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Cold War Kids - Mine Is Yours

COLD WAR KIDS

Mine Is Yours
VÖ: 21. Januar 2011
Label:
Downtown Records/Cooperative Music
Autor: Andreas Kussinger

Laut, roh, knarzig, manchmal etwas schief und schrill, aber vor allem einzigartig, direkt und mitreißend. So in etwa konnte man die Musik der Cold War Kids bisher beschreiben. Bisher? Ja, leider. Denn das mittlerweile dritte Studioalbum der Kalifornier ist vielleicht keine schlechte Platte – und dennoch ein großes Ärgernis.

Von einer radikalen Kehrtwende muss man sprechen, wenn man die großartigen Vorgängeralben mit dem nun vorliegenden "Mine Is Yours" vergleicht. Glatt gebürstet und balladig klingen die Songs, austauschbar und öde. So sehr man sich als Rezensent auch dagegen wehren möchte, in unreflektiertes Geschimpfe auf die weggeworfene Einzigartigkeit und Profitgier der Protagonisten zu verfallen, es will nicht klappen. Zu eindeutig scheinen die Fakten zu sein, dass es sich weniger um eine künstlerische Weiterentwicklung, sondern vielmehr um eine kommerzielle Strategie der Kalifornier handelt. Im Promotext redet Frontmann Nathan Willet fast schon entschuldigend von "Wilden Nächten, die vorbei sind", und natürlich vom unvermeidlichen "erwachsen werden". Wie gut passt es da ins Bild, dass der kuschelige "Snow Patrol"-Mantel auch kommerziell mehr Erfolg verspricht als der rohe, unkonventionelle Stil, den man bisher geprägt hatte. Ein Album als Altersvorsorge, ein vertonter Bausparer, wenn man so will. Das kann nicht besonders spannend klingen. Der sperrige, oftmals auch schwer zugängliche Sound, der die Cold War Kids bekannt machte, kommt nur noch selten zum Vorschein, etwa bei "Louder Than Ever", dem besten weil unangepasstesten Stück der Platte.

Perfekt ins Bild passt, dass sich die Kalifornier erstmals einen Produzenten geleistet haben, und dabei niemand geringeren als Jaquire King verpflichtet haben. Eben jenen Produzenten, der auch die Kings Of Leon auf Massenkompatibilität getrimmt hat. Abgesehen vom bereits erwähnten "Louder Than Ever" enthält "Mine Is Yours" vor allem biedere 08/15-Balladen, wie sie so viele andere Bands auch auf den Markt schmeißen. Klar, die beeindruckende Stimme von Nathan Willet hebt sie dennoch über den Durchschnitt, und auch die Gitarren schrammeln mehr als bei anderen "Soft-Indie-Rock" Bands. Aber alles ist so austauschbar, so ideenlos. Hinzu kommt Beziehungskisten-Gesülze der untersten Schublade, das die ehemals subtilen, kryptischen Geschichten beim Songwriting ablöst.

Angesichts der eigentlichen Qualitäten der Band schmerzt es richtig, das alles mit anhören zu müssen. Die Cold War Kids haben einen Fan weniger, was sie aber sicherlich verschmerzen können, wenn sie erst den Weg ins Radio-Airplay gefunden haben. Schade!



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