wirken. Die Stücke auf "Graceful & Light" greifen ineinander, wie die Kapitel eines Buches. Wer hier das Ende zuerst liest oder zwischendurch weiterblättert, ist selber schuld, wenn er den Plot hinterher nicht versteht.

Für alle, die es sich dennoch nicht verkneifen können, die Skip-Taste zu bedienen: Die großartigen Harmonien auf "I Saw Happiness" genießen, sich in den Streichersequenzen von "The Paingarden" verlieren, in die Kissen weinen zu "Zest", nachdenklich verharren bei "Innuendo" und den Lieblings-DJ höflich dazu zwingen, endlich "Given Treatment" oder "HRDFLR" zu spielen, weil man die Füße nicht still halten kann.


"Graceful & Light" erinnert an eine nächtliche Autofahrt. Das Gaspedal durchtreten, während es langsam hell wird. Es geht gar nicht um das Ankommen, sondern einfach nur um die Bewegung. Um dann hinter der letzten Kurve in die Morgensonne zu blinzeln. Großartig!


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