POPCONNECTION
DATENSCHUTZERKLÄRUNG   IMPRESSUM
NEWS
REVIEWS INTERVIEWS KONZERTE FEATURES KÜNSTLER A-Z
POPCONNECTION - Reingehört - I Like Trains - He Who Saw The Deep
Home » Reviews » I Like Trains - He Who Saw The Deep
REVIEWS
I Like Trains - He Who Saw The Deep

I LIKE TRAINS

He Who Saw The Deep
VÖ: 29. Oktober 2010
Label:
ILR (Cargo Records)
Autor: Maximilian Sippenauer

Was könnte man sagen? Man könnte sagen, I Like Trains haben eine düstere Herbstplatte fabriziert. Irgendwo an den Moment zwischen Grau und Gold geweht. "He Who Saw The Deep" beginnt opulent wie ein Erntedankfest, um voller Schauder und Schrecken vor der drohenden Ankunft des Winters zu enden.

Die Affekte existentielle Furcht und Melancholie sind die zwei thematischen Grundmotive des Albums "He Who Saw The Deep". Das ambitionierte und über knapp drei Jahre penibel ausgetüftelte dramatische Konzept der vier Leedsianer ist dabei auf eine stetige Zunahme der Hoffnungslosigkeit bei einer indirekt proportionalen Abnahme der Hoffnung angelegt, um es mal raffiniert auszudrücken.

"He Who Saw The Deep" scheitert aber letztlich am eigenen Anspruch der Atmosphäre. Die Tiefe und Ferne, die von Text und den dicht und hallend geknüpften Streicherteppichen suggeriert werden, verpuffen unentfaltet aufgrund zweier Probleme. Erstens steht das trockene und oftmals unsensibel gespielte Schlagzeug im Widerspruch zur Fragilität der Grundklänge. Zweitens ist vor allem die Stimme von David Martin eine Schwachstelle. Andere Baritone wie Paul Banks von Interpol oder Tom Smith von den Editors, von einem Ian Curtis ganz zu schweigen, tragen in sich genügend Volumen und Düsterheit, um solchen Fatalismus und Agonie authentisch und bedrohlich zu transportieren. Bei David Martin klingt das alles zu angestrengt, artifiziell und am Ende nur noch störend. "He Who Saw The Deep" bleibt über weite Strecken die selbst geforderte Tiefe schuldig. Eine Ausnahme bilden allenfalls "Hope Is Not Enough" und bedingt "Progress Is A Snake". Daneben bleibt viel Kitsch, überladene Harmonien (etwa: "A Divorce Before Marriage") und viel halbherzige Reproduktion der Werke der oben genannten, großen Baritone.

Man könnte also sagen, I Like Trains haben eine düstere Herbstplatte fabriziert. Man sollte aber sagen, I Like Trains haben eine düstere Herbstplatte fabrizieren wollen.



Mehr zu I Like Trains auf POPCONNECTION

SUCHE
A B C D E F G
H I J K L M N
O P Q R S T U
V W X Y Z 0-9 #
AKTUELLE REVIEWS

we_path

The Boxer Rebellion
Ghost Alive

we_path

The Breeders
All Nerve

we_path

Gregor McEwan
From A To Beginning

we_path

William McCarthy
Shelter

we_path

Liam Gallagher
As You Were

we_path

The National
Sleep Well Beast
ZUFÄLLIG SCHON GELESEN?

we_path

Cigarettes After Sex
Cigarettes After Sex (s/t)

we_path

WHITE LIES
To Lose My Life

we_path

IAN LOVE
Ian Love (s/t)
INTERN EXTERN
Kontakt Facebook
Impressum
Datenschutzerklärung
   © 2018 Popconnection.de | Das Online-Magazin für alternative Popmusik | CMS by webEdition