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The Decemberists - The King Is Dead

THE DECEMBERISTS

The King Is Dead
VÖ: 14. Januar 2011
Label: Rough Trade/Beggars Group
Autor: Katja Embacher

Der König ist tot, lang lebe der König! Der Aristokrat, der hier zu Grabe getragen wird, heißt König Prog. Statt seiner küren seine Sargträger The Decemberists den Purismus zum neuen Herrscher ihres aktuellen Longplayers "The King Is Dead" - und vollziehen damit in 56 Minuten Spielzeit eine 180-Grad-Wendung. Weg vom Pomp des Vorgängers "The Hazard Of Love" hin zu handgeklöppeltem Country-Folk aus 100% biologischem Musikanbau.

Anstelle groß angelegter Konzeptionen mit Hang zum Größenwahn finden sich auf "The King Is Dead" unverfälschte Songperlen mit dem natürlichen Charme des ländlichen Idylls irgendwo in Oregon. Dort, in einer Scheune mitten im Nirgendwo liegt die Wiege des sechsten Albums der Decemberists. Die Abgeschiedenheit hat Spuren hinterlassen, die sich in der fragilen Wehmut von Songs wie "January Hymn", "This Is Why We Fight" oder "Dear Avery" widerspiegeln wie die Sorgenfalten im verwitterten Gesicht eines Farmers. Auf der anderen Seite trumpfen Tracks wie "Calamity Song" oder der Schunkel-Klopfer "Rox in The Box" beinah impulsiv auf, als stemme sich das Quintett aus Oregon energisch gegen die Stürme Portlands, während es sein musikalisches Feld beackert.  

Die Saat geht auf: Anstatt seine ausgefuchsten musikalischen Kopfgeburten weiterzuspinnen besinnt sich Colin Meloy schlicht und ergreifend auf den Song an sich. Dieser bedient sich der Konzeption schlichter wie funktioneller Instrumentierung: Gitarre, Bass, Schlagzeug - hier und dort eine Mundharmonika, eine Geige oder ein Banjo. Mehr braucht es nicht, um dem bisher wohl wärmsten und heimeligsten Album der Decemberists Leben einzuhauchen. Nun gut, vielleicht noch den einen oder anderen musikalischen Mitstreiter und Seelenverwandten. Peter Buck, der auf "Down By The Water" an der zwölfsaitigen Gitarre zupft, ist einer davon. Ebenso wie Singer/Songwriterin Gillian Welch, die auf eben diesem Track die vokalistische weibliche Nebenrolle übernimmt und damit für eine besondere Note sorgt, während die Gitarrenriffs eine tiefe Verneigung vor R.E.M. andeuten.

Glanz und Glorie gegen Wärme und Behaglichkeit einzutauschen ist der wohl beste Deal, den The Decemberists machen konnten. "The King Is Dead" ist ganz klar ein König der Herzen. König Prog ist tot, lang lebe der gute Hirte Country-Folk! 


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